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Alter Aufsatz von Benedikt XVI. sorgt für neue Diskussionen

17. November 2014 in Aktuelles, 61 Lesermeinungen
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Ein Aufsatz aus dem Jahre 1972 über wiederverheirateten Geschiedenen wurde jetzt in veränderter Form neu veröffentlicht


Freiburg/Bonn (kath.net/KNA) In der Debatte über einen neu veröffentlichten und überarbeiteten Aufsatz von Benedikt XVI. plädiert der Freiburger Moraltheologe Eberhard Schockenhoff für eine «Entdramatisierung». Obwohl sich der emeritierte Papst in der neuen Version anders als in der Urfassung nicht mehr für die Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zu den Sakramenten ausspricht, widerlege der
Papstaufsatz dennoch den oft vorgebrachten Einwand, dass eine individuelle Zulassung zum Kommunionempfang unvereinbar mit der Glaubensüberzeugung von der Unauflöslichkeit der Ehe sei, meint Schockenhoff in einem Gastbeitrag für die «Herder-Korrespondenz» (Dezember).


Seit langem wird in der katholischen Kirche um einen neuen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen diskutiert. Bislang sind sie laut katholischer Lehre von den Sakramenten ausgeschlossen. In der Praxis
gibt es jedoch oft individuelle Lösungen. Erwartet wird, dass sich Papst Franziskus im kommenden Jahr nach der weltweiten Bischofssynode zu diesem Thema äußern wird.

Häufig wird in der aktuellen Diskussion auf einen 1972 veröffentlichten theologischen Aufsatz von Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI., verwiesen. Darin betont er einerseits das unbedingte Festhalten an der Unauflöslichkeit der Ehe, spricht sich aber zugleich für in engen Grenzen mögliche individuelle Lösungen aus, so dass in Einzelfällen auch Wiederverheiratete vom
jeweiligen Ortspfarrer wieder zu den Sakramenten zugelassen werden können.

Dieser Aufsatz ist nun in den Gesammelten Werken Joseph Ratzingers neu veröffentlicht worden, allerdings in einer stark überarbeiteten Form. Benedikt XVI. spricht nun nicht mehr von einem möglichen Sakramentenempfang für Wiederverheiratete, sondern empfiehlt stattdessen, häufiger Ehenichtigkeitsverfahren zu führen, und so den Weg für eine zweite Ehe und damit den Zugang zu Kommunion und Beichte
freizumachen.

(C) 2014 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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