25 November 2014, 09:30
'Artikel ist trauriges Beispiel für tendenziöse Berichterstattung'
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Medien'
Starke Kritik an der Berichterstattung über die Kundgebung gegen die Abtreibungsklinik Stapf in Stuttgart äußerte eine Juristin der CDL (Christdemokraten für das Leben) in ihrem Brief an den Chefredakteur der „Stuttgarter Zeitung“

Stuttgart (kath.net)
Eine Juristin der CDL (Christdemokraten für das Leben) hat in einem Brief an die "Stuttgarter Zeitung" scharfe Kritik an der Berichterstattung der Stuttgarter Zeitung im Zusammenhang mit einer Demonstration gegen eine Abtreibungsklinik geübt. Friederike Hoffmann-Klein, Europarechtsexpertin der „Christdemokraten für das Leben“ (CDL) kritisierte den Bericht als ein „trauriges Beispiel einer tendenziösen Berichterstattung“. „Zahlreiche Formulierungen dieses Artikels lassen die gebotene journalistische Objektivität und Fairness vermissen. Das beginnt bereits bei der Beschreibung der Demonstranten als ‚radikale Abtreibungsgegner‘. Ohne das Adjektiv ‚radikal‘ kann man Abtreibungsgegner offenbar nicht mehr nennen. Tatsächlich waren die einzig Radikalen unsere Gegendemonstranten. Ihnen ging es nicht um eine sachliche Auseinandersetzung, sondern allein darum, unsere Meinungsäußerung durch Lautstärke und Aggressivität unmöglich zu machen“, schreibt Hoffmann-Klein und verweist darauf, dass die einzig Radikalen die (nicht angemeldeten) Gegendemonstranten gewesen seien.

Werbung
messstipendien


„Tatsächlich waren die einzig Radikalen unsere Gegendemonstranten. Ihnen ging es nicht um eine sachliche Auseinandersetzung, sondern allein darum, unsere Meinungsäußerung durch Lautstärke und Aggressivität unmöglich zu machen“. Auch sei die die Formulierung im Lead des Artikels: „…stießen sie jetzt auf laute Gegenwehr“ alles andere als neutral gewesen, denn es werde damit suggeriert, dass die Meinungsäußerung gegen Abtreibung etwas sei, wogegen man sich (redlicherweise) zur Wehr setzen müsse. „Mit keinem Wort“ werde allerdings erwähnt, „dass die Gegendemonstration nicht angemeldet war und daher rechtmäßiger Weise hätte aufgelöst werden können. Das Verhalten der Teilnehmer der Gegendemonstration ist nicht eine berechtigte Gegenwehr, wie es in Ihrem Artikel dargestellt wird, sondern ein nach § 21 Versammlungsgesetz strafbewehrtes Verhalten.“

Hoffmann-Klein machte außerdem deutlich: „Wir, die Demonstranten, haben kein anderes Mittel benutzt als friedlich für unser Anliegen einzutreten und darauf aufmerksam zu machen, dass in unserem Land nach offiziellen statistischen Angaben jährlich mehr als 100.000 Kinder durch Abtreibung den Tod finden. Die überwiegende Zahl dieser Tötungen wird aus Steuergeldern finanziert. Es handelt sich also keineswegs um ein privates Anliegen, sondern um eine Aktion von öffentlichem Interesse.“

Die Juristin kritisierte „die unfaire Berichterstattung, die in dem Artikel zum Ausdruck kommt“. Diese wiege „umso schwerer, als das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil vom 28.5.1993 gerade die Medien besonders in die Pflicht genommen. Das Bundesverfassungsgericht schreibt: ‚Der Schutzauftrag verpflichtet den Staat schließlich auch, den rechtlichen Schutzanspruch des ungeborenen Lebens im allgemeinen Bewußtsein zu erhalten und zu beleben. Deshalb müssen die Organe des Staates in Bund und Ländern erkennbar für den Schutz des Lebens eintreten. Das betrifft auch und gerade die Lehrpläne der Schulen. Öffentliche Einrichtungen, die Aufklärung in gesundheitlichen Fragen, Familienberatung oder Sexualaufklärung betreiben, haben allgemein den Willen zum Schutz des ungeborenen Lebens zu stärken; dies gilt insbesondere für die in Art. 1 § 1 SFHG vorgesehene Aufklärung. Öffentlich-rechtlicher wie privater Rundfunk sind bei Ausübung ihrer Rundfunkfreiheit (Art. 5 Abs. 1 GG) der Würde des Menschen verpflichtet […]; ihr Programm hat daher auch teil an der Schutzaufgabe gegenüber dem ungeborenen Leben.‘“

Das CDL-Mitglied äußerte abschließend, dass sie „für eine künftig ausgewogenere Berichterstattung zum Thema Abtreibung dankbar“ wäre.







kath.net ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.

Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 

meist kommentierte Artikel

Medienbericht: Die ersten sieben Medjugorjeerscheinungen echt! (127)

US-Jesuit behauptet: Einige Heilige waren wahrscheinlich homosexuell (42)

'Will der Vatikan in einem Atemzug mit Saudi-Arabien genannt werden?' (36)

Kardinal Maradiaga wettert gegen vermeintliche 'Papstkritiker' (32)

Lehrerin trägt nun Fisch statt Kreuz an Halskette - wieder Ärger? (28)

Katholischer CDU-Wahlsieger fordert die Homo-'Ehe' (26)

Trump weitet Lebensschutz-Erlass aus (23)

Nach Vergewaltigungsfall verweigert Stadt Flüchtlingsaufnahme (23)

Politische Korrektheit gehört auf den Müllhaufen der Geschichte (21)

Australien: Diskussion um Beichtgeheimnis bei Missbrauch (19)

Die Lehre eint, die Ideologie spaltet (17)

Der Wahlbetrug ist programmiert (17)

'Die Kirche driftet auseinander' (17)

Erstkommunion? - Rette sich wer kann! (16)

Darum verschiebt der Papst die Fronleichnams-Prozession auf Sonntag (14)