Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Die Berufung auf die Tradition gegen die Kirche von Rom ist ein Widerspruch in sich“
  2. Der deutsche Frauenweiheämterstuhlkreis
  3. Christian Würtz ist neuer Bischof von Eichstätt!
  4. Ein unvermeidliches Schisma?
  5. Ein besonderer Tag für ‚unseren‘ Pfarrsekretär
  6. Taylor Marshall zu FSSPX: Diese liturgische Neuerung ist eindeutig ‚nicht traditionell‘
  7. Leo XIV. auf Lampedusa: Zum Nächsten wird man!
  8. Nach Schisma der FSSPX: Frankreichs altrituelle Katholiken stehen zu Papst Leo XIV.
  9. „Die große Würde des Priestertums besteht …“
  10. Busfahrer rollt seinen Gebetsteppich aus, betet Richtung Mekka und unterbricht die Fahrt minutenlang
  11. Bischof Hansen von Oslo will Angebot für 'Alte Messe' ausbauen
  12. Kardinal Rouco/Madrid: Der Synodale Weg in Deutschland umgeht das Kirchenrecht
  13. Ignat Solschenizyn: ‚… wir wurden um unseren kostbarsten Besitz gebracht: unser inneres Leben‘
  14. Kirche SOS
  15. Bischöfe aus aller Welt werden in Rom über Familien in Krisen sprechen

Kirchenpolitische Vorinteressen durch Selektion der Worte des Papstes

1. Jänner 2014 in Deutschland, 17 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Bischof Gregor Maria Hanke kritisiert bei Silvesterpredigt "kirchliche Stimmen", die schon vor dem Abschlussbericht der Untersuchungskommission öffentlich das Urteil über den Bischof von Limburg gefällt haben


Eichstätt (kath.net/ pde)
Eine Kontrastgesellschaft soll die Kirche sein, vor allem wenn es darum geht, öffentliche Urteile zu fällen, oder sich angesichts verschiedener Hypes des letzten Jahres von Tratsch beeinflussen zu lassen. Bischof Gregor Maria Hanke blickte in der Predigt während der Jahresschlussandacht an Silvester im Eichstätter Dom auf ein bewegtes Jahr in Kirche und Gesellschaft zurück.

Vor allem der Wechsel von Papst Benedikt zu Papst Franziskus und die Vorgänge rund um die Kontroverse beim Bau des neuen Dienstsitzes auf dem Limburger Domberg waren die zentralen Themen der Predigt des Eichstätter Bischofs. Dabei betonte Hanke, dass es insbesondere für Christen nötig sei „sich eine eigene Meinung zu bilden, statt Meinungen abzulesen“. Deshalb wäre es aus seiner Sicht auch bedenklich, „wenn die verantwortungsvolle Rolle der Medien innerhalb der freiheitlich-demokratischen Gesellschaft eine Verdunklung erführe, weil der mediale Einsatz für Transparenz und Klarheit ausfranst in einen Wettlauf um Stories und Sensationen.“


Das zu Ende gehende Jahr war kirchlicherseits durch das „Jahr des Glaubens geprägt“. Papst Benedikt hatte dieses Jahr der „Vergewisserung und Vertiefung des eigenen Glaubens“ ausgerufen und eröffnet, Papst Franziskus schließlich beendet. Mit seinem Rücktritt, den Bischof Hanke als „Paukenschlag nicht nur für uns Katholiken, sondern für die Weltöffentlichkeit“ bezeichnete, offenbarte Papst Benedikt das Grundverständnis seiner Amtsführung: Gesunde Selbstdistanz und zugleich starkes Gottvertrauen. Papst Franziskus begeistert die Menschen, wobei seine Zeichen und Gesten gerade im deutschsprachigen Raum das „Schicksal eines Selbstbedienungsladens“ erfahren würden. Bischof Hanke kritisiert mit diesen Aussagen die Praxis, dass sich bestimmte kirchenpolitische Vorinteressen durch Selektion der Worte des Papstes bedienen, nicht selten um einen scharfen Gegensatz zwischen ihm und seinem Vorgänger zu zeichnen. Dadurch zeige sich die „hierzulande vorhandene Hörschwäche“ gegenüber der Verkündigung von Papst Benedikt. So war es Benedikt, der bereits 2006 einen einfachen und glaubwürdigen Lebensstil der Christen anmahnte und spätestens in der sogenannten „Freiburger Rede“ für eine arme Kirche eintrat.

Das Thema „Kirche und Geld“ wurde 2013 angesichts der medialen Debatte sehr konkret. Auch wenn die Kirche in Deutschland im Vergleich zur weltkirchlichen Situation „wahrlich nicht arm ist“, so müsse sie sehr sorgsam mit dem ihr von den Gläubigen anvertrauten Geld umgehen. Vor allem sei sie bemüht, so Bischof Hanke, das durch Kirchensteuer eingehende Geld zum Nutzen für die Pastoral, für die großen kirchlichen Schulen und deren Bauunterhalt, für Kindergärten, für die Jugendarbeit, für die Fortbildung der Mitarbeiter, für soziale und weltkirchliche Zwecke einzusetzen. Darüber hinaus treffe sie durch Rücklagenbildung Vorsorge für „extreme und nicht mehr kurierbare Notfälle des Haushaltes“, während die öffentliche Hand die Haushalte belastet und „mehr ausgibt, als sie einnimmt.“

Es ist auch ein Dienst an der Meinungsfreiheit, wenn Christen angesichts verschiedener Hypes des letzten Jahres, etwa des „medialen Sturmtiefs“ über dem Bischof von Limburg, mehr christliche Besonnenheit üben würden. „Christen, die durch Taufe und Firmung zum Dienst in und an der Welt bestellt sind, sollten Meinungen nicht einfach nur ablesen, sie müssen sich eine eigene Meinung bilden“. Hanke kritisierte in diesem Zusammenhang die „Eindeutigkeit kirchlicher Stimmen, die schon vor dem Abschlussbericht der Untersuchungskommission öffentlich das Urteil gefällt haben, der Bischof könne keinesfalls zurückkehren“. Hier müsse die Kirche Kontrastgesellschaft sein, wenn sie andere Maßstäbe wenigstens in Betracht ziehe, als sie etwa in einem Parteiapparat Anwendung fänden, bei einem in den Medien oder bei einer Wahl durchgefallenen Vorsitzenden.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Medien

  1. CSU-Generalsekretär Huber kritisiert den "Bayrischen Rundfunk" wegen Bericht über muslimische Mode
  2. Belgischer öffentlich-rechtlicher Sender lässt Moderatoren Marien- und Jesus-Statuen zertrümmern!
  3. Nach einseitig negativer Darstellung des Christentums – Programmbeschwerde an ZDF
  4. Welt: „Vorwurf der sexuellen Belästigung – ORF-Chef tritt mit sofortiger Wirkung zurück“
  5. Früherer Bundestagsvizepräsident Kubicki: „Der ZDF-Skandal muss politische Konsequenzen haben“
  6. Wenn das 'Drehbuch' schon vorher feststeht
  7. Gebetshaus Augsburg reagiert mit Stellungnahme auf ARD-Doku „Die hippen Missionare“
  8. Kardinal Müller: „Von Anfang an ist Radio Maryja zu einer Stimme in dieser modernen Wüste geworden“
  9. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen
  10. "Hassprediger und Hofnarr"






Top-15

meist-gelesen

  1. Christian Würtz ist neuer Bischof von Eichstätt!
  2. Ein besonderer Tag für ‚unseren‘ Pfarrsekretär
  3. „Die Berufung auf die Tradition gegen die Kirche von Rom ist ein Widerspruch in sich“
  4. Der deutsche Frauenweiheämterstuhlkreis
  5. Taylor Marshall zu FSSPX: Diese liturgische Neuerung ist eindeutig ‚nicht traditionell‘
  6. Busfahrer rollt seinen Gebetsteppich aus, betet Richtung Mekka und unterbricht die Fahrt minutenlang
  7. Papst zieht auch in Castel Gandolfo zurück in seinen Palast
  8. Ignat Solschenizyn: ‚… wir wurden um unseren kostbarsten Besitz gebracht: unser inneres Leben‘
  9. Bischof Hansen von Oslo will Angebot für 'Alte Messe' ausbauen
  10. Kirche SOS
  11. Niederlande: Erstmals Tötung eines Kindes unter zwölf Jahren im Rahmen der aktiven Sterbehilfe
  12. Leo XIV. auf Lampedusa: Zum Nächsten wird man!
  13. Ein unvermeidliches Schisma?
  14. Kardinal Rouco/Madrid: Der Synodale Weg in Deutschland umgeht das Kirchenrecht
  15. Leo XIV. überarbeitet Franziskus-Reform für Diözese Rom

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz