08 Dezember 2011, 07:41
Partei Bibeltreuer Christen: Spitzenleute werfen das Handtuch
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Politik'
Nach 22 Jahren verlässt der Gründer und Ehrenvorsitzende die Kleinpartei

Landau/Dresden (kath.net/idea) Die Partei Bibeltreuer Christen (PBC) verliert weiteres Spitzenpersonal. Schon im Frühjahr war Generalsekretär Heiko Evermann (Hamburg) zurückgetreten, weil er die Partei für „nicht reformierbar“ hielt, jetzt folgen der Gründer und Ehrenvorsitzende, Gerhard Heinzmann (Landau/Pfalz), der Vorsitzende des baden-württembergischen Landesverbands, Markus Grammel (Schwäbisch Gmünd), und dessen Stellvertreter Christian Schwarz (Breisach).

Werbung
christenverfolgung


Der pfingstkirchliche Pastor Heinzmann, der von 1989 an 16 Jahre Parteichef war, begründete seinen Schritt gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea mit einer Kursänderung der PBC. Ursprünglich sei ihr Ziel gewesen, in der Politik ein klares Bekenntnis für den christlichen Glauben abzulegen. Das Wort Gottes sollte als Richtschnur für Lebensschutz-, Familien- und Jugendpolitik gelten. Außerdem habe Solidarität mit Israel einen hohen Stellenwert gehabt.

In den vergangenen Jahren habe die Partei aber weniger die biblischen Werte betont und stattdessen mehr Wert auf allgemeine gesellschaftliche Themen gelegt. In den Gremien sei endlos über den Kurs diskutiert worden. Die Richtungskämpfe hätten 2008 zur Gründung der Partei „Arbeit, Umwelt und Familie – Christen für Deutschland“ (AUF) geführt. Durch die Zersplitterung habe der Einfluss politisch wacher Christen weiter abgenommen. Bei der Bundestagswahl 2009, bei der AUF-Partei nicht antrat, erhielt die PBC 0,1 Prozent der Zweitstimmen. Der 71-jährige Heinzmann will sich verstärkt seiner Missionsarbeit unter Zigeunern in Deutschland, Rumänien und Indien widmen.

Parteivorsitzender: Unterschiedliche Ansichten über Modernisierung

Der PBC-Bundesvorsitzende, Ole Steffes (Dresden), bedauerte die Rücktritte. Sie spiegelten unterschiedliche Ansichten über die Modernisierung der Partei wieder. Während es Evermann nicht schnell genug gehen konnte, ging es anderen zu langsam, sagte Steffes gegenüber idea. Heinzmann bevorzuge eine offensive Verwendung von Bibelsprüchen in der Wahlwerbung. Zwar sei auch der Bundesvorstand der Ansicht, dass Gottes Wort nicht leer zurückkomme: „Fakt ist aber auch, dass Gottes Wort bisher nicht in Form von Wählerstimmen zurückgekommen ist“, so der Parteivorsitzende.

Möglicherweise erscheine manchen der PBC-Auftritt nicht mehr so missionarisch wie früher. Es gebe aber keinen Anlass anzunehmen, „dass die PBC plötzlich vom Glauben abgekommen ist“.

Der Vorstand hält auch eine Zusammenarbeit mit der AUF-Partei für denkbar. Im Parteiorgan „Salz und Licht“ schlägt der stellvertretende Vorsitzende Klaus-Dieter Schlottmann (Gifhorn) ein Parteienbündnis unter dem Namen „AUF & PBC - Christen für Deutschland“ vor. Das wäre aus seiner Sicht ein positives Signal an eine hektische und zerrissene Gesellschaft. Die seit 1989 bestehende PBC hat rund 3.700 Mitglieder, die AUF-Partei 450.

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!











Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

Einsiedler Abt Urban Federer meint: „Schwul und zölibatär ist okay“ (60)

„Der Schutz des Lebens hat für die CDU überragende Bedeutung“ (49)

Der Traum alter Männer (46)

Causa 'Alois Schwarz' - Rom untersagt Pressekonferenz der Diözese Gurk (36)

„Deutsche Bischöfe überschritten klar ihre lehramtliche Kompetenz“ (31)

R. I. P. Robert Spaemann (31)

NEU! - kath.net-WhatsApp-Newsletter - NEWS und MISSION (26)

Das wäre der Dschungel... (24)

Weihbischof Michael Gerber wird neuer Bischof von Fulda (23)

Zollitsch-Satz ist „sehr katholisch“ (23)

Argentinien: Erzbischof spricht von „einer Art klerikaler Homolobby“ (20)

Die Todesengel von links (19)

Bistum Münster schaltet Staatsanwaltschaft ein (16)

Polen und Ungarn blockieren erfolgreich die „LGBTIQ-Rechte“ in der EU (14)

Wien: Solidaritätskundgebung für weltweit verfolgte Christen (13)