Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Bischof Heiner Wilmer empfängt Kommunion aus den Händen einer Laiin
  2. Episkopale Arbeitsverweigerung in einem kleinen Video
  3. EWTN-Chefin Maria Montserrat Alvarado wird neue Kommunikationspräfektin
  4. Großbritannien: Blühende Tradi-Franziskaner-Kommunität steht vor der Auflösung
  5. Der synodale Prozess, eine Totgeburt von Anfang an!
  6. Wahrheit ist heilsrelevant
  7. Erbärmlich! Lieber Peter Thiel, die meisten Österreicher sind nicht so!
  8. 'Armutsindustrie' in der Kritik: Statistik misst Ungleichheit, nicht echte Not
  9. Polnische Bischofskonferenz bejaht in Positionspapier die Ehe nur „zwischen Mann und Frau“
  10. Ritus, Zeichen und Symbol: Der Weg zum Mysterium
  11. Kardinal Kasper warnt deutsche Kirche vor Arroganz: „Beste Methode, sich unbeliebt zu machen“
  12. Papst an Pfadfinder: „Ihr verbindet auf kluge Weise das Buch der Natur mit dem Wort Gottes“
  13. Weltweiter Rosenkranz für den Frieden am 30. Mai mit Papst Leo XIV. – Übertragung aus dem Vatikan
  14. Schönborn: Glaube braucht Tradition und kirchliche Einheit
  15. RTL-Journalistin Liv von Boetticher: „Habe die Bundespolizei zwei Nächte lang auf Streife begleitet“

Tony Blair: 'Die Stimme des Glaubens darf nicht fehlen'

19. September 2009 in Interview, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der ehemalige britische Premierminister über seine Konversion, die Kirche, politische Herausforderungen und Vaterschaft.


London (kath.net/Zenit) Religion spielt eine zentrale und einzigartige Rolle in der Gesellschaft und in ihrer Entwicklung, meinte der frühere britische Premierminister Tony Blair im Interview mit dem Osservatore Romano.

Blair ging in dem Gespräch ausführlich auf seine Konversion zum katholischen Glauben ein. „Meine spirituelle Reise begann, als ich anfing, mit meiner Ehefrau die Messe zu besuchen", so Blair. „Damals beschlossen wir, unsere Kinder katholisch taufen zu lassen. Es war eine Reise, die 25 Jahre dauerte, oder vielleicht sogar länger. Mit der Zeit schien mir die katholische Heimat emotional, intellektuell und rational die Richtige zu sein."

Nachdem Blair seine Tätigkeit als Premierminister beendet hatte, sei sein Übertritt zur katholischen Kirche das gewesen, „was ich wirklich tun wollte".

Die Religion habe ihn auch seiner Frau näher gebracht. „Es war sehr interessant zu entdecken, dass meine künftige Ehefrau sehr aktiv in katholischen Studentenorganisationen und anderen Jugendorganisationen war. Für junge Menschen von 23 oder 24 Jahren - in dem Alter lernten wir uns kennen - war es eher unüblich, ein gemeinsames Interesse für Religion zu entdecken."

Blair bekräftigte, dass ihm zusätzlich zum Einfluss seiner Frau auch eine Begegnung mit Papst Johannes Paul II. half. Er besuchte eine Messe, die der Heilige Vater in seiner Privatkapelle feierte. „Es ist noch immer eine sehr lebendige Erinnerung, eine Episode, die mich sehr beeindruckte. Es ist zwar wahrscheinlich, dass ich auch sonst zu meiner Konversion gefunden hätte, aber ohne Zweifel war es eine wichtige Etappe, die meine Entscheidung grundlegend bestärkte."


Am meisten anziehend an der katholischen Kirche findet Tony Blair „ihre universale Natur. Als Katholik kann man irgendwohin in der Welt gehen und die Messe besuchen. Ich war in der Messe in Kigali, Beijing, Singapur ... Die Tatsache, dass man überall in Gemeinschaft mit anderen ist, ist wirklich beeindruckend. Die Weltkirche ist ein wichtiges Modell für eine globale Institution."

Der britische Politiker widmet sich heute der „Tony Blair Faith Foundation" für interreligiösen Dialog, die in Afrika und im Nahen Osten besonders aktiv ist. Auf die Frage, ob es dabei von Vorteil sei, ein Katholik zu sein, meinte Tony Blair: „Ehrlich gesagt hielt ich es nie für ein Problem. Nie. Im Gegenteil, ich denke, dass in der modernen Welt der Glaube die Fähigkeit erhöht, zu Personen mit anderen Glaubensüberzeugen in Beziehung zu treten.

Es ist wahr, dass manchmal das Gegenteil passiert ... Jedoch angesichts der Einflüsse der Säkularisierung, die den Glauben einem scharfen und aggressiven Angriff aussetzen, werden Menschen unterschiedlichen Glaubens Verbündete."

Blair lobte auch die Enzyklika Caritas in veritate von Benedikt XVI., die er „las und wieder las". Beeindruckt zeigte er sich etwa über die Bekräftigung des Papstes, dass „die christliche Religion und andere Religionen nur dann einen Beitrag zur Entwicklung leisten können, wenn Gott Platz im öffentlichen Raum bekommt". Und: „Persönlich stimme ich völlig mit dem überein, was der Papst in der Enzyklika schreibt."

Blair hob hervor: „Der Punkt ist, dass der Glaube jedes Recht hat, in den öffentlichen Bereich einzutreten und zu sprechen. Er darf nicht still sein. Die Stimme des Glaubens darf bei öffentlichen Debatten nicht fehlen." Auf die Anmerkung, dass es sehr schwierig sein werde, die vom Papst in der Enzyklika geforderte Politik durchzusetzen, antwortete Blair: „Die Menschen missverstehen oft Politik. Politik ist ein Zusammenspiel von Idealismus und Realismus. Generell ist sie nicht der Triumph des einen über das andere."

Freilich könne die Kirche auch die Politik unterstützen: „Als wir 2005 beschlossen, die Armut in Afrika in das Zentrum des G-8-Gipfeltreffens in Gleneagles zu stellen, wurde das von der katholischen Kirche und von Johannes Paul II. sehr unterstützt. Und das war entscheidend." Denn: „Die Tatsache, dass Gespräche darüber stattfinden und die Position stark von der katholischen Kirche unterstützt wird, kann in der Tat dem Politiker helfen, die richtige Entscheidung zu fällen. Es ist wahr, es beseitigt nicht das Problem, aber es hilft. ...

Als ich [den Briten] erzählte, dass wir unsere Hilfe für Afrika maßgeblich erhöhen, wurde mir viel dadurch geholfen, dass die Kirche öffentlich sagte, dass es die richtige Entscheidung sei, dass es etwas moralisch Gutes sei."

Schließlich sprach der Osservatore Romano mit Blair noch über seine persönlichen Erfahrungen als Vater. Die Rolle des Vaters, so Blair, müsse „mit Verantwortung und ohne Arroganz" übernommen werden. „Egal für wie gut oder intelligent ich mich hielt, ich fand es immer sehr schwierig, Vater zu sein. Und ich denke noch immer so."

Blair bekräftigte, dass Väter „entscheidende" Personen in der Familie seien, „unentbehrlich" für das Wachstum und die Bildung der Kinder. „In mancherlei Hinsicht wird die Idee der Familie wieder entdeckt." Auch hier hätten „religiöse Gemeinschaften eine Rolle zu spielen.

Es ist wahr: Familien haben ihre Probleme, sie zerbrechen - was, wie ich fürchte, weiterhin passieren wird. Allerdings war ich immer der Auffassung, dass die Hinweise der Kirche für familiäre Angelegenheiten nützlich sind."

Eine funktionierende Ehe verlange Aufwand und Vaterschaft, betonte Blair. „Aber ich denke wirklich, dass es im Hinblick auf die großen Veränderungen, die auch im sozialen Bereich stattfinden, notwendig ist wiederzuentdecken, dass Vaterschaft eine Verantwortung und eine Notwendigkeit ist."


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Prominente

  1. Gary Cooper – ein ‚Poet des Wirklichen‘
  2. Sängerin Nina Hagen bereut ihre Abtreibungen
  3. Action-Legende Chuck Norris mit 86 Jahren verstorben
  4. Schauspielerin Christina Applegate nennt Abtreibung ‚Mord‘ und ‚mein Kind töten‘
  5. Patrick Schwarzenegger: Ich bete jeden Tag mit meiner Frau
  6. Aus Rücksicht auf Familie – Schauspielerin Melissa Joan Hart verzichtete auf Fotos für den Playboy
  7. Viel Lob für familienfreundliche Dankesrede von Kieran Culkin bei der Oscar-Verleihung
  8. 'Ich habe jeden Tag den Rosenkranz mit meiner Oma gebetet'
  9. James Earl Jones gestorben – Die Stimme von Darth Vader war katholisch
  10. Sylvester Stallone: Ich lebe nur weil die Abtreibungsversuche nicht funktioniert haben






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG noch bis 22. JUNI!
  2. Episkopale Arbeitsverweigerung in einem kleinen Video
  3. Bischof Heiner Wilmer empfängt Kommunion aus den Händen einer Laiin
  4. Weltweiter Rosenkranz für den Frieden am 30. Mai mit Papst Leo XIV. – Übertragung aus dem Vatikan
  5. Der synodale Prozess, eine Totgeburt von Anfang an!
  6. Großbritannien: Blühende Tradi-Franziskaner-Kommunität steht vor der Auflösung
  7. Er starb, weil er die Ehe verteidigte
  8. EWTN-Chefin Maria Montserrat Alvarado wird neue Kommunikationspräfektin
  9. Martin Mosebach: ‚Die Nichtnagetiere betreten das sinkende Schiff‘
  10. Kardinal Kasper warnt deutsche Kirche vor Arroganz: „Beste Methode, sich unbeliebt zu machen“
  11. RTL-Journalistin Liv von Boetticher: „Habe die Bundespolizei zwei Nächte lang auf Streife begleitet“
  12. Abtreibung mit Holocaust verglichen? Geistlicher vom Religionsunterricht freigestellt
  13. Erbärmlich! Lieber Peter Thiel, die meisten Österreicher sind nicht so!
  14. Das brennende Herz des heiligen Philipp Neri: Ein wissenschaftlich dokumentiertes Pfingstwunder
  15. Rekordbeteiligung bei traditioneller Wallfahrt nach Chartres - Mehr als 20.000 Teilnehmer

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz