25 Juli 2013, 23:41
Vom Corcovado aus umarmt und segnet uns Christus der Erlöser
 
Hildegard13
 
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Papst Franziskus bei Begrüßungsfest: Heute bin ich gekommen, um euch in diesem Glauben zu bestärken, dem Glauben an den lebenden Christus, der in euch wohnt - Eine Million Jugendliche bereiteten ihm begeisterten Empfang - Papstrede im Wortlaut

Rio (kath.net) Etwa eine Million Jugendliche bereiteten Papst Franziskus einen begeisterten und jubelnden Empfang beim Begrüßungsfest an der Copacobana. Sie trotzten dabei Regen und Kälte. Papst nahm sich wieder lange Zeit, um im offenen Papamobil durch die Menschenmenge zu fahren und möglichst viele Menschen persönlich zu erreichen.

Ansprache an die Jugendlichen beim Begrüßungsfest an der Copacabana

Liebe junge Freunde, guten Abend!

In euch sehe ich die Schönheit des jugendlichen Antlitzes Christi, und mein Herz ist voller Freude! Ich erinnere mich an den ersten Weltjugendtag auf internationaler Ebene, der 1987 in Argentinien in meiner Stadt Buenos Aires begangen wurde. Mir sind diese Worte des seligen Johannes Paul II. an die Jugendlichen in lebendiger Erinnerung: „Ich setze große Hoffnung auf euch! Ich wünsche mir vor allem, dass ihr eure Treue zu Jesus Christus und zu seinem erlösenden Kreuz erneuert (vgl. Ansprache an die Jugendlichen, 11. April 1987: Insegnamenti X/1 [1987], 1261).

Bevor ich fortfahre, möchte ich an den tragischen Unfall in Französisch-Guayana erinnern, bei dem die junge Sophie Morinière ums Leben gekommen ist und andere Jugendliche verletzt worden sind.

Ich lade euch ein, eine Schweigeminute zu halten und uns an Gott zu wenden im Gebet für Sophie, die Verletzten und ihre Familienangehörigen.

Dieses Jahr kommt der Weltjugendtag zum zweiten Mal nach Lateinamerika. Und ihr, junge Freunde, seid so zahlreich der Einladung von Papst Benedikt XVI. gefolgt, der euch zusammengerufen hat, dieses Fest zu feiern. Ihm wollen wir von ganzem Herzen danken! Mein Blick schweift über diese große Menge: Ihr seid wirklich viele! Ihr kommt von allen Kontinenten! Oft seid ihr nicht nur geographisch weit voneinander entfernt, sondern auch in existentiellem, kulturellem, sozialem, menschlichem Sinn verschieden. Aber heute seid ihr hier; ja heute sind wir hier zusammengekommen, vereint, um den Glauben und die Freude der Begegnung mit Christus zu teilen, die Freude, seine Jünger zu sein. In dieser Woche wird Rio das Zentrum der Kirche, ihr lebendiges und junges Herz, denn ihr seid mit Großherzigkeit und Mut der Einladung Jesu an euch gefolgt, bei ihm zu bleiben, seine Freunde zu sein.

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Der Zug dieses Weltjugendtags ist von weit her gekommen und hat auf den Etappen des Projekts„Bota fé – Tu Glauben dazu" ganz Brasilien durchquert. Heute ist er in Rio de Janeiro angekommen. Vom Corcovado aus umarmt und segnet uns Christus der Erlöser. Wenn ich auf dieses Meer schaue, auf den Strand und euch alle, kommt mir in den Sinn, wie Jesus die ersten Jünger am Ufer des Sees von Tiberias rief, ihm zu folgen. Heute fragt uns Jesus immer noch: Willst du mein Jünger sein? Willst du mein Freund sein? Willst du Zeuge meines Evangeliums sein? Mitten im Jahr des Glaubens laden uns diese Fragen dazu ein, unseren Einsatz als Christen zu erneuern. Eure Familien und Gemeinschaften vor Ort haben euch das große Geschenk des Glaubens weitergegeben, Christus ist in euch gewachsen. Heute bin ich gekommen, um euch in diesem Glauben zu bestärken, dem Glauben an den lebenden Christus, der in euch wohnt. Aber ich bin auch gekommen, um selber durch die Begeisterung eures Glaubens bestärkt zu werden.

Ich grüße euch alle von ganzem Herzen. Zu euch, die ihr von den fünf Kontinenten hier zusammengekommen seid, und durch euch sage ich zu allen Jugendlichen der Welt, insbesondere zu jenen, die nicht nach Rio de Janeiro kommen konnten, aber über Radio, Fernsehen und Internet mit uns verbunden sind: Willkommen zu diesem großen Fest des Glaubens! In verschiedenen Teilen der Welt haben sich gerade in diesem Augenblick viele Jugendliche versammelt, um gemeinsam diesen Moment zu erleben: Fühlen wir uns miteinander verbunden in der Freude, in der Freundschaft, im Glauben. Und seid sicher: Mein Herz als Hirte umfängt euch alle mit grenzenloser Zuneigung. Vom Gipfel des Corcovado aus nimmt Christus der Erlöser uns in dieser wunderschönen Stadt Rio auf!

Ich möchte den Präsidenten des Päpstlichen Laienrates, den werten Kardinal Stanisław Ryłko, begrüßen und alle, die mit ihm zusammenarbeiten. Ich danke Seiner Exzellenz Orani João Tempesta, dem Erzbischof von São Sebastião do Rio de Janeiro, für die Herzlichkeit, mit der er mich empfangen hat, und für die große Arbeit, die er zusammen mit den verschiedenen Diözesen in diesem riesigen Land Brasilien geleistet hat, um diesen Weltjugendtag vorzubereiten. Ich danke allen Verantwortungsträgern auf nationaler, staatlicher und lokaler Ebene sowie allen anderen, die daran beteiligt waren, um diesen einzigartigen Moment der Feier der Einheit, des Glaubens und der Brüderlichkeit zu realisieren. Ein Dank an die Mitbrüder im Bischofsamt, die Priester, Seminaristen, an die gottgeweihten Personen und die gläubigen Laien, welche die Jugendlichen aus verschiedenen Teilen der Erde auf ihrer Pilgerschaft zu Jesus begleiten. Alle und jeden umarme ich von Herzen im Herrn.

Brüder und Schwestern, liebe Freunde, willkommen zum 28. Weltjugendtag in dieser wunderbaren Stadt Rio de Janeiro!

++++

Worte am Ende der Veranstaltung

Meine jungen Freunde,

„Es ist gut, dass wir hier sind“, rief Petrus, nachdem er Jesus, den Herrn, verklärt und mit Herrlichkeit bekleidet gesehen hatte. Wollen auch wir diese Worte wiederholen? Ich denke schon, denn für uns alle ist es heute gut, gemeinsam um Jesus versammelt zu sein. Er ist es, der uns hier in Rio empfängt und mitten unter uns gegenwärtig wird. Aber im Evangelium haben wir auch die Worte von Gott Vater gehört: „Das ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!“ (Lk 9,35). Wenn nun einerseits Jesus derjenige ist, der uns aufnimmt, so müssen andererseits auch wir ihn aufnehmen, auf sein Wort hören. Denn gerade wenn wir Jesus Christus, das Mensch gewordene Wort, aufnehmen, verwandelt uns der Heilige Geist. Er erhellt den Weg in die Zukunft und lässt uns die Flügel der Hoffnung wachsen, um diesen Weg freudig zurückzulegen (vgl. Enzyklika Lumen fidei, 7).

Aber was können wir tun? „Bota fé – Tu Glauben dazu”. Das Weltjugendtagskreuz hat diese Worte während seiner ganzen Pilgerreise durch Brasilien ausgerufen. „Tu Glauben dazu“: Was bedeutet das? Wenn ein gutes Gericht zubereitet wird, und du merkst, dass Salz fehlt, dann „tust“ du noch Salz dazu; fehlt Öl, dann „tust“ du noch Öl dazu … „Dazutun“, d. h. einbringen, eingießen. So ist es auch in unserem Leben, liebe junge Freunde. Wenn wir wollen, dass es wirklich sinnerfüllt ist, so wie ihr es wünscht und verdient, dann sage ich jedem und jeder von euch: „Tu Glauben dazu“ und dein Leben wird einen neuen Geschmack haben, es wird einen Kompass haben, der die Richtung anzeigt. „Tu Hoffnung dazu“ und jeder deiner Tage wird hell sein und dein Horizont wird nicht mehr düster, sondern klar sein. „Tu Liebe dazu“ und dein Leben wird wie ein Haus sein, das auf Fels gebaut ist, dein Weg wird voll Freude sein, denn du wirst viele Freunde treffen, die mit dir gehen. Tu Glauben, Hoffnung und Liebe dazu!

Aber wer kann uns dies alles schenken? Im Evangelium haben wir die Antwort gehört: Christus. „Das ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!“ Jesus ist es, der uns Gott bringt und der uns zu Gott bringt. Mit ihm verwandelt sich unser ganzes Leben, es wird neu und wir können die Wirklichkeit mit neuen Augen sehen, vom Gesichtspunkt Jesu aus, mit seinen Augen (vgl. Enzyklika Lumen fidei, 18). Daher sage ich euch heute nachdrücklich: „Tu Christus dazu“, nimm Christus in dein Leben hinein und du wirst einen Freund finden, auf den du dich immer verlassen kannst. „Tu Christus dazu“ und du wirst die Flügel der Hoffnung wachsen sehen, um den Weg der Zukunft voll Freude zu beschreiten. „Tu Christus dazu“ und dein Leben wird voll von seiner Liebe sein, es wird ein Leben sein, das Frucht bringt.

Ich möchte heute, dass wir uns alle ehrlich fragen: In wen setzen wir unser Vertrauen? In uns selbst, in die materiellen Dinge oder in Jesus? Wir sind versucht, uns selbst in den Mittelpunkt zu stellen, zu glauben, dass es an uns allein liegt, unser Leben aufzubauen, oder dass Besitz, Geld, Macht es glücklich machen. Aber so ist es nicht! Sicher, der Besitz, das Geld, die Macht können einen Augenblick des Rausches bieten, die Illusion, glücklich zu sein, aber am Ende sind diese Dinge es, die uns besitzen und uns drängen, immer mehr zu wollen, nie genug zu haben. „Tu Christus dazu“, nimm Christus in deinem Leben hinein, setze dein Vertrauen in ihn und du wirst nicht enttäuscht sein! Schaut, liebe Freunde, der Glaube vollbringt in unserem Leben eine Revolution, die wir kopernikanisch nennen könnten, denn er rückt uns aus dem Mittelpunkt heraus und stellt Gott wieder in die Mitte; der Glaube taucht uns in Gottes Liebe ein, die uns Sicherheit, Kraft und Hoffnung gibt. Äußerlich ändert sich nichts, aber tief in unserem Innersten ändert sich alles. In unserem Herzen wohnen Friede, Sanftmut, Herzlichkeit, Mut, Gelassenheit und Freude, die Früchte des Heiligen Geistes sind (vgl. Gal 5,22). Unser Leben wird verwandelt, unsere Weise zu denken und zu handeln erneuert sich, sie wird die Weise des Denkens und Handelns Jesu, des Denkens und Handelns Gottes. Im Jahr des Glaubens ist dieser Weltjugendtag wirklich ein Geschenk und Angebot, um uns noch mehr dem Herrn zu nähern, um seine Jünger und seine Missionare zu sein, um ihn unser Leben erneuern zu lassen.

Lieber Jugendlicher, liebe Jugendliche! „Tu Christus dazu“, nimm Christus in dein Leben hinein. In diesen Tagen wartet er auf dich in seinem Wort, höre aufmerksam auf ihn und in deinem Herzen wird es von seiner Gegenwart warm werden. „Tu Christus dazu“: Er nimmt dich an im Sakrament der Vergebung, um mit seiner Barmherzigkeit die Wunden der Sünde zu heilen. Hab keine Angst, Gott um Vergebung zu bitten. Wie ein Vater, der uns liebt, wird er nie müde zu vergeben. Gott ist reine Barmherzigkeit! „Tu Christus dazu“: Er wartet auf dich in der Begegnung mit seinem Leib in der Eucharistie, dem Sakrament seiner Gegenwart, seines Opfers aus Liebe. Und er wartet auf dich in der Gestalt, im Menschsein so vieler Jugendlicher, die dich mit ihrer Freundschaft bereichern, mit ihrem Glaubenszeugnis ermutigen werden, die dich die Sprache der Liebe, der Güte und des Dienstes lehren werden. Auch du, lieber Jugendlicher, liebe Jugendliche, kannst ein froher Zeuge seiner Liebe, ein mutiger Zeuge seines Evangeliums sein, um in diese unsere Welt ein wenig Licht zu bringen.

„Es ist gut, dass wir hier sind“, dass wir Christus in unser Leben hinein nehmen, Glauben, Hoffnung und Liebe dazutun, die er uns schenkt. Liebe Freunde, in dieser Feier haben wir das Bild Unserer Lieben Frau von Aparecida in Empfang genommen. Mit Maria wollen wir Jünger und Missionare sein. Wie sie wollen wir zu Gott „ja“ sagen. Bitten wir ihr mütterliches Herz um Fürsprache für uns, damit unsere Herzen fähig werden, Jesus zu lieben und dafür zu sorgen, dass andere ihn lieben. Er wartet auf uns und zählt auf uns! Amen.



Ansprache an die Jugend





Kurzpredigt am Ende der Feier





Vater Unser in Latein





Pilgerin heißt Papst willkommen




Die Veranstaltung in voller Länge, Teil 1




Die Veranstaltung in voller Länge, Teil 2




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