
25. September 2026 in Aktuelles
Rund 14.000 Polizisten werden im Einsatz sein, außerdem tausende Feuerwehrleute, Sanitäter, eine Terrorabwehreinheit, gesperrte Straßen und gesperrte Metrolinien – Der Alltag der Pariser ist massiv beeinflusst. Von Petra Lorleberg
Paris (kath.net/pl) Paris ist im Papstfieber und ganz Frankreich setzt sich mit Papst und Kirche auseinander. Die Metropole bereitet sich auf den Ausnahmezustand vor: Der Besuch von Papst Leo XIV. ab 25.9. erfordert hohe Sicherheitsvorkehrungen und ein enormes Ausmaß an Planung und Logistik. Auch wenn der französische Staat strikte Laizität einhält, wird kaum ein Pariser von dem Besuch unbeeinflusst bleiben, kaum einer wird es nicht zum Gesprächsthema machen. Denn allein das Verlassen der Wohnung und der alltägliche Weg zu Schule und Arbeit müssen abgecheckt werden und man hat sich darüber vorher auch schon im Freundes- und Kollegenkreis ausgetauscht. „Ist diese Straße noch offen? Ist dieser Bahnhof geschlossen? Wie fährt mein Metrolinie?“ Starke Verkehrsbehinderungen sind vorhersagbar, und dies betrifft jene Pariser, die sich über diesen Besuch freuen, ebenso deutlich wie jene, die Papstbesuche und allgemein die katholische Kirche für verzichtbar halten.
Allein schon die Pariser Sicherheitslogistik ist unglaublich: Um die 14.000 Polizisten werden im Einsatz sein, außerdem tausende Feuerwehrleute, Sanitäter, eine Terrorabwehreinheit. Es gilt eine hohe Sicherheitsstufe, erfreulicherweise aber nicht die allerhöchste: Denn die Sicherheitskreise mussten bisher keine Terrorwarnung herausgeben, obwohl vermutlich die Sicherheitsdienste gerade auch in diesem Segment sehr wachsam sein werden.
Der Flugverkehr über der Großstadt wird ebenfalls stark reguliert. Für zivile Drohnen gilt Null Toleranz, Drohnen dürfen nur mit Sondergenehmigung fliegen, andernfalls drohen hohe Haft- und Geldstrafen. Es werden Drohnen der französischen Sicherheitskräfte unterwegs sein. Auch der Hubschrauberverkehr wird stark reguliert, außerdem gilt ein generelles temporäres Überflugsverbot. Die Pariser Flughäfen bleiben immerhin geöffnet.
Blicken wir kurz auf die Fernsehlandschaft, denn auch das staatliche Fernsehprogramm Frankreichs bietet frankreichweit ausgesprochen viele Livestreams und Sondersendungen rund um den Papst und die großen Events an, viele sind positiv eingefärbt. So bezeichnet der staatliche Sender „France Info“ den Frankreichbesuch des Papstes als „historisch“ und berichtet mit Sympathie über die aus der Normandie stammende Großmutter des Papstes (siehe Video unten) und seine Urgroßmutter, die sogar in Paris geboren wurde.
Die katholischen Pfarreien der Stadt haben ebenfalls alle Hände voll zu tun: Beispielsweise öffnen sich Gemeindehäuser für Jugendgruppen, Ministrantengruppen (400 Messdiener werden bei der großen Papstmesse ministrieren, darunter erfreulicherweise sogar 6 Messdiener mit Trisomie 21), Chormitglieder, die mit Schlafsack kommen und einen kostenlosen Übernachtungsplatz brauchen oder tagsüber eine Anlauf- und Sammelstelle.
Beim Besuch von Papst Benedikt im deutschen Freiburg i.Br. im Jahr 2011 hatte ich fasziniert beobachtet, wie sogar in dieser grün-alternativen Stadt Kinder auf der Straße „Besuch des Papstes“ spielten. Dies steht nun auch für Paris, ja für Frankreich zu erwarten.
Und spätestens wenn sämtliche katholischen Kirchenglocken von Paris heute einmal Vormittags und einmal Nachmittags zum mehrminütigen Vollgeläut ansetzen, kann auch der letzte Pariser von einem direkten Hauch „Papst Leo in Paris“ berührt werden. Wohl dem, der dann sein Herz öffnet, er öffnet es einem, der als Stellvertreter Christi kommt mit der Botschaft des Evangeliums: „Damit die Welt das Leben habe“.
Bild (c) Französische Bischofskonferenz
Ein Blick in Vorbereitungen für den Papstbesuch in Frankreich:
Papst Leos Großmutter stammte aus der Normandie
Ansprechendes Lied zur Begrüßung des Papstes in Frankreich, mit Gebet für die Menschen, die kommen werden:
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