12 Juli 2010, 12:39
Wenn die katholische Basis für Papst Benedikt auf die Straße geht
 
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Ein Kath.Net-Bericht von Michael Hesemann von der Deutschland-Pro-Papa-Veranstaltung in Köln

Köln (kath.net)
Es begann mit einer simplen Idee. Sabine Beschmann, 41, bekennender Papst-Fan aus Ludwigsburg, sah am 16. Mai 2010 die Bilder von der großen Solidaritätskundgebung für Papst Benedikt auf dem Petersplatz, zu der 200.000 Italiener gekommen waren. „Das müsste es auch in Deutschland geben“, dachte sich die begeisterte Frau Beschmann, um gleich bei der Deutschen Bischofskonferenz nachzufragen, ob Ähnliches geplant sei. Die Antwort war negativ; man würde auf genügend anderen Wegen die innere Einheit mit dem Heiligen Vater bekunden. Vielleicht hatte man auch einfach Angst vor der Blamage; denn Zahlen wie im streng katholischen Italien, zudem verbunden mit einer Reise nach Rom und der tatsächlichen Begegnung mit Benedikt XVI., waren hierzulande schwer vorstellbar.

Doch gerade weil in jüngster Zeit so viel von „Kirche von unten“, der „Einbeziehung der Laien“ und einer stärkeren Rolle der Frau in der Kirche die Rede war (und sie sich in ihrer Begeisterung ungern bremsen lässt), ergriff Sabine Beschmann selbst die Initiative. Zunächst nutzte sie die Internet-Plattform „Facebook“, um auf Gleichgesinnte zu stoßen. Dann, vielleicht ein wenig überrascht von der ausschließlich positiven Reaktion, nahm die Sache Gestalt an. Neben der Facebook-Seite kam eine website hinzu, eine Kölner Druckerei erklärte sich bereit, kostenlose Flyer zu drucken und auch in Kirchenkreisen, zumindest in Köln und München, fand sie bald offene Ohren. So wurde in nur zwei Monaten aus einer spontanen Idee ein veritables Projekt, das gleichermaßen die Kreativität der Laien und die Kraft des Mediums Internet bezeugt: Am 11. Juli 2010 sollten in zwei deutschen Bischofsstädten, Köln und München, öffentliche Kundgebungen unter dem Motto „Deutschland pro Papa“ stattfinden. Kirchliche Medien berichteten, mal positiv (wie kath.net und die Tagespost), mal skeptisch (wie Domradio und kna), und machten dadurch das Event bekannt. Ganze Pfarrgemeinden meldeten sich an, kirchliche Jugendgruppen, private Freundeskreise – insgesamt rund 12.000 Personen. Das war zwar von „italienischen Verhältnissen“ noch weit entfernt, aber Deutschland hat auch nur halb so viele Katholiken, in Italien ging die Initiative von der Bischofskonferenz aus und weder Köln noch München lassen sich mit Rom vergleichen.

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So fanden sich am Mittag des 11. Juli trotz Hitzewelle und schwerer Gewitter in der Nacht zuvor, die im ganzen Rheinland für subtropische Verhältnisse sorgten, immerhin fast 5000 Christen im bis auf den letzten Sitzplatz vollgepackten Kölner Dom ein, um am Pontifikalhochamt von „Deutschland pro Papa“ teilzunehmen. Sie waren aus Hamburg und Heidelberg, aus Stuttgart und dem Wallfahrtsort Heede im Emsland gekommen, und natürlich aus dem ganzen Erzbistum. Die Predigt hielt Weihbischof Dr. Klaus Dick, ein persönlicher Freund des Papstes, der theologisch brillant den Begriff „Kirche“ definierte: „Das Konzil hat Kirche als das Volk Gottes beschrieben. Das ist ein schönes Bild, doch es kann auch zu Missverständnissen führen, wenn man in politischen Begriffen denkt. Die Kirche ist eine mystische Einheit, die auf dem Felsen Petri ruht.“ Vierzehn konzelebrierende Priester vermittelten ein Bild von dieser Einheit und Brüderlichkeit.

Anschließend lud „Deutschland pro Papa“ zur Kundgebung auf dem Roncalliplatz, wo fünf Jahre zuvor Papst Benedikt XVI. anlässlich des Weltjugendtages zu den Kölnern gesprochen hatte. Leider floh gut die Hälfte der Dombesucher vor der nahezu unerträglich drückenden Mittagshitze; andere suchten im Schatten des angrenzenden Museumskomplexes Schatten. Gekonnt moderiert wurde das anderthalbstündige Programm von EWTN-Geschäftsführer Martin Rothweiler. Ihn und die rund 2500 verbliebenen Besucher der Kundgebung überraschte Bischof Dr. Koch zunächst einmal mit einer Grußbotschaft aus Castelgandolfo. Dort, beim Angelus-Gebet, hatte Benedikt XVI. ihnen für dieses „Zeichen ihrer Sympathie und Treue zum Nachfolger des heiligen Petrus“ ausdrücklich gedankt.





Dass Glaube, speziell der rheinisch-katholische, eine heitere Sache ist, das vermittelte Diakon Willibert Pauels , der als Büttenredner „de Bergische Jong“ im Kölner Raum Kultstatus genießt. „Ich verehre unsern Papst aus tiefstem Herzen“, gestand er, „niemals zuvor hat ein Mensch mit solch tiefer poetischer Frömmigkeit meine Seele berührt. Und wahrscheinlich wird man erst nach dem Tod dieses Papstes erkennen, dass er ein ganz Großer war.“ Tosender Applaus!

Der Autor Michael Hesemann, einer der ersten Unterstützer von „Deutschland pro Papa“, erinnerte an die Papstbegeisterung und das Gemeinschaftsgefühl auf dem Weltjugendtag. „Wir Christen müssen unsere Einheit wiederfinden, denn sie ist unsere Stärke. Und deshalb sollten wir all dem widerstehen, was dieser Einheit im Wege steht. Denn Gott vereint – nur der, der gegen Gott ist, spaltet.“ So rief er am Festtag des hl. Benedikt von Nursia dazu auf, „unser christliches Europa wiederzuentdecken ... die Werte, auf denen unsere Kultur aufgebaut (ist): Gemeinsam, als Familie, als Kirche, mit dem Heiligen Vater und mit unseren Bischöfen und Priestern. Wir brauchen keine Rebellen, wir brauchen keine Reformen, die nur verwässern, woran wir glauben und was wir lieben: Unsere heilige römisch-katholische Kirche in Gemeinschaft und in treuer Verbundenheit mit unserem Papst“ – und erntete gleich mehrfach heftigen Beifall.





Gebete, Zitate des Papstes, vorgetragen von Bernhard Luthe, ein Dudelsackkonzert, ein Namenstagsständchen für Papst Benedikt und immer wieder das Mottolied des Weltjugendtages, „Jesus Christ, you are my life“, wunderbar vorgetragen vom Jungen Chor St. Walburga in Overath, rundeten das Programm ab.

Am Ende waren noch gut 2000 Teilnehmer mit liebevoll gemalten Fahnen, Transparenten und den seit der WM unvermeidlichen Vuvuzelas auf dem Platz – und ermutigten die Veranstalter, über eine Fortsetzung nachzudenken.

Weitere Fotos von der Veranstaltung in Köln auf KathTube

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Foto: (c) kath.net/Michael HESEMANN







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