14 März 2013, 18:26
'Wer nicht zum Herrn betet, betet den Teufel an'
 
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Erste Predigt für die Kardinäle in der sixtinischen Kapelle: Kirche ist ohne Verkündigung Christi "nur noch eine fromme NGO" - "Wenn man sich nicht zu Jesus Christus bekennt, bekennt man sich zur Weltlichkeit des Teufels, zur Weltlichkeit des Dämons"

Vatikanstadt (kath.net/KAP) Einen Tag nach seiner Wahl zum Papst hat Franziskus gemeinsam mit den Kardinälen seine erste Messe gefeiert. In der Sixtinischen Kapelle, in der an den beiden Vortagen das Konklave stattgefunden hatte, versammelte er sich am Donnerstagnachmittag mit den 114 Wählmännern zum Gottesdienst "pro ecclesia" (für die Kirche). Der neue Papst schritt am Ende einer Prozession, in der Hand die Ferula, den Kreuzesstab, den auch sein Vorgänger benutzt hatte. Er trug eine ähnliche Bischofsmitra wie die Kardinäle, allerdings mit einem aufgestickten Kreuz.

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Seine erste Predigt als Papst hielt Franziskus auf Italienisch - ohne Manuskript, auffallend leise und im Stehen. Er forderte darin die Kardinäle auf, mutig das Kreuz Christi auf dem Weg durch die Welt und die Zeit zu tragen und es zu bezeugen. Die Kirche müsse diesen Weg gehen, ohne stehen zu bleiben, sie müsse aufbauen und Christus bekennen. "Wenn wir ohne das Kreuz gehen und bauen, sind wir zwar Bischöfe, Priester, Kardinäle oder Päpste, doch keine Jünger des Herrn", hob der Papst in seiner siebenminütigen Predigt hervor. Das Kreuz müsse stets im Mittelpunkt des christlichen Lebens stehen, "ansonsten sind wir verweltlicht". Ohne die Verkündigung Christi werde die Kirche zu einer "frommen NGO statt zur Braut Christi". Wörtlich sagte der Papst: "Wenn man sich nicht zu Jesus Christus bekennt – da fällt mir der Satz von Leon Bloy ein: „Wer nicht zum Herrn betet, betet den Teufel an“. Wenn man sich nicht zu Jesus Christus bekennt, bekennt man sich zur Weltlichkeit des Teufels, zur Weltlichkeit des Dämons."

In den Fürbitten beteten die versammelten Kardinäle für den neuen Papst Franziskus sowie für seinen Vorgänger Benedikt XVI. Des weiteren für die politischen Verantwortungsträger, aber auch für die Leidenden und Verzweifelten.

Mit dem Papst konzelebrierte an einem vor Michelangelos Jüngstem Gericht aufgestellten Altar die Kardinäle Giovanni Battista Re und Tarcisio Bertone. Re hatte als ältester Kardinal-Bischof das Konklave geleitet, Bertone war Camerlengo der Kirche während der Sesidvakanz.

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Die komplette Predigt:




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