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Vatikan startet ersten Weltgebetstag gegen Menschenhandel

4. Februar 2015 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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8. Februar künftig in der Kirche "Internationaler Tag des Gebets und der Reflexion gegen den Menschenhandel" - Ordensfrau: "Wer zu Prostituierten geht, ist kein echter Mann" - Kardinal Turkson: Tag soll Impuls für Solidarität und Handeln geben


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Mit einem internationalen Gebetstag setzt der Vatikan am kommenden Sonntag ein Zeichen gegen den Menschenhandel. Die moderne Sklaverei sei ein global wachsendes Verbrechen, gegen das die Kirche weltweit mobilisieren müsse, sagte der Präsident des päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, Kardinal Peter Turkson, bei der Vorstellung der neuen Initiative am Dienstag im Vatikan. Nötig sei eine Bewegung «vom Bewusstsein zum Gebet, vom Gebet zur Solidarität und von der Solidarität zur konzertierten Aktion».

Der «Internationale Tag des Gebets und der Reflexion gegen den Menschenhandel» soll jährlich am 8. Februar in den Diözesen der Weltkirche begangen werden. Dazu sollen Gebetswachen, Besinnungstexte und Informationsveranstaltungen über das Unrecht des Menschenhandels informieren und sensibilisieren. Initiatoren sind die Zusammenschlüsse der Ordensoberen von Männer- und Frauenorden; unterstützt werden sie außer vom Päpstlichen Rat für Gerechtigkeit und Frieden auch von der vatikanischen Ordenskongregation und dem Migrantenrat.


Kongregationspräfekt Kardinal Joao Braz de Aviz lobte bei der Pressekonferenz den starken Einsatz von Ordensnetzwerken gegen den Menschenhandel. Die Orden seien dazu berufen, «die Welt für die Werte des menschlichen Lebens aufzuwecken». Der Präsident des Migrantenrates, Kardinal Antonio Maria Veglio, hob das große Interesse des Papstes und des Vatikan hervor. Der Kampf gegen den Menschenhandel ist ein zentrales Thema im Pontifikat von Papst Franziskus. Ihm widmete er unter anderem die Botschaft zum katholischen Weltfriedenstag am 1. Januar 2015 mit dem Titel «Nicht mehr Knechte, sondern Brüder».

Der 8. Februar ist der Gedenktag der Heiligen Josephine Bakhita (ca. 1869-1947). Die Sudanesin wurde als Mädchen in die Sklaverei verschleppt und später befreit. Nach ihrem Eintritt in die Kirche schloss sie sich dem Orden der Canossa-Schwestern an und wirkte bis zu ihrem Tod in Italien.

Laut Schätzungen sind rund 35 Millionen Menschen auf der Welt Opfer von organisiertem Menschenhandel. Sie werden als Zwangsarbeiter und, vor allem Frauen und Kinder, als Prostituierte oder auch für den Organhandel ausgebeutet.


Copyright 2015 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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