Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. EWTN-Chefin Maria Montserrat Alvarado wird neue Kommunikationspräfektin
  2. Episkopale Arbeitsverweigerung in einem kleinen Video
  3. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  4. Der synodale Prozess, eine Totgeburt von Anfang an!
  5. Wahrheit ist heilsrelevant
  6. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  7. 'Armutsindustrie' in der Kritik: Statistik misst Ungleichheit, nicht echte Not
  8. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  9. Erbärmlich! Lieber Peter Thiel, die meisten Österreicher sind nicht so!
  10. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  11. Papst Pius X.: ‚Was brauchen wir heute am meisten, um die Gesellschaft zu retten?
  12. Ritus, Zeichen und Symbol: Der Weg zum Mysterium
  13. "Ich glaube, dass ich glaube"
  14. Papst an Pfadfinder: „Ihr verbindet auf kluge Weise das Buch der Natur mit dem Wort Gottes“
  15. Die große Kraft der Marienverehrung in der Endzeit

Eine Kirche wie ein Tempel

11. März 2014 in Chronik, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Vor 500 Jahren starb der Architekt Donato Bramante. Von Thomas Jansen (KNA)


Rom (kath.net/KNA) Wer hat den Petersdom in seiner heutigen Gestalt am meisten geprägt? Michelangelo (1475-1564) oder Bramante? Dieser große italienische Künstler der Hochrenaissance steht oft im Schatten seines noch berühmteren Nachfolgers als Dombaumeister von Sankt Peter. Der Name Bramante fällt weitaus seltener, wenn es um die Kirche der Päpste geht.

Dabei stammt von dem vor 500 Jahren, am 11. März 1514, in Rom gestorbenen Künstler der ursprüngliche Entwurf für das gewaltige Gotteshaus. Schuld am geringeren Bekanntheitsgrad dürfte nicht zuletzt die komplizierte und lange Baugeschichte von Sankt Peter sein. In mehr als 150 Jahren, vom Beginn der Bauarbeiten 1506 bis zur Fertigstellung des Langhauses Mitte des 17. Jahrhunderts, waren ein Dutzend Baumeister am Werk, unter ihnen die größten Künstler ihrer Zeit - da wurde vieles geändert, verfeinert und wieder korrigiert.

Vier 50 Meter hohe Kuppelpfeiler, eine Holzhütte über dem Petrusgrab und vielleicht noch ein provisorischer Altarraum - das soll alles gewesen sein, was vom neuen Petersdom stand, als Bramante nach acht Jahren im Amt des Dombaumeisters im Alter von 70 Jahren starb. Papst Julius II. (1503-13) hatte ihm 1506 die Leitung des gewaltigen Bauvorhabens anvertraut. Dieser Papst scharte die größten Künstler seiner Zeit um sich; auch Michelangelo und Raffael (1483-1520) standen in seinen Diensten. Seit 1503 war Bramante mit den Entwürfen hierzu beschäftigt. Seine Grundidee, einen großen Kuppelbau nach dem Vorbild des Pantheon in Rom zu schaffen, blieb in allen Bauphasen erhalten.


Wer in Rom Bramante pur sehen möchte, muss vom Petersdom aus nicht weit gehen: Wenige hundert Meter Luftlinie entfernt liegt auf dem Hügel Gianicolo die spanische Nationalkirche San Pietro in Montorio. Im Innenhof des angrenzenden Klosters steht der «Tempietto», zu deutsch das «Tempelchen». Ein Blick auf diese Kapelle, die wie ein antiker Tempel aussieht, mit ihrem Säulengang, ihrer Kuppel, macht anschaulicher als alle Bücher, was eigentlich die Renaissance ausmacht. Manchen Forschern gilt das 1503 errichtete Bauwerk als Vorbild für den Petersdom.

Wenn es allein nach Bramante gegangen wäre, dann wäre heute auch der Petersdom nach Ansicht einiger Fachleute ein Zentralbau ohne das Langhaus. Ein kreisrundes, quadratisches oder kreuzförmiges Gebäude galt damals als Verkörperung göttlicher Gesetze, die mit der Harmonie aller Teile einen Leitgedanken der Renaissance verwirklicht.

Begonnen hatte der 1444 im mittelitalienischen Fermignano als Donato di Pascuccio d'Antonio geborene Künstler in Urbino, wo er am Hof des Herzogs als Architekt ausgebildet wurde und mit der Malerei in Berührung kam. Bramante, zu deutsch «der heftig Begehrende», war ursprünglich ein Spitzname, den ihm seine Eltern gegeben hatten. Anschließend lebte er für rund 20 Jahre in Mailand und arbeitete für das mächtige Herrschergeschlecht der Sforza. Seine bedeutendsten Werke in der norditalienischen Stadt sind die Kirche Santa Maria presso San Satiro und Santa Maria delle Grazie. Nach Eroberung der norditalienischen Stadt durch die Franzosen ging Bramante 1499 schließlich nach Rom.

Untrennbar mit seinem Namen verbunden ist in der Stadt der Päpste die «Bramante-Treppe»: ein Treppenhaus ohne Treppen. Diese 19 Meter hohe und über fünf Stockwerke ansteigende Spirale im Belvedere-Komplex der Vatikanischen Museen diente früher als Eingang zum vatikanischen Palast. Die stufenlose Rampe konnten auch Reiter nutzen, die es eilig hatten. Sie wurde zum Vorbild für zahlreiche andere «Treppen», in Rom etwa jener am Quirinalspalast oder im Borghese-Palast. Papst Julius II. hatte Bramante mit dem Projekt beauftragt, um eine direkte Verbindung zwischen den vatikanischen Palästen und der 300 Meter entfernten und 20 Meter höher liegenden Villa des Belvedere zu schaffen.

Kunsthistorisch mag es manchmal auf den ersten Blick schwierig sein, den großen Einfluss Bramantes auf die heutige Gestalt des Petersdoms zu ermessen. Doch sein Begräbnisort lässt keinen Zweifel daran: Es ist der Petersdom. Michelangelo ist in Florenz beigesetzt.

ORF-Doku: 500 Jahre Petersdom


Foto


(C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Foto (c) kath.net/Jorgelina Jordá


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Vatikan

  1. Der Petersdom feiert das 400-jährige Weihejubiläum: „Die Pfarrkirche der Welt“
  2. Kardinal Fernández: Es laufen keine dezidierten päpstlichen Großaufträge am Glaubensdikasterium
  3. Australischer Bischof wird als oberster Kirchenrechtsexperte in den Vatikan berufen
  4. Vatikan fordert umfassenden Zugang zu Recht für Frauen
  5. Immobilienprozess im Vatikan muss teils neu aufgerollt werden
  6. Nach Randalen und Pinkelattacken: Petersdom installiert Schutz für Hauptaltar
  7. US-Botschafter am Heiligen Stuhl, Burch: „Die moralische Autorität der Kirche ist unübertroffen“
  8. Norwegischer Bischof Varden: Der hl. Bernhard von Clairvaux „war und ist faszinierend“
  9. Vatikan dementiert Bericht über Abweisung Macrons durch den Papst
  10. Neuerlich ein Vandalenakt im Petersdom






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG noch bis 22. JUNI!
  2. Episkopale Arbeitsverweigerung in einem kleinen Video
  3. Der synodale Prozess, eine Totgeburt von Anfang an!
  4. EWTN-Chefin Maria Montserrat Alvarado wird neue Kommunikationspräfektin
  5. RTL-Journalistin Liv von Boetticher: „Habe die Bundespolizei zwei Nächte lang auf Streife begleitet“
  6. Erbärmlich! Lieber Peter Thiel, die meisten Österreicher sind nicht so!
  7. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  8. Das brennende Herz des heiligen Philipp Neri: Ein wissenschaftlich dokumentiertes Pfingstwunder
  9. Warum haben alte Kirchen einen verborgenen Raum unter dem Altar?
  10. Arche-Noah-Nachbildung feiert 10-jähriges Jubiläum
  11. Die große Kraft der Marienverehrung in der Endzeit
  12. Schönborn: Glaube braucht Tradition und kirchliche Einheit
  13. Fossile Bäume lösen Debatte um Arche Noah und die Sintflut aus
  14. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  15. Wahrheit ist heilsrelevant

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz