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«Kardinalswürde ist keine Beförderung»14. Jänner 2014 in Aktuelles, 5 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Papst Franziskus schreibt Brief an neue Kardinäle: Die Kardinalswürde ist keine Beförderung, weder eine Ehre noch eine Zierde. Sie ist schlicht ein Dienst
Vatikan (kath.net/KNA) Papst Franziskus hat den 19 am Sonntag neu benannten Kardinälen einen Brief geschrieben, den der Vatikan am Montag veröffentlichte. Die Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) dokumentiert das Schreiben in einer eigenen Übersetzung: Lieber Bruder, am Tag des Bekanntwerdens deiner Benennung als Mitglied des Kardinalskollegiums möchte ich dir meine herzlichen Grüße und die Versicherung meiner Nähe und meines Gebetes zukommen lassen. Ich möchte, dass du mir, «bekleidet mit der Tugend und Gesinnung des Herrn Jesus» (Röm 13,14), mit Blick auf die römische Kirche in brüderlicher Effizienz bei meinem Dienst für die Universalkirche hilfst. 
Die Kardinalswürde ist keine Beförderung, weder eine Ehre noch eine Zierde. Sie ist schlicht ein Dienst, der danach verlangt, den Blick zu weiten und das Herz zu öffnen. Und auch wenn es paradox erscheint: Diese Fähigkeit, weiter zu blicken und umfassender und mit größerer Intensität zu lieben, lässt sich nur erwerben, indem man demselben Weg folgt wie der Herr: dem Leben der Erniedrigung und der Demut, indem man die Gestalt des Dieners annimmt (Phil 2,5-8). Deshalb bitte ich dich, diese Bestimmung mit einem einfachen und bescheidenen Herzen anzunehmen. Auch wenn du dies mit Freude tust, tue es so, dass dieses Gefühl jeglichem Ausdruck von eitler Weltlichkeit, jeglicher Feierlichkeit fernsteht, die dem evangelischen Geist der Strenge, der Nüchternheit und der Armut fremd ist. Auf Wiedersehen also bis zum kommenden 20. Februar, an dem wir zwei Tage zur Reflexion über die Familie beginnen werden. Ich stehe zu deiner Verfügung und bitte dich, für mich zu beten und für mich beten zu lassen. Jesus segne dich, und die Heilige Jungfrau beschütze dich. Brüderlichst Franziskus (C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
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Lesermeinungen| | Familienvater 16. Jänner 2014 | | | | @Mithrandir Ich kann Ihre Sicht der Dinge verstehen und sie entspricht völlig dem historischen Verständnis des Kardinalkollegs. Von seinen hochmittelalterlichen Anfängen an wurde es sowohl als Dienst, als auch als eine Ehrenposition und eine "Würde" aufgefasst. Darauf verweist schliesslich auch das purpurrot, das bereits im Mittelalter als Verweis auf die Passion gedeutet wurde, zugleich aber eine Aneignung des byzantinischen kaiserlichen Herrschergewandes darstellte (siehe dazu die Studien von Paravicini-Bagliani.) Wir müssen uns aber fragen: Was entspricht - und das ist doch worauf es ankommt! - mehr dem Evangelium und dem Geist Christi: Solche Auffassungen, oder das, wie Papst Franziskus das Kardinalat neu definiert? Ich glaube die Antwort ist eindeutig. Schliesslich: Warum erfährt der jetzige Papst so viel Zuspruch und Bewunderung, auch von denen, die der Kirche fern stehen? Weil sie intuitiv spüren, dass hier einer ist, der mit dem Evangelium ernst macht, wie einst der, dessen Namen er trägt |  2
| | | | | 15. Jänner 2014 | | | | Defizitär Natürlich ist der Kardinalat eine Ehre und gleichsam eine Zierde. Beides ist zwar kein Selbstzweck, sondern existiert selbstverständlich (und nur) im Rahmen eines Dienstes für Gott und die Menschen.
Aber das zeigt einmal mehr, dass die Äußerungen des Papstes zumindest nahelegen, dass er wenig Sinn und Verständnis für solche seit seinem ersten Auftreten z.T. auch hier "verpönte" Dinge wie Ordnung, Schönheit, Zierde und Ehre hat. Es ist richtig, auf defizitäre Verständnisse hinzuweisen, ebenso auf unwürdiges, selbstherrliches Verhalten, das so mancher Kardinal hat. Es gilt, entsprechend dagegen vorzugehen. Aber wieder einmal wendet sich Franziskus scheint`s gegen die Sache selbst (hier ist nicht die Abschaffung des Kardinalats, sondern seine ent-ehrende und ent-zierende Umdeutung) und nicht deren Missbrauch (vgl. geistl. Ehrentitel). Zu meinen, wie dies aus manchen Kommentaren zuletzt herausschien, ein Dienst- sei kein Ehrenamt, ist protestantischer Irrsinn. |  0
| | | | | 15. Jänner 2014 | | | | So ist es:) Mt 16,24 Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.
Lieber Papst das Schreiben hätte nicht besser sein können.Bin mir sicher das es unserem Himmlischen Vater sehr gefällt:)
Durch den Heilige Geist wurde dieser Brief geschrieben:)
Gottes Segen |  1
| | | | | Familienvater 14. Jänner 2014 | | | | Beeindruckend Das ist wirklich ein Amtsverständnis im Sinne des Evangeliums. Gilt freilich nicht nur für kirchliche Ämter, aber für jede "Leitungsfunktion" und jedes "Amt". Ich bin von unserem Papst zutiefst beeindruckt. Ein echtes Vorbild authentisch christlichen Denkens. |  13
| | | | | girsberg74 14. Jänner 2014 | | | | Ganz vorzügliches Verständnis von der Aufgabe. |  14
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