Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  2. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  3. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  4. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  5. Voll in die Falle getappt
  6. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  7. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  8. Die große Täuschung
  9. George Orwell wohnt in Brüssel, aber nicht nur dort!
  10. Kinderschutz oder Staatskontrolle? Das Dilemma der Social-Media-Verbote
  11. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  12. Fatales Gerichtsurteil in Deutschland: Chefarzt siegt gegen katholisches Klinik-Verbot
  13. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  14. Vatikan: Neue Statuten für die Marienforschung
  15. Deutsches Formular für Geburtenanzeige: Welches Geschlecht hat die Mutter?

Kardinal Carlo Maria Martini ist verstorben

31. August 2012 in Aktuelles, 50 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der frühere Erzbischof von Mailand ist am heutigen Nachmittag zum Haus des Vaters gegangen


Mailand (kath.net) Der emeritierte Erzbischof von Mailand, Carlo Maria Kardinal Martini (85), ist gestorben. Nachdem er am Donnerstag, 30. August, an massiven Hustattacken und Atemnot gelitten und das Bewusstsein verloren hatte, verschlechterte sich sein Gesundheitszustand zunehmend. Der an der Parkinson-Krankheit leidende Martini hatte jegliche Form von aggressiven lebenserhaltenden Therapien im Endstadium abgelehnt. Nach seiner letzten Krise, die Mitte August begonnen hatte, war es dem Kardinal nicht mehr möglich gewesen, feste oder flüssige Nahrung zu sich zu nehmen.

Der 1927 in Turin geborene Carlo Maria Martini trat mit 17 Jahren bei den Jesuiten ein. Nach dem Studium der Philosophie in Gallarate und der Theologie in Chieri wurde er 1952 von Maurilio Kardinal Fossati zum Priester geweiht. 1958 promovierte er an der Päpstlichen Universität Gregoriana sowie nach Lehrtätigkeit als Dozent in Chieri am Päpstlichen Bibelinstitut. 1962 wurde er Professor für Textkritik am Päpstlichen Bibelinstitut, 1969 wurde er der Rektor des Instituts, bis er 1978 zum Rector magnificus der Gregoriana berufen wurde. Er war das einzige katholische Mitglied des ökumenischen Komitees, welches das Novum Testamentum Graece, einer wissenschaftlich verantworteten griechischen Ausgabe des Neuen Testaments, herausgab. Außerdem war er Autor von vielen Artikeln und von über 40 Büchern sowohl zu wissenschaftlichen wie auch zu spirituellen Themen.


Papst Johannes Paul II. ernannte und weihte Martini 1979 zum Erzbischof von Mailand, 1983 erhob er ihn zum Kardinal. Mit Erreichen der Altersgrenze emeritierte Martini im Jahr 2002 und lebte bis 2008 zeitweise auch in Jerusalem, wo er sich der biblischen Forschung widmete. Die Krankheit zwang ihn im Jahr 2008, wieder ganz nach Italien zurückzukehren, seine letzten Lebensjahre waren von der Parkinson-Erkrankung deutlich mitgeprägt.

Im Jahr 2005 war Martini Teilnehmer am Konklave und galt als papabile, gerade auch liberalere Katholiken hegten dementsprechende Hoffnungen und sahen in ihm einen direkten Gegenkandidaten zu Kardinal Ratzinger. Doch allein schon seine damals bereits bekannte Erkrankung sprach gegen ihn.

Der Kardinal war Mitglied mehrerer Institutionen der Kurie: Kongregation für die orientalischen Kirchen; Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens; Kongregation für das Katholische Bildungswesen; Päpstliche Kommission für die Kulturgüter der Kirche. Außerdem war er 1987-1993 der Präsident der Europäischen Bischofskonferenz und ab dem Jahr 2000 Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften.

Nicht alle inhaltlichen Positionen Martinis blieben unumstritten. Er setzte sich beispielsweise für häufigere Konzilien ein und für eine stärkere Betonung der Mitbestimmung der Bischöfe in der Leitung der Weltkirche. In einem jüngst erschienenen Buch befürwortete Martini eine staatliche Anerkennung homosexueller Paare. Eine Presseäußerung seinerseits, dass der Zölibat überdacht werden solle, dementierte er. Auch an seiner Einschätzung der Situation wiederverheirateter Geschiedener in der Kirche gab es Kritik, und seine Distanzierung von ‚Humanae vitae‘ fand keineswegs ungeteilten Beifall. Andererseits plädierte Martini auch für eine Wiederbelebung des Bußsakraments und betonte den Wert katholischer Schulen.

kathTube-Kurzvideo: Cardinal Carlo Maria Martini passes away at age of 85 (Rome Reports)




Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kardinäle

  1. Kardinal Zen: Papst Leo „ist wahrlich eine Leitungspersönlichkeit, die zuhören kann!“
  2. Vertrauliche Vorlagen des vatikanischen Konsistoriums sind aufgetaucht
  3. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  4. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  5. Papst Leo eröffnet das Konsistorium: „Einheit zieht an, Spaltung zerstreut“
  6. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  7. Papst Leo empfängt chinakritischen Kardinal Zen aus Hongkong
  8. „Synoden sind gute, nützliche Instrumente zur Entwicklung praktischer pastoraler Strategien, aber…“
  9. Wenn der Papst die Kardinäle ruft
  10. Papst Leo würdigt Duka: "im Glauben gestählter und unerschrockener Verkünder des Evangeliums"






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  4. Voll in die Falle getappt
  5. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  6. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  7. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  8. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  9. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  10. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  11. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  12. Die große Täuschung
  13. Niederösterreich: Pfarrer während Messfeier verstorben
  14. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  15. Die Kirche – nicht nur – im deutschsprachigen Raum: «the big picture»

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz