Tausende Teilnehmer bei Pro-Life-Kundgebungen in Berlin, Köln und Zürich

19. September 2026 in Prolife


4200 Teilnehmer in Berlin, 2100 Teilnehmer in Köln und 2200 Teilnehmer in Zürich. Bischöfe Voderholzer, Oster, Hanke, Wörner, Schwaderlapp und Graf bei den Märschen in Berlin/Köln


Berlin-Köln-Zürich (kath.net)

Insgesamt weit über 6.000 Menschen (4.200 Berlin, 2.100 Köln) aller Generationen machten sich heute auf, um für das Lebensrecht jedes Menschen von seiner Zeugung bis zum natürlichen Tod auf die Straße zu gehen. Darunter waren unter anderem Vertreter vieler Kirchen und Verbände wie die Bischöfe Voderholzer, Oster und Bischof em. Hanke sowie die Weihbischöfe Wörner, Schwaderlapp und Graf oder der Vorstand der Evangelischen Allianz Deutschland. Sie erlebten große, lebensbejahende Veranstaltungen mit Fachinformationen und Lebensberichten. In Köln sprach Markus Voss (Bibelfit) über die wichtige, aber in der Debatte häufig vernachlässigte Rolle des Vaters, wenn es um Konfliktschwangerschaften geht. 

Viele Männer entziehen sich ihrer Verantwortung, andererseits haben sie keinerlei Mitspracherecht bei einer Entscheidung für oder gegen das Kind. Mona Schwaderlapp, Hauptorganisatorin des BVL in Köln, rief zum Engagement für das Lebensrecht auf, das jeder in seinem Alltag realisieren könne. Ludwig Brühl, Vorstandsmitglied bei der ALfA e.V., verdeutlichte die Gefahren der sogenannten „Leihmutterschaft“, für die Kinder ebenso wie für die Frauen. Dieses aktuelle und wichtige Thema wurde auch in Berlin durch einen Vortrag von Cornelia Kaminski, ALfA-Bundesvorsitzende, aufgegriffen. Sie verwies vor allem darauf, dass das Kind im Zentrum stehen müsse und nicht die Wünsche Erwachsener. Der frühere Bundestagsabgeordnete und Bioethikexperte Hubert Hüppe zeigte auf, wo die Menschenwürde vor allem am Beginn und Ende des Lebens in Gefahr sei oder nicht berücksichtigt werde. „Inklusion muss schon vor der Geburt umgesetzt werden“, sagte er mit Verweis auf die vielen Kinder mit Down-Syndrom, die nicht darunter „leiden“, sondern es einfach „haben“ und dasselbe Lebensrecht haben wie alle anderen Menschen. 

Zuvor wies die Vorsitzende des BVL und Moderatorin des Podiums, Alexandra Maria Linder, auf die Grundlagen der Demokratie hin: „Demokratie bedeutet universale Menschenwürde, Lebensrecht von der Zeugung bis zum natürlichen Tod und Tötungsverbot Unschuldiger.“ Vereinsamung, instabile Beziehungen und Ängste vor Krieg und Wirtschaftskrise würden immer mehr zu einer Vereinzelung führen. Und Menschen, die allein sind, keine Kommunikation und keine Unterstützung haben, seien in schwierigen Lebenssituationen wie überraschender Schwangerschaft, suizidalen Lagen, Krankheit und Sterbeprozess noch viel mehr Druck von anderer Seite ausgesetzt, so dass sie nicht wirklich autonom und selbstbestimmt Entscheidungen treffen könnten. Wie wichtig es ist, sich persönlich und intensiv um Menschen zu kümmern, verdeutlichte auch Jor-El Godsey, Präsident von Heartbeat International, der über die Bedeutung einer umfassenden, respektvollen Schwangerenberatung sprach. Heartbeat International ist eine der größten Beratungsorganisationen im Schwangerschaftskonflikt weltweit. Wie international die Lebensrechtsbewegung inzwischen vernetzt ist, zeigte sich auch am Auftritt junger Lebensrechtler aus Rumänien, Italien und Frankreich. Teodora Paul, Olimpia Galiberti und Clotilde Chompret berichteten von der Lage der Bioethik und ihrer Arbeit. Die Vorsitzende der Jugend für das Leben, Roxane Köhler, die die Veranstaltung mitmoderierte, rief die Teilnehmer zu ganzjährigem Engagement auf. Die Medizinstudentin Roberta Acquaah (Königlicht Poetry) versetzte sich mit ihrem Poetry Slam „Ich will leben“ in die Situation des vorgeburtlichen Kindes und gab ein leidenschaftliches Plädoyer für ein persönliches Lebensrechtsengagement ab.

Der Marsch für das Leben findet in Deutschland jedes Jahr im September statt, um öffentlich auf die Bedeutung der und die Gefahren für die universale Menschenwürde aufmerksam zu machen. Der nächste Marsch für das Leben in Berlin und Köln ist am 18. September.

Auch in der Schweiz Marsch für das Leben

Mit rund 2200 Teilnehmern fand heute in Zürich-Oerlikon der „16. Marsch fürs Läbe“ statt. Unter dem Motto „Together for life“ galt der Aufruf dieses Jahr allen voran den Männer, ihre Verantwortung als Väter wahrzunehmen. So kamen zahlreiche Männer auf der Bühne zu Wort, darunter auch SVP-Nationalrat Nicolas Kolly.
 
Der Freiburger Nationalrat hat am Marsch für das Leben für einen stärkeren Schutz ungeborener Kinder plädiert. „Wenn sich eine Mehrheit heute mit der aktuellen Rechtslage abfindet, hindert dies eine Minderheit – zu der ich gehöre – nicht daran, unter Achtung der Meinungen aller eine andere Ansicht zu äussern“, erklärte Kolly. Seine Haltung fasse sich in wenigen Worten zusammen: „Das Leben schützen.“ Er sei gekommen, um „in aller Demut denen eine Stimme zu geben, die noch keine haben.“
 
Kolly forderte, Frauen in Schwangerschaftskonflikten umfassend zu unterstützen und ihnen Alternativen aufzuzeigen. „Angesichts einer schwierigen Schwangerschaft sollte es unsere Pflicht sein, jeder Frau alle Alternativen und die notwendige Unterstützung anzubieten.“
 
Auch die Verantwortung der Väter müsse stärker thematisiert werden. „Die erste Pflicht eines Mannes besteht darin, Verantwortung zu übernehmen. Zu unterstützen. Zuzuhören. Zu beschützen.“ Zum Abschluss unterstrich Kolly, dass der Schutz des ungeborenen Lebens und die Begleitung der Mutter zusammengehören: „Diese beiden Ideen müssen Hand in Hand gehen: der Schutz des Kindes und die Begleitung der Mutter.“
 
Politisch machte die Kundgebung u.a. auf die eine Woche vor dem Marsch gestartete Petition „Schluss mit der Zürcher Doppelmoral“ aufmerksam. Während andere Demonstrationen durch die Zürcher Innenstadt ziehen dürfen, wird dem „Marsch fürs Läbe“ seit Jahren eine zentrale Route mit Verweis auf Sicherheitsrisiken verweigert. Die Veranstalter fordern deshalb mit der Petition eine Gleichbehandlung gegenüber anderen Demonstrationen.
 
Wenn andere Demonstrationen trotz konkreter Störungen zentrale Routen nutzen dürfen, dürfe eine friedliche Veranstaltung nicht allein wegen erwarteter Gegenproteste aus der Innenstadt verbannt werden, so Beatrice Gall, Präsidentin vom „Marsch fürs Läbe“. Innerhalb einer Woche haben bereits 4000 Menschen die Petition an die Zürcher Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart unterzeichnet.
 
Mit der Petition soll dem aktuellen Rechtsweg, den der „Marsch fürs Läbe“ inzwischen für eine öffentlichkeitswirksame Route durch die Zürcher Innenstadt beschritten hat, Nachdruck verliehen werden. Derzeit wartet der „Marsch fürs Läbe“ auf den Entscheid des Bezirksrat, bei dem der Verein Rekurs eingereicht hat.
 
Der Höhepunkt des Tages war der fröhliche Marsch durch die Strassen Oerlikons, der von strahlendem Sonnenschein, viel Musik, darunter eine Samba Steel Band, begleitet wurde und unter grossem Polizeieinsatz stattfand, da Gegendemonstranten versuchten, den Demonstrationszug zu stören.
 
 

Gemeinsam für den Lebenschutz - dieses starke Statement setzten die fünf bayerischen Bischöfe heute beim 22. Marsch für das Leben in Berlin. (chb) pic.twitter.com/ttcGzWgwRr

— Bistum Regensburg (@BistumReg) September 19, 2026

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