Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan exkommuniziert sechs Bischöfe der Piusbruderschaft!
  2. Der Vatikan ordnet das Rückkehr-Prozedere für Menschen, die die Piusbruderschaft verlassen wollen
  3. Papst an Piusbrüder: 'Kehren Sie um!
  4. Bevorstehende „illegale Bischofsweihen für die Piusbruderschaft“ „ein schwerer schismatischer Akt“
  5. „Alten und neuen Ritus bestehen lassen. Latein verbieten? Das spielt Rebellen in die Hände“
  6. Écône, zum Zweiten
  7. Ein besonderer Tag für ‚unseren‘ Pfarrsekretär
  8. „Die Behauptung, Rom gehe hart gegen Rechte vor, nicht aber gegen Linke, ist schlichtweg falsch“
  9. Taylor Marshall zu FSSPX: Diese liturgische Neuerung ist eindeutig ‚nicht traditionell‘
  10. Papst ernennt Sr. Alessandra Smerilli zur Präfektin des Entwicklungsdikasteriums
  11. "Ohne Einheit mit dem Papst keine volle Gemeinschaft mit der Kirche"
  12. Haben Sie das Apostolische Mandat? – „Nein. Sie wussten, dass sie es nicht hatten“
  13. Leo XIV. auf Lampedusa: Zum Nächsten wird man!
  14. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  15. Vatikan hofft weiterhin auf Dialog mit der Piusbruderschaft

«... declaro me ministerio Episcopi Romae renuntiare»

11. Februar 2014 in Chronik, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Vor einem Jahr kündigte Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt an. Von Johannes Schidelko (KNA)


Vatikanstadt (kath.net/KNA) «Quapropter ... declaro me ministerio Episcopi Romae, Successoris Sancti Petri, ... renuntiare». 18 Zeilen lang und mit brüchiger Stimme in der Kirchensprache Latein vorgetragen war der Text, mit dem Papst Benedikt XVI. am späten Vormittag des 11. Februar die Sensation ankündigte. Da seine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nachließen und für eine angemessene Dienstausübung nicht mehr reichten, erkläre er seinen Rücktritt vom Amt des Bischofs von Rom. Der Stuhl Petri werde zum 28. Februar 2013 um 20.00 Uhr vakant; ein Konklave müsse einberufen werden, sagte das 85-jährige Kirchenoberhaupt den verdutzten Kardinälen.

Die Nachricht schlug ein wie der Blitz aus heiterem Himmel. Nur ganz wenige Vatikanmitarbeiter waren eingeweiht. Und die mussten einzeln Geheimhaltung schwören. So war es die lateinkundige Redakteurin Giovanna Chirri von der italienischen Nachrichtenagentur ANSA, die dem Livestream des Konsistoriums folgte und die die Worte verstand, die der Papst zum Abschluss hinzufügte. Nach Rücksprache mit Vatikansprecher Federico Lombardi verbreitete sie die erste Meldung vom Papstrücktritt - und landete damit einen Scoop.

Die Nachricht war so sensationell, dass die großen Agenturen sie ohne zusätzliche Bestätigung sofort weiterverbreiteten - unter Berufung auf ANSA. Erst als der Wortlaut der Papsterklärung in Übersetzungen bekanntwurde und Lombardi die Vatikanisten zusammentrommelte, wurde deutlich, dass das Unglaubliche stimmte. Giovanna wurde zur Heldin - auch wenn sich Teilnehmer des ersten Pressebriefings verwundert die Augen rieben, als dort auch eine Handvoll «spontan» über Nacht aus den USA eingeflogener Journalisten erschien.


Überraschend war weniger der Rücktritt selbst als der Zeitpunkt. Dassdie physischen Kräfte des Papstes seit einem halben Jahr erheblich eingebrochen waren, war überdeutlich. Die Stimme hatte nachgelassen, er bewegte sich langsam, wirkte erschöpft. Daher hatten Beobachter die Möglichkeit eines freiwilligen Amtsverzichts durchaus im Blick. Man wusste, dass der frühere Kurienpräfekt eine zwiespältige Haltung zum Leitungs- und Machtvakuum zum Ende der Amtszeit Johannes Paul II. (1978-2005) hatte - als nicht mehr alle Entscheidungsprozesse an der Kirchenspitze transparent waren. Allerdings sprach die Gerüchteküche von einem späteren Zeitpunkt, nach seinem 86. Geburtstag Ende April. Doch Benedikt XVI. legte seinen Rücktritt bewusst an den ruhigen Beginn der Fastenzeit - so dass zu Ostern ein Nachfolger gewählt wäre.

Die letzten beiden Amtswochen nach dem angekündigten Rückzug waren bewegend. Benedikt XVI. setzte sein Arbeitsprogramm wie gewohnt fort, verzichtete auf große Abschiedszeremonien und einen formellen Rechtsakt zum Abschied. Der sei nach der eindeutigen und rechtskonformen Rücktrittserklärung nicht erforderlich, bestätigten Juristen.

Viele wollten den Papst noch einmal sehen, sich verabschieden. Sonderaudienzen gab es aber nur noch für Italiens Staats- und Ministerpräsidenten. Am vorletzten Amtstag leitete Benedikt XVI. wie jeden Mittwoch die Generalaudienz auf dem Petersplatz - vor einer gewaltigen Menschenmenge.

Am 28. Februar traf er um die Mittagszeit mit dem Kardinalskollegium zusammen. Im Damasushof verabschiedete er sich von seinen engsten Mitarbeitern - die bewegter schienen als Benedikt XVI. selbst. Und begleitet vom Geläut der Glocken Roms stieg dann der Papsthubschrauber auf, zum letzten Flug vom Vatikan nach Castel Gandolfo. Spätestens bei seinem kurzen Auftritt auf dem Balkon der Sommerresidenz wurde deutlich, wie erschöpft und völlig ausgelaugt der Papst war.

Der freiwillige Amtsverzicht von Benedikt XVI. fand weltweit hohen Respekt. Er habe dem Papsttum einen enormen Dienst erwiesen und es zugleich vermenschlicht, als er angesichts nachlassender Kräfte auf sein Amt zugunsten eines Nachfolgers verzichtete, meinte kürzlich der Mainzer Kardinal Karl Lehmann. «Und wie er sich zurückgezogen verhält, und wie Franziskus immer wieder an ihn anknüpft: Das könnte nicht besser sein, bei aller Verschiedenheit der Persönlichkeiten und Ausrichtungen.»



Papst Benedikt XVI.: Abschied und Abflug aus dem Vatikan


Papst Benedikt XVI. Rücktritt: Ankunft in Castel Gandolfo - Letzte Worte - Letzter Segen


(C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Benedikt XVI.

  1. "Derselbe Polarstern"
  2. Namhafter anglikanischer Kanoniker wird katholisch, beeinflusst durch Kard. Newman und Benedikt XVI.
  3. Il Giornale: Benedikt XVI. hatte ‚große Besorgnis‘ wegen des Synodalen Wegs
  4. Santo subito? - Vatikan untersucht mögliches Wunder durch Benedikt XVI.!
  5. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  6. Kardinal Kasper erinnert sich wertschätzend an Benedikt XVI./Ratzinger - „Kennen uns seit 1963“
  7. „Wenn wir mit Papst Benedikt XVI. diesen tiefen Ernst unserer Taufe realisieren…“
  8. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  9. Papst Leo verlieh Ratzingerpreis an den Stardirigenten Riccardo Muti
  10. "Unsere Liebe Frau von Guadalupe" ist "Mutter und Stern der Evangelisierung in Amerika"






Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - REISE AUSGEBUCHT
  2. Vatikan exkommuniziert sechs Bischöfe der Piusbruderschaft!
  3. Der Vatikan ordnet das Rückkehr-Prozedere für Menschen, die die Piusbruderschaft verlassen wollen
  4. Écône, zum Zweiten
  5. „Alten und neuen Ritus bestehen lassen. Latein verbieten? Das spielt Rebellen in die Hände“
  6. „Die Behauptung, Rom gehe hart gegen Rechte vor, nicht aber gegen Linke, ist schlichtweg falsch“
  7. Papst an Piusbrüder: 'Kehren Sie um!
  8. Bevorstehende „illegale Bischofsweihen für die Piusbruderschaft“ „ein schwerer schismatischer Akt“
  9. Haben Sie das Apostolische Mandat? – „Nein. Sie wussten, dass sie es nicht hatten“
  10. Ein besonderer Tag für ‚unseren‘ Pfarrsekretär
  11. Deutsche Medien schweigen zum Bericht über Vergewaltigungsbanden in Großbritannien
  12. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  13. Ehemalige Äbtissin wehrt sich gerichtlich gegen Rauswurf
  14. Freimaurerei „mit einem vollständigen Bekenntnis zum katholischen Glauben unvereinbar“
  15. "Ohne Einheit mit dem Papst keine volle Gemeinschaft mit der Kirche"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz