Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Piusbrüder und Vatikan suchen Weg zur Einheit
  2. Leere Hörsäle: Dramatischer Einbruch bei katholischen Theologie-Studenten
  3. Voll in die Falle getappt
  4. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  5. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  6. George Orwell wohnt in Brüssel, aber nicht nur dort!
  7. Deutsches Formular für Geburtenanzeige: Welches Geschlecht hat die Mutter?
  8. Kinderschutz oder Staatskontrolle? Das Dilemma der Social-Media-Verbote
  9. Traditionsbruch: New Yorks Bürgermeister Mamdani nicht bei Installation von Erzbischof Hicks
  10. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  11. Vatikan: Neue Statuten für die Marienforschung
  12. THESE: Korrekturen vom 2. Vatikanum sind unerlässlich
  13. 'Selig sind, die Schwangerschaften beenden' - US-Pastorin sorgt für Eklat
  14. Die Kirche – nicht nur – im deutschsprachigen Raum: «the big picture»
  15. Wann sind wir zu Gottes Chefs geworden?

Kirche in Not: 'Verhindern Sie einen Völkermord im Irak!'

8. August 2014 in Deutschland, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Offener Brief an Kanzlerin Merkel und Bundespräsident Gauck: „Der Ton des Patriarchen Sako hat sich verschärft“, „ohne sofortiges internationales Eingreifen“ wird der urchristliche und multikulturelle Irak, wie wir ihn kennen, verschwinden.


München - Königstein im Taunus >(kath.net/KIN) Mit einem offenen Brief wendet sich die Päpstlichen Stiftung KIRCHE IN NOT an den Bundespräsidenten Joachim Gauck und die Bundeskanzlerin Angela Merkel. Außerdem sendet sie ihnen den dringenden Hilferuf des Patriarchen der chaldäisch-katholischen Kirche im Irak, Louis Raphael Sako.

Sehr geehrter Herr Bundespräsident, sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

mitten in der Sommerpause wenden wir uns heute mit einem dringenden Aufruf an Sie:

Verhindern Sie einen Völkermord im Irak!

Wie aus dem beiliegenden Schreiben von Patriarch Sako ersichtlich wird, droht jener Teil der irakischen Bevölkerung, der sich nicht dem radikalen, fundamentalistischen Verständnis des Islam der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) unterwerfen will, ausgelöscht zu werden. Jesiden, Christen, Schiiten, aber auch gemäßigte Sunniten werden entweder sofort exekutiert oder als Sklaven verkauft. Diejenigen, die fliehen konnten, haben sich nur mit dem, was sie am Leib tragen, in die Wüste oder das Gebirge zurückgezogen.


Der Ton des Patriarchen hat sich verschärft: es ist nicht länger ein Aufruf, sondern gleichsam eine Prophezeiung, der zufolge ohne sofortiges internationales Eingreifen der urchristliche und multikulturelle Irak, wie wir ihn kennen, verschwinden wird. Eine halbe Million Menschen – mehrheitlich Christen, aber auch Muslime und andere Minderheiten – fliehen vor den vorrückenden IS-Kämpfern in die christlichen Dörfer im kurdischen Gebirge. Aber selbst dort schlugen in der Nacht vom 6. auf den 7. August Mörsergranaten ein: Die IS kontrolliert inzwischen die gesamte Region.

Die Kirche, berichtet der Patriarch, wird von allen Seiten um Unterstützung, Essen, Wasser und Herberge für die fliehenden Massen gebeten.

Tatsächlich wird aber keine dieser Hilfen mehr zu etwas führen, wenn nicht jetzt Maßnahmen ergriffen werden, um die Auslöschung der bedrängten Bevölkerung zu verhindern.

Der Patriarch weist auch auf das Schweigen der muslimischen Führer hin, obwohl ihre eigenen Leute (sowohl Sunniten als auch Schiiten) ermordet werden. Außer den Machthabern in der autonomen Region Kurdistan ergreife weder im Irak noch international jemand Maßnahmen zu Ihrem Schutz.

Die Bundesregierung muss diese Angelegenheit in den Vereinten Nationen in den nächsten Tagen zur Sprache bringen, ansonsten könnte es zu spät sein. Es handelt sich um eine humanitäre Katastrophe und einen eklatanten Verstoß gegen die Menschenrechte. Die Eroberung der Ninive-Ebene durch den „Islamischen Staat“ verlangt nach sofortigen Maßnahmen, um die verletzlichen Minderheiten im Irak zu schützen. Alle Bemühungen müssen darauf abzielen, eine rote Linie um die christlich-jesidischen Gebiete zu ziehen.

Dabei sollte man nicht vergessen, dass die IS Landstriche in der unmittelbaren Nachbarschaft eines NATO-Mitglieds, der Türkei, erobert und immer weiter Richtung Mittelmeer vorstößt. Schon am 2. August verkündete die IS die Kontrolle über Arsal im nördlichen Libanon, nur 300 Kilometer Luftlinie von Nikosia, der Hauptstadt Zyperns (EU) entfernt. Es handelt sich also keineswegs um eine lokale oder regionale, sondern eine internationale Bedrohung.

Wir danken Ihnen für alles, was sie bisher für die Minderheiten im Irak getan haben, sowie für das, was Sie noch tun werden und verbleiben

mit herzlichen Grüßen

Johannes Freiherr Heereman von Zuydtwyck
Der Geschäftsführende Präsident

Karin Maria Fenbert
Die Direktorin des deutschen Nationalbüros

Spendenmöglichkeit für Irak via „Kirche in Not“!

Kirche in Not Deutschland

Kirche in Not Österreich

Kirche in Not Schweiz

Der Brief von Patriarch Sako über die verzweifelte Lage im Irak



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche in Not

  1. Kardinal Kurt Koch zum Präsidenten von "Kirche in Not“ ernannt
  2. Seine Freilassung war eine Gebetserhörung
  3. Informationen über Freud und Leid in Afrikas Kirche
  4. Tragisches Schicksal der verfolgten Christen
  5. «Ich komme nicht, um zu weinen!»
  6. Syrien: „Eine knappe Minute war schlimmer als 12 Jahre Krieg“
  7. Weltweite Aktion lädt Kinder zum Rosenkranzgebet für den Frieden
  8. "Kirche in Not": Mord an Priestern auch in "katholischen Ländern"
  9. Kirchliche Schule in Karakosch (Nordirak) wiedereröffnet
  10. Größte katholische Kirche auf der Arabischen Halbinsel wird geweiht







Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Voll in die Falle getappt
  4. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  5. Piusbrüder und Vatikan suchen Weg zur Einheit
  6. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  7. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  8. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  9. Leere Hörsäle: Dramatischer Einbruch bei katholischen Theologie-Studenten
  10. Die Kirche – nicht nur – im deutschsprachigen Raum: «the big picture»
  11. Vatikan: Neue Statuten für die Marienforschung
  12. George Orwell wohnt in Brüssel, aber nicht nur dort!
  13. Traditionsbruch: New Yorks Bürgermeister Mamdani nicht bei Installation von Erzbischof Hicks
  14. 'Ich bin der Liebe Gottes würdig, einfach weil ich existiere.'
  15. Deutsches Formular für Geburtenanzeige: Welches Geschlecht hat die Mutter?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz