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Benedikt XVI. besuchte Hagia Sophia und 'Blaue Moschee'

30. November 2006 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Der Papst absolvierte am frühen Abend zwei symbolträchtige Besuche


Istanbul (www.kath.net/rn)
Papst Benedikt XVI. hat am Donnerstag am späten Nachmittag sein Besuchsprogramm in Istanbul fortgesetzt und die berühmte Hagia Sophia und die „Blaue Moschee“ besucht. Der Großmufti von Istanbul, Mustafa Cagrici, lud den Papst am Ende der Besichtigung der Moschee zum Gebet ein.

Benedikt XVI. verharrte einige Augenblicke im stillen Gebet, neben ihm der Großmufti. Über der Moschee und über der Hagia Sophia zogen im Scheinwerferlicht Möwen und Hubschrauber ihre Kreise. Echte Papst-Stimmung kam auf, als vor der „Blauen Moschee“ italienische Fotografen immer wieder „Santo Padre!“ riefen.

Zuvor hatte der Papst sich am Eingang der Moschee seine Schuhe ausgezogen. Der Großmufti schenkte Benedikt zum Abschied eine Kalligraphie; der Papst revanchierte sich mit der Darstellung einer Taube. Kurz nach dem Verlassen der Moschee begann der Muezzin wieder mit seinen Gebetsrufen.

Blaue Moschee

Die Sultan Ahmet Moschee wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts erbaut. Den Namen erhielt sie aufgrund der 21.043 blauen Majolika-Fliesen, welche sie schmücken.

Hagia Sophia

Die Hagia Sophia (altgriechisch „heilige Weisheit“, türkisch „Aya Sofya“) wurde einst als Hauptkirche des byzantinischen Reiches und religiöser Mittelpunkt der Orthodoxie erbaut, später in eine Moschee umgewandelt und ist heute ein Museum („Hagia-Sophia-Moschee-Museum“) in Istanbul.

Konstantin der Große (306-337) ließ die erste Basilika fünfschiffig errichten, sie brannte mehrmals ab und wurde wieder errichtet. 532 legte Justinian den Grundstein für den heutigen Bau und soll bei der Einweihung 537 überwältigt ausgerufen haben:“ Salomon, ich habe dich übertroffen!“ 1573, nach mehreren Erdbeben, wurden die Stützpfeiler durch den Baumeister Sinan verstärkt. Am 29. Mai 1453 wurde Konstantinopel von den osmanischen Türken erobert.

Am späten Nachmittag desselben Tages betrat Fatih Sultan Mehmet die Hagia Sophia, und nach neun Jahrhunderten der orthodoxen Liturgie erklang in den mächtigen Kuppeln zum ersten Mal der Ruf des Muezzins. Noch im selben Jahr wurden den Bau vier Minarette hinzugefügt. Der erste Präsident der türkischen Republik, M.Kemal Atatürk, beschloss 1935, die Moschee in ein Museum umzuwandeln.

Foto: (c) kath.net



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