
23. Oktober 2026 in Deutschland
Der Diözesanverband München-Freising der KLJB stellte ihn vor die Wahl, entweder das Mandat im Gemeinderat oder die Mitgliedschaft in der KLJB niederzulegen.
Taufkirchen/Wambach (kath.net/jg)
Der 28-jährige Anton Kronseder sitzt für die AfD im Gemeinderat von Taufkirchen (Bayern). Er muss deshalb die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) verlassen. Der Vorstand der KLJB in der Erzdiözese München-Freising stellte Kronseder vor die Wahl. Er müsse entweder sein Mandat im Gemeinderat von Taufkirchen oder die Mitgliedschaft in der KLJB zurücklegen. Kronseder entschied sich für den Platz im Gemeinderat, berichtet der Münchner Merkur.
Bereits im Dezember des vergangenen Jahres, nach den Aufstellungsversammlungen für die Kommunalwahl in Bayern, hatte es ein erstes Gespräch des Diözesanvorstandes mit Kronseder gegeben. Man habe lange überlegt, wie man mit der Situation umgehen soll, sagte die ehrenamtliche Diözesanvorsitzende gegenüber dem Münchner Merkur.
Der KLJB stehe für Heimatverbundenheit, aber auch für Weltoffenheit, internationale Solidarität und Vielfalt. Aus christlicher Überzeugung heiße man alle willkommen, Menschen aller Geschlechter, unabhängig von sexueller Orientierung, Herkunft und Religionszugehörigkeit. Die KLJB sei demokratisch, während die AfD „demokratische Strukturen schwächen“ wolle, sagt die Diözesanvorsitzende.
Der Vorstand der KLJB unterstützte 2025 ein Positionspapier mit dem Titel „Mit starken Werten gegen extreme Rechte“. Darin seien Werte und Haltungen klar definiert und diese seien mit einem Amt für die AfD nicht vereinbar. Das gelte auch für Kronseder, der kein Mitglied der AfD ist. Als Mandatar vertrete er die Partei aber in der Öffentlichkeit.
Im Ortsverband Wambach, dem Kronseder schon viele Jahre angehört, ist die Stimmung anders. Der Vorstand gab in einer Stellungnahme bekannt, dass er die Entscheidung des KLJB-Diözesanvorstandes nachvollziehen kann. Trotzdem halte man das Vorgehen für „überzogen“. Der Vorsitzende des Ortsverbandes sagte gegenüber dem Münchner Merkur, man sei ein Jugendverband und treffe sich aus gesellschaftlichen Gründen. Nie sei Politik gemacht worden, betont er und verweist auf deutliche Interessensunterschiede zwischen Diözesan- und Landesverbänden und den Ortsgruppen.
„Bei uns wäre niemand auf die Idee gekommen, ein Mitglied aus politischen Gründen auszuschließen“, sagt er. Jetzt müsse sich der Ortsverband „im Ort und darüber hinaus vor den Leuten für eine Entscheidung rechtfertigen, die wir nicht getroffen haben“, kritisiert er.
Kronseder versteht die Entscheidung des Diözesanvorstandes nicht. Es schmerzt ihn, dass er nicht mehr in der KLJB sein kann. Das Vereinsleben sei ihm wichtig, sagt er. Er ist auch bei der Feuerwehr und beim Schützenverein. Acht Jahre war er Pfarrgemeinderat. „Mich hat das alles total genervt“ sagt er wörtlich. Er habe sogar daran gedacht, aus der Kirche auszutreten, wolle sich aber noch in Ruhe überlegen, ob er den Schritt wirklich mache.
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