
3. Jänner 2005 in Jugend
Die 20-jährige Bianca Lehner aus Oberösterreich war 12 Monate im Rahmen eines Sozialeinsatzes bei den Ärmsten in Mexiko.
KATH.NET: Du hast einen Sozialeinsatz in Mexiko gemacht. Wie bist Du dazu gekommen?
Bianca Lehner: Ich habe mich beim Verein Jugend eine Welt für ein Sozialprojekt beworben. Der Verein wird von den Salesianern Don Boscos betreut. Ich wurde daraufhin nach Tijuana nach Mexiko geschickt. Tijuana ist eine Grenzstadt zu San Diego in den USA. Hier gibt es eine ganz besondere Problematik, wo Arm und Reich aufeinander treffen. Die Salesianer leiten dort sechs Zentren und haben sich zur Aufgabe gemacht, die Kinder und Jugendlichen im Geiste Don Boscos zu erziehen.
KATH.NET: Was hast Du dort konkret gemacht?
Bianca Lehner: Ich habe dort vormittags unterrichtet, unter anderem auch Firmunterricht, und Englischkurse gegeben. Auch die verschiedensten Sommerkurse wie Malerei etcetera durfte ich leiten. Sogar als Fußballspielerin war ich tätig. Es ging darum, Jugendliche zu betreuen und Konfliktsituationen zu lösen. Wir wollten die Menschen rausholen und ihnen helfen. Jeden Sonntag haben wir auch Brot verkauft, um den Ärmsten zu helfen.
KATH.NET: Was ist der Unterschied zwischen Mexiko und Europa?
Bianca Lehner: Die Mexikaner sind sehr offenherzige und großzügige Menschen, die für den Nächsten leben. Nächstenliebe steht an erster Stelle. Generell leben sie das Leben auf der Straße und sind dadurch viel sozialer. Österreicher und Deutsche sind eher Menschen, die eingeschlossen leben. Die Mexikaner haben zwar nicht viel, aber sie teilen alles untereinander.
KATH.NET: Was bedeutet der Glaube für die Mexikaner?
Bianca Lehner: Für die Mexikaner ist der Glaube sehr wichtig. Vor allem die Feste der Muttergottes von Guadalupe locken alle in die Kirchen. Der Glaube ist total im Volk verwurzelt.
KATH.NET: Was hat sich für Dich geändert?
Bianca Lehner: Ich denke, dass ich durch diesen Sozialeinsatz jetzt viel sozialer eingestellt bin und dass ich auch meinen Glauben wieder gefunden habe. Außerdem bin ich ein Weltbürger geworden. Für mich spielt es jetzt keine Rolle mehr, wo ich bin. Es kommt immer darauf an, was du im Herzen mit dir trägst. Ich habe von den Mexikanern sehr viel gelernt, vor allem auch auf der menschlichen Ebene.
KATH.NET: Danke für das Gespräch.
Foto: (c) KATH.NET
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