Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-10

meist-kommentiert

  1. Kardinal Koch möchte Versöhnung von Alter und Neuer Messe
  2. Der grosse Betrug
  3. kfd: Maiandacht mit der Pachamama
  4. "Pfingstbotschaft" von Bätzing: Segnet Schwule!
  5. Corona-Ausbruch in Frankfurter Baptistengemeinde
  6. Papst Franziskus in Geldnot!
  7. Berlin: Muslime beten erstmals in evangelischer Kirche
  8. Österreichische Bischöfe bitten im Corona-Hirtenwort um Entschuldigung
  9. Schwaderlapp: Forumsmehrheit ist auf Treibsand gebaut
  10. Liturgieprofessoren schlagen Benediktion Homosexueller vor

Auf CD: Der letzte Überlebende des Priesterblocks im KZ Dachau erzählt

11. Juli 2013 in Chronik, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Im Gespräch mit Michael Ragg erzählt der Päpstliche Ehrenprälat Hermann Scheipers, von seinem leidvollen Widerstand gegen den Nationalsozialismus und später, als Priester im Bistum Dresden-Meißen, gegen das DDR-Regime


München (kath.net/KIN) Zum 100. Geburtstag des letzten Überlebenden aus dem Priesterblock des KZ Dachau, Hermann Scheipers, gibt das katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ unentgeltlich eine Interview-CD mit dem heute im Münsterland lebenden Priester heraus. Der am 24. Juli 1913 geborene Scheipers war 1941 von den Nazis ins Konzentrationslager Dachau geschickt worden und entkam dort mehrmals nur knapp dem Tod. 1944 gelang ihm auf dem sogenannten „Todesmarsch“ der Dachauer KZ-Häftlinge in der Nähe von Starnberg die Flucht.

Im Gespräch mit Michael Ragg erzählt Scheipers, der vom Vatikan mit dem Titel „Päpstlicher Ehrenprälat“ ausgezeichnet wurde, von seinem leidvollen Widerstand gegen den Nationalsozialismus und später, als Priester im Bistum Dresden-Meißen, gegen das DDR-Regime.

Auf die Frage, ob die Kirche in Deutschland während der Nazi-Zeit zu wenig Stellung bezogen habe, antwortet Scheipers: „Niemand in Deutschland, in diesem Land der Dichter und Denker, hat den Nationalsozialismus derart mit allen Mitteln bekämpft wie die katholische Kirche.“ Die oft kritisierte Zögerlichkeit mancher Bischöfe erkläre er sich damit, dass eine gewisse Ratlosigkeit im Klerus geherrscht habe, wie mit den Nazis umgegangen werden sollte. „Eine solche Diktatur hatte es vorher noch nie gegeben“, erklärte Scheipers. „Nie zuvor war Deutschland von Verbrechern regiert worden.“ Daher hätten sich die Bischöfe aufgeteilt in jene, die die Nazis öffentlich angriffen, wie zum Beispiel „der Löwe von Münster“, Clemens August Kardinal Graf von Galen, oder der Rottenburg-Stuttgarter Bischof Joannes Baptista Sproll, und in jene, die lediglich „auf dem Dienstweg“ ihr Glück versuchten wie Adolf Kardinal Bertram von Breslau.

Scheipers wehrt sich im Interview gegen das Klischee, die „Trennlinie zwischen Gut und Böse“ sei nur zwischen den Wachen der SS und den Gefangenen verlaufen. „Obwohl die Mehrzahl Sadisten und Schläger waren, gab es auch gute Menschen in der SS, die vielleicht durch Zwang rekrutiert worden waren und uns nicht gequält haben“, erzählt Scheipers. Erschreckend sei für ihn gewesen, dass sogenannte „Funktionshäftlinge“, wie zum Beispiel „Stubenälteste“ oder „Vorarbeiter“, ihre Mithäftlinge misshandelt haben. „Diese ‚Funktionshäftlinge‘ sind für die meisten umgekommenen Priester in Dachau verantwortlich“, sagt Scheipers. „Vor allem die Kommunisten unter den Häftlingen hatten ihre Freude daran, auf einen ‚Pfaffen‘ loszuschlagen“, erinnert er sich. Insgesamt seien in Dachau 2720 Geistliche inhaftiert gewesen. Davon seien 1034 umgekommen, 136 von ihnen wurden in die Tötungsanstalt Hartheim nahe Linz transportiert und dort vergast.

Scheipers selbst ist nach eigener Aussage diesem Schicksal nur knapp entronnen. „Eines Morgens war ich beim Appell um 5 Uhr früh zusammengebrochen und vom Arzt als ‚nicht arbeitsfähig‘ eingestuft worden“, erzählt er. „Das brachte mich in den sogenannten ‚Invalidenblock‘ und auf die Liste der Todeskandidaten.“ Durch eine verschlüsselte Nachricht sei es ihm aber gelungen, seine Schwester über seine verzweifelte Lage zu informieren. Diese habe dann nachdrücklich beim Reichssicherheitshauptamt in Berlin vorgesprochen. „Meine Schwester behauptete dort gegenüber Himmlers Beamten, dass im Münsterland erzählt werde, in Deutschland würden Priester vergast. Das hat die Nazis alarmiert“, berichtet Scheipers. „Denn diese geheime Mordaktion sollte geheim bleiben, und so wurde befohlen, alle Geistlichen aus dem ‚Invalidenblock‘ zu entlassen.“ Damit habe seine Schwester nicht nur ihm, sondern vielen weiteren Geistlichen das Leben gerettet.

Die Interviewsendung „Der Priesterblock im KZ Dachau“ mit dem Päpstlichen Ehrenprälaten Hermann Scheipers kann unentgeltlich auf Audio-CD bei „Kirche in Not“ in München bestellt werden.

Online unter: www.kirche-in-not.de/shop

Oder bei:

Kirche in Not
Lorenzonistr. 62
81545 München
Telefon: 089 / 64 24 888 0
E-Mail: [email protected]

www.kirche-in-not.de

Foto Prälat Herman Scheipers: © Bistum Dresden-Meißen


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Speckpater 11. Juli 2013 

Birgit Kaiser

Lesungen aus diesem Buch sowie ein Interview mit Frau Kaiser kann man hier hören: http://www.kirche-in-not.de/app/mediathek/search?sSearchQuery=Birgit+&sScope=

www.kirche-in-not.de/app/mediathek/search?sSearchQuery=Birgit+&sScope=


0

0
 
 rowantree 11. Juli 2013 
 

... oder lesen Sie...

... das 2011 im Sankt Ulrich Verlag Augsburg erschienene Buch von Birgit Kaiser: "Christus um KZ", worin sich u.a. ein ausführliches Portrait von Prälat Scheipers befindet, das dieser noch persönlich gegengelesen hat. Die oben geschilderte Begebenheit im RSHA ist dort sehr lebendig geschildert!!


1

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche in Not

  1. Pakistan: Erneut 14-jährige Christin entführt
  2. Kuba: Ricardos Traum. In Havanna entsteht eine dem hl. Johannes Paul II. geweihte Kirche
  3. Ein Leben für die Kirche in Not
  4. Johannes Paul II: „Eiliger Vater“, Mann des Gebets
  5. Neuer Glaubens-Kompass über Johannes Paul II.
  6. Mosambik: Massaker an Jugendlichen und Angriffe auf Kirchen 
  7. Mutiger Einsatz in den Kernländern des Islam
  8. Mutiger Einsatz in den Kernländern des Islam
  9. „Kirche in Not“ initiiert Gebetskette um die Welt
  10. Indien: „Liebe in Aktion“ während der Pandemie








Top-10

meist-gelesen

  1. Bistum Trier: Klobürsten-Segen durch Pfarrer Leick
  2. Kardinal Müller warnt vor Unterdrückung der katholischen Kirche
  3. kfd: Maiandacht mit der Pachamama
  4. Papst Franziskus in Geldnot!
  5. Vom Lehramt längst beantwortet
  6. Liturgieprofessoren schlagen Benediktion Homosexueller vor
  7. Der grosse Betrug
  8. Berlin: Muslime beten erstmals in evangelischer Kirche
  9. Corona-Krise ist für George Soros die Krise seines Lebens
  10. Türkischer Botschafter in Wien: Weihnachten ist egoistisch

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz