Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. ADIOS!
  2. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  3. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  4. ‚Dubia‘ an den Vatikan – US-Priester bitten um Klärung hinsichtlich liturgischer Änderungen
  5. Hat der Synodale Weg „die katholische Kirche in Deutschland in Machtspiel und Kampfzone verwandelt“?
  6. Synodaler Weg führte zu Streit und Verwerfung
  7. "Entsprechend klein ist die Lücke, die er hinterlässt"
  8. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  9. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“
  10. Vatikan dementiert Bericht über Abweisung Macrons durch den Papst
  11. THESE: Und die Bibel hat doch Recht!
  12. „Catholic Herald“: „Irlands schwindende Familien“
  13. Katholikin Eva Vlaardingerbroek verliert Einreiseerlaubnis nach Großbritannien
  14. L'Avvenire sorgt für Confusione!
  15. US-Vizepräsident Vance wird erneut beim „March for Life“ teilnehmen und sprechen

Die starke Hand von Papst Franziskus

10. März 2014 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wenn sich der Bischof entschlossen vor seinen Klerus stellt und der Papst zu einer Entscheidung drängt, damit Unrecht als Unrecht erkannt und benannt wird. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Waren Priester Kunden minderjähriger männlicher Prostituierter?“: so titulierten Agenturen im Juni 2013. Nach italienischen Medienberichten hatte die Staatsanwaltschaft gegen einen mutmaßlichen Prostitutionsring ermittelt, der katholischen Priestern Minderjährige zugeführt haben soll.

Was war geschehen?

Der wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen verurteilte ehemalige römische Pfarrer Patrizio Poggi hatte im März 2013 in einer Anzeige behauptet, dass sich rund zehn Priester des Bistums regelmäßig mit minderjährigen männlichen Prostituierten getroffen haben sollen. Laut Zeitungsberichten sollte ein ehemaliger Polizist die Treffen organisiert haben. Unter den von dem Ex-Priester Poggi genannten Geistlichen seien einfache Pfarrer, aber auch ranghohe Prälaten gewesen.

Zu den Carabinieri wurde Poggi von seinem Freund Msgr. Luca Lorusso begleitet. Lorusso ist Offizial und die „Nummer 2“ der Vatikanbotschaft bei der Republik Italien. Der ranghohe Diplomat, der schon vorher der Anwalt Poggis in seinem kanonischen Prozess bei der Glaubenskongregation zur Wiederaufnahme in den priesterlichen Dienst gewesen war, beglaubigte vor den Carabinieri die Anschuldigungen Poggis und unterstützte das Anliegen seines Klienten.


Bereits im Juni hatte der Vikar des Papstes für das Bistum Rom, Agostino Kardinal Vallini, seine Priester entschlossen verteidigt und die Vermutung geäußert, Poggi verbreite aus Rache oder persönlichen Ressentiments heraus die Unwahrheit. Zugleich verurteilte der Kardinal die Berichterstattung, die den journalistischen Redlichkeitskriterien nicht gerecht werde und jede Objektivität vermissen lasse: „Es geht darum, die Kirche und ihre Diener zu diskreditieren“, so Vallini.

Was später in den Medien kein oder begrenztes Echo gefunden hat, waren die Ergebnisse der polizeilichen Ermittlungen. Diese ergaben, dass die Anschuldigungen des Ex-Priesters Teil eines „schmutzigen Komplotts“ gewesen seien. Poggi wurde verhaftet. Doch wie es bei Schmutzkampagnen immer der Fall ist: die grundlos Beschuldigten hatten schwere Zeiten durchmachen müssen. Der in den Fall verwickelte Vatikandiplomat Lorusso schien „aus dem Schneider“ zu sein. Bis zum 6. März 2014, dem Tag der Begegnung von Papst Franziskus mit dem Klerus seines Bistums.

Unmittelbar vor Beginn seiner Ansprache an die Priester erklärte der Papst, dass ihn die Geschichte der falschen Anschuldigungen gegenüber Mitgliedern des römischen Presbyteriums sehr betroffen gemacht habe und er den Schmerz einiger der Priester teile: „Ich habe mit einigen von euch, die beschuldigt wurden, gesprochen, und ich habe den Schmerz gesehen, den diese ungerechten Wunden verursacht haben, ein Wahnsinn, und ich will öffentlich sagen, dass ich dem Presbyterium nahe stehe, denn: hier geht es nicht nur um sieben, acht oder fünfzehn Beschuldigte: es geht um das ganze Presbyterium“.

„Ich möchte euch um Entschuldigung bitten“, so Franziskus weiter, „dies nicht so sehr als euer Bischof als vielmehr als der Verantwortliche für den diplomatischen Dienst, als Papst, denn einer der Ankläger gehört zum diplomatischen Dienst. Aber das ist nicht vergessen worden, das Problem wird untersucht, damit diese Person entfernt wird. Man ist dabei, den Weg zu suchen, es handelt sich um einen Akt schweren Unrechts, und dafür bitte ich euch um Entschuldigung“.

Erneut wurde deutlich: der Papst vergisst nichts, auch wenn etwas aus dem Scheinwerferlicht der Medien gerutscht ist. Und – wie die überraschten Gesichter von Hunderten von Bischöfen und Priestern in der Audienzaula „Paolo VI“ zeigten: sein Klerus dankt es dem Bischof und Papst. Unrecht wird benannt, die verantwortlichen Personen werden zur Rechenschaft gezogen. Wie sein Vorgänger ist Franziskus ein Papst der „Reinigung“, der es nicht dabei belässt, den Schmutz nur festzustellen.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Franziskus Papst

  1. Papst Franziskus möchte an Ostermesse teilnehmen
  2. Genesung in kleinen Schritten: Papst geht es etwas besser
  3. Vatikan kündigt nach fünf Wochen ersten Auftritt des Papstes an
  4. Papst will Aschermittwochs-Bußprozession selbst leiten
  5. Vom Argentinier zum Römer: Franziskus über seinen Start als Papst
  6. Fußballbegeisterter Papst mit zwei linken Füßen
  7. Papst will keine Ordensfrauen mit "Essiggesicht"
  8. Papst besucht an Allerseelen Gräber ungeborener Kinder
  9. Dilexit nos
  10. Belgien: Nach Papstaussagen zu Abtreibung und Frauen wollen sich nun 520 Personen ‚enttaufen’ lassen






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  3. ADIOS!
  4. "Entsprechend klein ist die Lücke, die er hinterlässt"
  5. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  6. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  7. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“
  8. Synodaler Weg führte zu Streit und Verwerfung
  9. ‚Dubia‘ an den Vatikan – US-Priester bitten um Klärung hinsichtlich liturgischer Änderungen
  10. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  11. Kardinal Zen: Papst Leo „ist wahrlich eine Leitungspersönlichkeit, die zuhören kann!“
  12. Katholikin Eva Vlaardingerbroek verliert Einreiseerlaubnis nach Großbritannien
  13. Hat der Synodale Weg „die katholische Kirche in Deutschland in Machtspiel und Kampfzone verwandelt“?
  14. Entfremdung und Annäherung – Für einen Katholiken in Deutschland gibt es doch immer noch Rom
  15. Sterilisationen, schlechte Lebensbedingungen: Grönländer kritisieren dänische Herrschaft

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz