
7. November 2026 in Prolife
Der Schutz des Lebens und der Elternrechte steht nach wie vor im Fokus der Tätigkeit von Lebensschutzorganisationen. Texas Right to Life: Die Wahlniederlage ist ein ‚verheerender Schlag‘ gegen den Lebensschutz aber keine ‚totale Katastrophe‘.
Austin (kath.net/jg)
Die Kandidaten der Demokratischen Partei haben bei den Wahlen in Texas alle wichtigen landesweiten Ämter gewonnen und damit die über drei Jahrzehnte andauernde Dominanz der Republikanischen Partei im „Lone Star State“ beendet. Christen fürchten, dass hart erkämpfte Fortschritte beim Lebensschutz, den Elternrechten und im Bildungsbereich verloren gehen könnten, berichtet EWTN.
In einer überraschenden Niederlage unterlag der seit 2014 amtierende Gouverneur Greg Abboot der früheren Abgeordneten Gina Hinojosa. Abbott hat 2021 den Texas Heartbeat Act unterzeichnet, der Abtreibungen verbietet, sobald beim Ungeborenen ein Herzschlag festgestellt werden kann, also etwa ab der sechsten Schwangerschaftswoche.
Hinojosa stimmte gegen den Heartbeat Act und erklärte, sie würde ein Gesetz zur Aufhebung der derzeit geltenden Abtreibungsregelung unterzeichnen, sollte es auf ihren Schreibtisch kommen. Dies gilt allerdings als unwahrscheinlich, da die Republikaner im Senat von Texas die Mehrheit behalten haben.
Hinojosa hatte im September erklärt, die Erleichterung des Zugangs zu Abtreibungen werde unter ihrer Regierung keine Priorität haben. Texas stecke in einem „tiefen Loch“ hinsichtlich dessen, was sie als „reproduktive Rechte“ bezeichnete. Ihre Wahl reiche nicht aus, um das zu ändern.
John Seago, der Präsident von der Lebensschutzorganisation Texas Right to Life, sprach von einem „verheerenden Schlag“ gegen die Lebensschutzbewegung. Gleichzeitig sei es keine „totale Katastrophe“, da die Republikaner, von denen viele den Lebensschutz unterstützen, die Mehrheit im Senat halten konnten. Dies werde als „Schutzschild“ dienen, um Gesetze zu stoppen, welche die Lebensschutzbewegung zurückwerfen könnten.
In einer Mitteilung an ihre Unterstützer betonte die Organisation, man könne sich nicht allein auf Wahlen verlassen und erwarten, dass sich die Kultur von selbst ändere. Es gelte, in Kirchen, Gemeinden und alltäglichen Gesprächen für den Lebensschutz einzutreten.
Seago machte die Republikanische Partei für die Wahlniederlage mitverantwortlich. Der Einzige, der in diesem Wahlkampf die Abtreibung thematisierte habe, sei der demokratische Senatskandidat James Talarico gewesen, der behauptet habe, Gott habe Maria die Wahl gelassen, Jesus abzutreiben, und die Bibel schweige zum Thema Abtreibung. „Die Demokraten wirkten moderat, während die Republikaner schwiegen“, so Seago. Das habe Pro-Life-Wählern signalisiert, sie hätten die Wahl zwischen zwei gleichwertigen Kandidaten.
Texas Right to Life will künftig vor allem darauf achten, dass der republikanisch dominierte Senat eine Aufweichung der Lebensschutzbestimmungen blockiert. Gleichzeitig wolle man im demokratisch kontrollierten Repräsentantenhaus Fortschritte bei Themen mit parteiübergreifender Unterstützung anstreben, etwa dem Schutz von Patientenrechten, der Verbesserung der Pflege- und Adoptionsdienste sowie der Unterstützung von Hilfsorganisationen für Frauen.
Hinojosa lehnt Abbotts Texas Freedom of Education Act ab, der die Schulwahl durch Bildungsgutscheine für Privatschulen erweiterte, weil es ihrer Ansicht nach reiche Familien bevorzuge.
Anthony Joseph, Professor für Geschichte an der Universität St. Thomas in Houston, wies darauf hin, dass Schulgutscheine die Religionsfreiheit fördern und die Eltern stärken, denen nach kirchlicher Lehre die primäre Verantwortung für die Erziehung ihrer Kinder zukomme. Besonders einkommensschwache Eltern in Vierteln mit schlechten öffentlichen Schulen profitierten davon.
Susan Hanssen, Geschichtsprofessorin an der University of Dallas, nannte Hinojosas Wahlsieg „einen großen Verlust für ein zentrales Prinzip der katholischen Soziallehre – das Recht der Eltern über die Bildung ihrer Kinder“. Das Gutscheinprogramm befreie Eltern aus dem „Würgegriff der Lehrergewerkschaften“, die konsequent gegen Elternrechte in der Bildungspolitik opponierten. Nun sei es an den Republikanern im Senat, diese Rechte zu verteidigen.
© 2026 www.kath.net