Wie wird das „pro multis“ im neuen Messbuch übersetzt werden?

4. November 2026 in Aktuelles


Der Leiter des Deutschen Liturgischen Instituts, Linnenborn, äußert eine klare Erwartung.


Bonn (kath.net) „Die italienischen Bischöfe hatten sich im Zusammenhang mit der Approbation ihres Messbuchs bei einer eigenen Abstimmung für die Beibehaltung des ‚per tutti‘ im Kelchwort ausgesprochen, und Papst Franziskus hat schließlich das italienische Messbuch mit ‚per tutti‘, also ‚für alle‘, approbiert. Ich vermute, dass eine Abstimmung unter den Bischöfen des deutschen Sprachgebiets ähnlich ausfallen würde.“ Das erläuterte der Leiter des Deutschen Liturgischen Instituts, Pfarrer Marius Linnenborn, ist Mitglied der Projektleitung für die Messbuch-Revision im deutschen Sprachgebiet. Er äußerte sich im Interview mit katholisch.de. In der Frage hatte der Interviewer Felix Neumanndarauf hingewiesen, dass es bei den Übersetzungen aus dem Ursprungstext ja auch um theologische Fragen gehe – und hatte als Beispiel das „pro multis“ der Wandlungsworte erwähnt mit der Bemerkung, dass „für viele“ „wörtlich“ übersetzt sei, aber „für alle“ „freier“.

Auf die Frage nach vorigen – gescheiterten – Versuchen zur Messbuchüberarbeitung erläuterte Linnenborn, dass es „bereits zwei Anläufe“ gegeben habe. So sei „in den 1990er Jahren …eine stärkere Revision begonnen“ worden, diese „musste aber beendet werden, als 2001 die vatikanische Übersetzungsinstruktion ‚Liturgiam authenticam‘ veröffentlicht wurde, die eine sehr strikte Orientierung am lateinischen Ursprungstext eingefordert hat“. Daraufhin sei „auf dieser Grundlage … ein zweiter Anlauf gemacht“, der sich „stärker am Lateinischen orientiert“ habe. Doch „asls diese neue Übersetzung fertig war, wollten die Bischöfe des deutschen Sprachgebiets sie aber nicht approbieren, weil sie nicht überzeugt waren, dass sie wirklich besser als die bestehende ist.“


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