Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  2. EWTN-Chefin Maria Montserrat Alvarado wird neue Kommunikationspräfektin
  3. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  4. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  5. ZDF hasst Katholiken
  6. Wahrheit ist heilsrelevant
  7. Es gibt keine zweite Chance mehr
  8. Christus bleibt nicht im Tempel! Fronleichnam: Einladung für die Gegenwart
  9. 'Armutsindustrie' in der Kritik: Statistik misst Ungleichheit, nicht echte Not
  10. Papst Pius X.: ‚Was brauchen wir heute am meisten, um die Gesellschaft zu retten?
  11. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  12. Technisch brillant, geistig obdachlos
  13. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  14. Großes Kardinalstreffen mit dem Papst - KI statt Liturgie
  15. Ritus, Zeichen und Symbol: Der Weg zum Mysterium

Vatikan: Kardinalsversammlung appelliert an muslimische Führer

21. Oktober 2014 in Weltkirche, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Kardinal-Staatssekretär Parolin: Außer Distanzierung von IS-Verbrechen auch klare Verurteilung des "Töten von Menschen aus angeblichen religiösen Gründen" sowie jeder Diskriminierung nötig


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Der Terror des sogenannten "Islamischen Staats" (IS) muss nach Ansicht von Kardinal-Staatssekretär Pietro Parolin zu starken Reaktionen der islamischen Führer führen. Parolin äußerte sich am Montag vor dem Konsistorium der Kardinäle und Patriarchen im Vatikan, bei dem Papst Franziskus den Vorsitz hatte. Die derzeitige Lage von Christen und anderen religiösen Minderheiten im Herrschaftsbereich des "Islamischen Staats" sei "inakzeptabel", sagte Parolin.

Die Terrorgruppe trete elementarste Menschenrechte mit den Füßen. Den muslimischen religiösen Führungspersönlichkeiten sollte es neben der Distanzierung von den Untaten des IS auch allgemein darum gehen, "das Töten von Menschen aus angeblichen religiösen Gründen und jede Art von Diskriminierung klar zu verurteilen".

"Massenhinrichtungen, Enthauptungen von Andersdenkenden, Verkauf von Frauen auf dem Markt, Kindersoldaten, Zerstörung von religiösen Stätten - das alles hat Hunderttausende zur Flucht gezwungen", so der Kardinal-Staatssekretär wörtlich: "Wir verurteilen klar diese Verletzungen nicht nur des humanitären Völkerrechts, sondern der grundlegendsten Rechte überhaupt, und fordern ein Recht der Flüchtlinge auf Rückkehr und auf ein Leben in Würde und Sicherheit im eigenen Land. Das ist ein Recht, das von der internationalen Gemeinschaft wie von den Staaten garantiert werden muss." Die UNO habe die Pflicht, "neue Völkermorde" zu verhindern.


Konfliktlösung nur über Heiliges Land

Friede lasse sich im Nahen Osten allerdings nicht "unilateral" herstellen, sondern nur mit einer "umfassenden regionalen Lösung". Für eine "Stabilisierung der ganzen Region" wäre ein Ende des israelisch-palästinensischen Konflikts "dringend nötig", wobei jetzt entsprechende diplomatische Bemühungen forciert werden müssten. Auch der Iran sollte an einer Lösung für die Probleme im Nahen Osten beteiligt werden, so der Kardinal-Staatssekretär.

Mit den US-Luftschlägen auf Stellungen des "Islamischen Staats" zeigte sich die "Nummer Zwei" des Vatikan nicht ganz zufrieden. Der Makel sei, dass sich US-Präsident Barack Obama nicht um ein Mandat der Vereinten Nationen bemüht habe. Parolin betonte aber dass, es "legitim" sei, den ungerechten Aggressor zu stoppen. Doch müsse auch hier das Völkerrecht eingehalten werden, wie auch Papst Franziskus gesagt habe.

Eine Lösung des Problems sei freilich militärisch nicht zu erwarten.
Es müsse von den Ursachen ausgegangen werden. Die fundamentalistische Ideologie nutze die Gefühle jener, die sich als Verlierer sehen, aus, unterstrich der Kardinal-Staatssekretär. Zudem müssten endlich alle Quellen ausgetrocknet werden, aus dem die Terrorgruppe "Islamischer Staat" seine Terroraktivitäten speise - wobei Parolin den illegalen Erdölexport und die Lieferung von Waffen und Technik als Beispiele nannte.

Humanitäres Drama angehen

Zum Exodus von Christen aus dem Nahen Osten meinte Parolin vorsichtig, das sei "ein komplexes Problem". Wer einen Verbleib der Christen in der Region wolle, der müsse auch dafür sorgen, dass sie dort "adäquate Lebens-, Sicherheits- und Arbeitsbedingungen sowie Zukunftsperspektiven" vorfinden.

Die Kirche könne angesichts dieser Herausforderungen - und besonders "angesichts der Verfolgungen der Kinder und so vieler schuldloser Menschen" - nicht schweigen, so der Kardinal-Staatssekretär. Immer dringender sei es, das "herzzerreißende humanitäre Drama" im Nahen Osten anzugehen, wie etwa in Syrien, wo bereits die Hälfte der Bevölkerung auf humanitäre Hilfe angewiesen sei - "um erst gar nicht vom Drama der Flüchtlinge zu sprechen, die man nach Millionen zählt".

Die Christen in der Region sollten nicht der Versuchung nachgeben, sich von politischen oder militärischen Kräften beschützen zu lassen. "Vielmehr sollten sie einen Beitrag zur Entwicklung ihrer Gesellschaften leisten, damit diese in Richtung Moderne, Demokratie, Rechtsstaat und Pluralismus gehen", so Parolin.

Copyright 2014 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Islam

  1. Der ‚reaktionäre‘ Islam und die Herausforderung für den liberalen Verfassungsstaat
  2. Islamexperte Mansour warnt: Europa hat ‚naive Haltung‘ zum Islam
  3. Wien: Viele junge Muslime stellen religiöse Vorschriften über österreichische Gesetze
  4. Öffentliche Wiener Mittelschulen: Jeder zweite Schüler ist Moslem
  5. Pakistans Scharia-Gericht billigt Entführung, Vergewaltigung, Kinderehe einer 13-jährigen Christin
  6. Islamistengruppe ‚Nūr al-ʿIlm‘ breitet sich in Norddeutschland aus
  7. Wien: Einziger Christ in der Klasse wird "Schwein" genannt
  8. In muslimischen Regionen müssen Christen den Ramadan nicht selten mitbefolgen
  9. Kardinal Schönborn: "Wenn sich bei uns so viele Menschen vom Christentum verabschieden..."
  10. „Wir führen Einzelgespräche mit Muslimen im persönlichen Kontakt“






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG noch bis 22. JUNI!
  2. EWTN-Chefin Maria Montserrat Alvarado wird neue Kommunikationspräfektin
  3. ZDF hasst Katholiken
  4. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  5. Schottischer Pfadfinderjunge verweigert Verbeugung vor Allah in der Moschee
  6. "Ich musste ihm unglücklicherweise ein paar Schläge verpassen"
  7. Warum haben alte Kirchen einen verborgenen Raum unter dem Altar?
  8. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  9. Papst kommt unpünktlich und scherzt auf Deutsch: "Ich bin Ausländer"
  10. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  11. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  12. Wahrheit ist heilsrelevant
  13. Eine katholische Heldin
  14. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  15. „Silere non possum“: „Die Führung dieses Dikasteriums war ein Desaster“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz