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Päpstliche Kinderschutzkommission: Opferschutz im Mittelpunkt

20. Februar 2014 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Jesuit Zollner: Kirche muss Missbrauchsfälle der Vergangenheit "noch klarer aufarbeiten und offener kommunizieren"


Hamburg-Vatikanstadt (kath.net/KAP) Die neue vatikanische Kinderschutzkommission will mit ihrer in Kürze beginnenden Arbeit vor allem die Opferbetreuung verbessern. "Die Kommission soll dem Schutz von Kindern und Jugendlichen dienen und unter anderem Modelle pastoraler Hilfe für Missbrauchsopfer entwickeln", sagte der Jesuit und Psychologieprofessor an der päpstlichen Universität Gregoriana, Hans Zollner, im Interview mit der Hamburger "Zeit". Mit Blick auf die jüngste Kritik des Genfer UN-Kinderrechtskomitees UNCRC, der Umgang der katholischen Kirche mit Missbrauch sei weiter unzureichend, mahnte Zollner zu Realismus.


Zollner hatte 2012 das von der Erzdiözese München und Freising sowie der Universität Gregoriana getragene katholische Kinderschutzzentrum mitbegründet. Das Zentrum soll Ende 2014 nach Rom umziehen. Es wird eine wichtige Rolle in der Kinderschutzkommission spielen, die der Papst in die Glaubenskongregation eingliedern möchte.

Die Kommission könne aber nicht alle Erwartungen der UN an den Vatikan erfüllen, "zum Beispiel die Missbrauchsfälle weltweit aufzuarbeiten", so der Jesuit zu Genfer UN-Kritik: "Das müssten die Bischofskonferenzen und Ordensprovinzen in den jeweiligen Ländern selbst tun, am besten mit Hilfe unabhängiger Experten".

Zollner kritisierte, die Kirche müsse die Missbrauchsfälle der Vergangenheit "noch klarer aufarbeiten und offener kommunizieren" als bisher. Nachbesserungsbedarf sieht er bei der Transparenz der innerkirchlichen Gerichtsverfahren, bei der Ausstattung der Gerichte und vor allem bei der Hilfe für die Opfer.

Die neue Vatikankommission wird unterstützt von Kardinal Sean O'Malley, Erzbischof von Boston und Mitglied des sogenannten Kardinalsrates zur Beratung von Papst Franziskus. Dieser hatte die Einrichtung der Kommission im Dezember angekündigt. Nach Worten O'Malleys geht es vor allem um die Betreuung von Missbrauchsopfern, Leitlinien zur Prävention und eine entsprechende Schulung kirchlicher Mitarbeiter. Weitere Aufgabe der Kommission soll die Ernennung von Personen zur Überwachung der Präventionsmaßnahmen sein. Dies können laut O'Malley Laien, Ordensleute oder speziell ausgebildete Priester sein.

Copyright 2014 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.


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