
13. Oktober 2026 in Spirituelles
Wenn Gott uns ‚Einblicke in das gewährt, was am Altar wirklich geschieht, können wir nur mit Staunen, Ehrfurcht und tiefer Dankbarkeit für das unermessliche Gewicht einer einzigen Messe reagieren‘, schreiben der National Catholic Register
Irondale (kath.net/jg)
Die Herausgeber des National Catholic Register haben dem Video, das den amerikanischen Priester Brent Bowman zeigt, wie er bei der Wandlung tief emotional berührt wird, (siehe Link) ein Editorial über die wahre Bedeutung jeder heiligen Messe gewidmet.
Die Szene bringe die Geschichte „Was eine Messe wiegt“ von Josephine Nobisso in Erinnerung, schreiben die Herausgeber des National Catholic Register. Darin bittet eine arme Witwe einen hartherzigen Bäcker um eine Brotrinde und bietet ihm an, als Gegenleistung eine Messe für ihn lesen zu lassen.
Der Bäcker will seine Verachtung für den katholischen Glauben der Frau zum Ausdruck bringen und schreibt die Worte „eine Messe“ auf ein Stück Papier, welches er in eine Schale seiner Waage legt. Auf die andere Waagschale legt er ein Stück Brot. Zu seiner Überraschung ist das Papier schwerer als das Brot. Der Bäcker legt daraufhin immer mehr Brot auf die Waage, das Ergebnis bleibt stets das gleiche.
In einer schriftlichen Stellungnahme zu dem Vorfall gab Bowman an, „die Schwere der Gegenwart Jesu im Kelch in meinen Händen“ gespürt zu haben. Der Kelch wurde zu schwer, Bowman konnte ihn nicht heben. Er habe die Gnade geschenkt bekommen, die „bittersüße Passion unseres Herrn und das viele Blut, das Christus für die immense Last all unserer Sünden vergossen hat, tiefer zu verstehen“.
Private spirituelle Begegnungen mit Gott wie diejenige, die er erleben durfte, seien „vollständig unverdiente Geschenke und Zeichen von Gottes überfließender Liebe für sein ganzes Volk“ und „nicht notwendigerweise Zeichen der Heiligkeit einer Person“, schrieb Bowman.
Als Katholiken müssen wir nicht glauben, dass eine Begegnung wie die von Bowman erlebte tatsächlich von Gott stammt, schreiben die Herausgeber des National Catholic Register. Wir sind aber dazu aufgerufen, zu glauben, dass der Herr für unsere Erlösung gelitten hat und gestorben ist und dass gewöhnliches Brot und gewöhnlicher Wein während der Konsekration sein Leib und sein Blut werden. Nur durch die Gnade Gottes können wir beginnen, die Fülle dessen zu erfassen, was Jesus für uns getan hat.
Die Geschichte „Was eine Messe wiegt“ spielt in einem weit entfernten und offenbar katholischen Land, in dem der König und die Königin ihre Hochzeitsmesse feiern. Dennoch werden nur wenige alte Frauen als Besucherinnen erwartet, weil die Einwohner des Landes in Glaubensfragen „kalt und sorglos“ geworden sind.
Das treffe heute auf viele Länder zu, heißt es weiter im Editorial. Gott aber rufe uns ständig zurück in die Wirklichkeit, manchmal auf ungewöhnliche Weise. Manchmal sendet er seine Gnade wie bei Brent Bowman, manchmal sendet er eucharistische Zeugen wie Erzbischof Fulton Sheen oder den heiligen Carlo Acutis.
Doch wenn „der Herr uns diese Einblicke in das gewährt, was am Altar wirklich geschieht, können wir nur mit Staunen, Ehrfurcht und tiefer Dankbarkeit für das unermessliche Gewicht einer einzigen Messe reagieren“, schreiben sie abschließend.
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