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Hartl kritisiert Dreyer wegen Mitwirkung in TV-Kuppelshow

21. November 2014 in Familie, 8 Lesermeinungen
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Johannes Hartl, Leiter des Augsburger Gebetshauses: Jesus Christus sage über die Ehe, dass sie von Gott gestiftet und unauflöslich sei. Man dürfe deshalb nicht mit ihr experimentieren.


Augsburg (kath.net/idea) Scharfe Kritik an der Mitwirkung des freikirchlichen Theologen Martin Dreyer (Berlin) an der Sat.1-Kuppelshow „Hochzeit auf den ersten Blick“ hat sein katholischer Kollege Johannes Hartl (Foto) geübt. Dieser leitet das „Gebetshaus“ in Augsburg, in dem seit 2011 ohne Unterbrechung rund um die Uhr gebetet wird. In der Sendung werden Partner verheiratet, die sich zuvor noch nie gesehen haben; sie sollen nach der Hochzeit zueinander finden. Die Paare wurden in einem Verfahren ausgewählt, bei dem die Kandidaten unter anderem einen DNA-Test ablegen müssen, um herauszufinden, ob sie sich „riechen“ können. Vier Experten führen die Partner zusammen, darunter Dreyer, der früher die „Jesus-Freaks“ leitete und die „Volxbibel“ erfunden hat. In einem offenen Brief äußert sich Hartl bestürzt darüber, dass sich Dreyer dafür hergebe, „als christlicher Prediger Teil einer TV-Show zu sein, in der Menschen – offensichtlich als Experiment – einfach mal spontan heiraten“. Er gehe davon aus, so Hartl, dass Dreyer damit Menschen erreichen wolle, „die sonst niemals ein Wort von einem Prediger hören würden“. Allerdings dürften Christen nie an etwas teilnehmen, was das biblische Zeugnis verdunkele: „Ich kann zum Beispiel auch nicht – verzeih den drastischen Vergleich – an einem Porno mitdrehen, weil ich dabei ja den anderen Schauspielern von Jesus erzählen kann.“ Jesus Christus sage über die Ehe, dass sie von Gott gestiftet und unauflöslich sei. Man dürfe deshalb nicht mit ihr experimentieren. Dreyer gebe – „sicher mit sehr lauteren Absichten“ – durch seine Mitwirkung an der Show „dem moralischen Ausverkauf unserer Gesellschaft den Schein einer christlichen Legitimation“ gemäß dem Motto „Sogar ein Pastor ist dabei“. Die Menschen brauchten jedoch „dringend die Wahrheit von der Heiligkeit und Unantastbarkeit der Ehe“.


Dreyer verteidigt die Show

Auf die Bitte der Evangelischen Nachrichtenagentur idea, zu der Kritik Stellung zu nehmen, reagierte Dreyer nicht. Gegenüber dem Wochenmagazin „Stern“ verteidigte er die umstrittene Show: „Jeder Pastor aus der Eheseelsorge weiß, dass Emotion nie die Grundlage einer funktionierenden Ehe sein kann.“ Das Team der Sendung glaube, „dass andere Dinge wie gemeinsame Werte, gemeinsame Träume, gemeinsamer Glaube, aber auch so Dinge wie Gene und Hormone eine viel bessere Grundlage darstellen. Das versuchen wir, mit unserem Experiment zu beweisen.“

kath.net dokumentiert den Brief von Johannes Hart an Martin Dreyer in voller Länge

Lieber Martin Dreyer,

mit Trauer und großer Bestürzung sehe ich, dass Du Dich dafür hergibst, als christlicher Prediger Teil einer TV-Show zu sein, in der Menschen - offensichtlich als Experiment - einfach mal spontan heiraten. Ich gehe fest davon aus, dass es Dein Anliegen ist, dadurch Menschen zu erreichen, die sonst niemals ein Wort von einem Prediger hören würden. Dieses Dein Anliegen halte ich für unbeschreiblich wertvoll, und Du bist uns ein Vorbild darin, wie Du diesem Anliegen schon durch so vieles Rechnung getragen hast. Allerdings halte ich es für wichtig, dass wir als Christen in diesem Anliegen nie aktiv an etwas teilnehmen, was das biblische Zeugnis verdunkelt. Ich kann zum Beispiel auch nicht - verzeih den drastischen Vergleich! - an einem Porno mitdrehen, weil ich dabei ja den anderen Schauspielern von Jesus erzählen kann.

Jesus sagt über die Ehe, dass sie von Gott gestiftet und unauflöslich ist (Mt 19,6), sie ist eben - entgegen Deiner Aussage - nichts, womit man „experimentieren darf“. Das ganze AT und NT ist voll von Stellen, die diesen hohen Wert deutlich zum Ausdruck bringen.

Dass Du in der heutigen Zeit, in der viel zu schnell sexuelle Beziehungen geschlossen werden, die nicht gesund sind (und die Leidtragenden sind die Kinder solcher Beziehungen!), an einem solchen Sendeformat aktiv teilnimmst, macht mich sehr betroffen. Ohne es zu wollen und sicherlich mit sehr lauteren Absichten gibst Du dadurch dem moralischen Ausverkauf unserer Gesellschaft den Schein einer christlichen Legitimation („sogar ein Pastor ist dabei!“), die doch so dringend die Wahrheit von der Heiligkeit und Unantastbarkeit der Ehe bräuchte. Da dieses Dein Statement öffentliche Wirkung hat, poste ich dieses besorgte Statement auch öffentlich.

Herzlich, Dein Johannes Hartl


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Dr. theol. Johannes Hartl: Die Kunst, eine Frau zu lieben

Foto Johannes Hartl (c) Gebetshaus Augsburg/Ruth Brozek


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