Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  2. Die Mitwirkung der seligen Jungfrau Maria an der Erlösung
  3. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  4. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  5. Schwester Helen und angebliche Flirt-Fantasien der Dominikaner
  6. 'Wenn du deinen Apparat kulturell gegen dich hast, bist du der ärmste Hund als Bischof.'
  7. Papst verkündet neuen Friedensappell der Weltreligionen in Assisi
  8. Zehn Jahre Amoris laetitia: die Schule des Zuhörens
  9. NZZ: 'Die Kirchen arbeiten an der Ächtung der AfD mit'
  10. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  11. Forscher sprechen von neuen Beweisen für möglichen Fundort der Arche Noah
  12. Wir können NICHT schweigen!
  13. Papst Leo wird operiert - Knoten in der Lunge!
  14. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  15. „Meine Lieben! Darum soll der Rosenkranz nicht vergessen auf dem Boden einer Schublade liegen“

Der Kardinal mit der Kuh

29. Juli 2013 in Chronik, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Ersilio Tonini, ältester Kardinal, ist mit 99 Jahren gestorben. Von Burkhard Jürgens (KNA)


Bonn (kath.net/KNA) Kardinal Ersilio Tonini (Foto), ältester Kardinal der katholischen Kirche, ist am Sonntag in seiner früheren Bischofsstadt Ravenna gestorben. Am 20. Juli hatte er seinen 99. Geburtstag gefeiert. Seit 1969 Bischof, erhielt Tonini von Johannes Paul II. (1978-2005) mit 80 das Kardinalsbirett. An einem Konklave nahm er aufgrund seines Alters nie teil. Seit dem Tod des deutschen Kardinals Paul Augustin Mayer im April 2010 war Tonini der älteste Purpurträger im päpstlichen Beraterkreis. Diesen Rang nimmt jetzt der emeritierte Kurienkardinal Fiorenzo Angelini ein, der am Donnerstag 97 wird.

Tonini wurde am 20. Juli 1914 als drittes von fünf Kindern eines Lohnbauern in San Giorgio Piacentino in der Emilia-Romagna geboren.
1937 empfing er für das Bistum Piacenza die Priesterweihe. Als Gemeindepfarrer verbrachte er nach eigenen Angaben täglich drei bis vier Stunden damit, Beichten abzunehmen. 1969 ernannte ihn Papst Paul VI. zum Bischof von Macerata und Tolentino in den Marken. Von 1975 bis zum altersbedingten Amtsverzicht 1990 leitete er das Erzbistum Ravenna. 1991 durfte Tonini die Fastenexerzitien für den Papst und die römische Kurie halten, was als eine besondere Auszeichnung gilt. 1994 machte Johannes Paul II. den damals schon betagten Kirchenmann zum Mitglied des Kardinalskollegiums.


Zwei Jahre nach seiner Priesterweihe hatte Tonini in Rom ein Studium des bürgerlichen und kirchlichen Rechts aufgenommen. Vier Jahre später, 1943, kehrte er nach Piacenza zurück und unterrichtete Italienisch, Latein und Altgriechisch. Nach dem Krieg entwickelte er Interesse an kirchlicher Medienarbeit. Papst Paul VI. (1963-1978) betraute ihn mit der Wiederbelebung des «Avvenire», einer italienweit verbreiteten katholischen Tageszeitung. 1991 moderierte er gemeinsam mit dem italienischen Journalisten und späteren Berlusconi-Kritiker Enzo Biagi (1920-2007) eine Fernsehserie über die Zehn Gebote.

Daneben zeigte Tonini besondere Sensibilität für soziale Probleme. Nach seiner Ernennung zum Erzbischof von Ravenna überließ er seine Wohnung im erzbischöflichen Palais einer Gruppe ausstiegswilliger Drogenabhängiger. Im Streit um Sonntagsarbeit setzte er sich für die Rechte von Angestellten ein. Bekannt wurde er auch mit einer Initiative für Indigene in Brasilien. Tonini sammelte mit der Kampagne «Eine Kuh für einen Indio» Mittel für Kleinbauern der Yanomani-Indianer in Nordbrasilien. Damit unterstützte er die Indigenen in ihrem Kampf gegen Enteignungen, da das brasilianische Recht die Landenteignung bei Viehhaltern verbietet. Noch 1992 reiste er nach Roraima, um an einem Kongress von Indio-Führern teilzunehmen.

Vor der Papstwahl 2005 bekundete der damals 90-Jährige die Auffassung, das künftige Kirchenoberhaupt müsse wenigstens 70 Jahre alt sein, die Zeit verstehen und ein Afrika-Kenner sein. Auch an die mehr als 220 italienischen Ortsbischöfe stellte er intellektuelle Ansprüche: «Ein Bischof sollte wenigstens drei oder vier Sprachen können und Zeitungen nicht nur auf Italienisch lesen.»

Noch zu seinem 95. Geburtstag erklärte Tonini, er lese jeden Morgen Zeitungen - «die italienischen, die 'Bild'-Zeitung und 'Le Monde'». Seinen Gemütszustand beschrieb der hagere Senior damals als dankbar und gelassen. Altern heiße für ihn nach einem Wort der alten Griechen «werden, was wir sind», so der Kardinal. «Man braucht keine Angst zu haben.»

Nach dem Tod Toninis zählt das Kardinalskollegium 202 Mitglieder. Von
diesen sind 112 unter 80 Jahre alt und dürften somit an einer
Papstwahl teilnehmen.

(C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Foto © wikipedia/ Rei Momo/Gemeinfrei


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kardinäle

  1. Kardinal Burke: ‚Die Synodalität muss gestoppt werden‘
  2. Der unerklärte Formatwechsel beim Konsistorium der Kardinäle im Januar
  3. Papst will mit Kardinälen über Kommunikation der Kirche sprechen
  4. Irakischer Patriarch Sako tritt zurück
  5. Kardinal Zen: Papst Leo „ist wahrlich eine Leitungspersönlichkeit, die zuhören kann!“
  6. Vertrauliche Vorlagen des vatikanischen Konsistoriums sind aufgetaucht
  7. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  8. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  9. Papst Leo eröffnet das Konsistorium: „Einheit zieht an, Spaltung zerstreut“
  10. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  3. Ein moderner Menschenhandel: Die Ersatzmutterschaft durch Kauf eines Kindes
  4. Wussten Sie, dass es einen Schutzpatron für Gewichtsheber gibt?
  5. Jakobsweg steuert auf neues Pilger-Rekordjahr zu
  6. Finnische Langzeitstudie: Anstieg an psychiatrischen Erkrankungen nach ‚Geschlechtsumwandlung‘
  7. Neuer Eichstätter Bischof Würtz will jetzt beim deutsch-synodalen Irrweg mitmachen
  8. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  9. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  10. US-Studie: Regelmäßiger Kirchgang sorgt für glücklichere Ehen und mehr Intimität
  11. USA: Monat des Respekts für das Leben im Zeichen des Kampfs gegen Abtreibungspillen
  12. Florentiner Klosterapotheke entwickelte eines der frühesten Cola-Rezepte
  13. Gericht in Tschechien rehabilitiert "Märtyrer-Kardinal" Trochta
  14. Thilo Sarrazin warnt vor Folgen der demografischen Entwicklung in Berlin
  15. Papst Leo wird operiert - Knoten in der Lunge!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz