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Nigeria: Korruption als größte Herausforderung

14. Februar 2015 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Nigerianischer Bischof befürchtet, dass es Ende März zu einem ähnlich großen Ausbruch der Gewalt gegen Christen durch militante Islamisten wie nach den Wahlen in 2011 kommen könnte.


München (kath.net/KIN) Die größte Herausforderung nach den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Nigeria Ende März wird die Bekämpfung der Korruption von Politikern sein. Dies sagte der nigerianische Bischof Matthew Hassan Kukah von Sokoto gegenüber dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“. Die seit Jahren herrschende Korruption habe in der Bevölkerung die Loyalität gegenüber dem nigerianischen Staat geschwächt und die Nation destabilisiert. Die Wahlen waren vor einigen Tagen wegen drohender Anschläge der Terrorgruppe „Boko Haram“ um sechs Wochen verschoben worden. Die nigerianische Armee will bis zum Wahltermin gezielt gegen die militanten Islamisten vorgehen.

Der Bischof befürchtet, dass es Ende März zu einem ähnlich großen Ausbruch der Gewalt gegen Christen wie nach den Wahlen in 2011 kommen könnte. Als der Christ Goodluck Jonathan mit absoluter Mehrheit zum Präsidenten gewählt wurde, gingen radikale Islamisten vor allem im Norden des Landes gegen Christen vor. Damals wurden innerhalb von drei Tagen 800 Menschen getötet und zahlreiche Kirchen, Geschäfte und Wohnhäuser zerstört. „Leider hat die die Regierung die Verantwortlichen bis auf wenige Ausnahmen nicht zur Verantwortung gezogen. Fast niemand wurde vor Gericht gestellt“, bedauert Kukah.


Der Bischof von Sokoto stellt fest, dass die Terrororganisation „Boko Haram“ in den vergangenen Jahren die Spannungen in der Gesellschaft verstärkt habe. „Die Angriffe haben den Willen zur gegenseitigen Akzeptanz unter den ethnischen Gruppen vermindert und die Beziehung zwischen Christen und Muslimen belastet.“

Ein gewaltiges gesellschaftliches Problem sei die ungleiche Verteilung der Güter. „Einerseits haben einige wenige Industrielle in Nigeria noch nie so viel Erdöl verkauft wie heute, andererseits leben viele Bürger im Elend. Die neue Regierung muss sich dafür einsetzen, dass die breite Bevölkerung Zugang zu Bildung und Arbeit erhält“, sagte Kukah.

Bischof Kukah wird auf dem Kongress „Treffpunkt Weltkirche“ von „Kirche in Not“ vom 12.-15. März 2015 in Würzburg zu Gast sein und über die Situation der Kirche in Nigeria berichten.

„Kirche in Not“ unterstützt nigerianische Flüchtlinge, die vor „Boko Haram“ geflohen sind, und hilft der Kirche im Land bei der Aufrechterhaltung der Seelsorge. Um die Christen in Nigeria weiter unterstützen zu können, bittet das Hilfswerk um Spenden:

Spendenmöglichkeiten und weitere Infos zu Kirche in Not:
Kirche in Not Deutschland

Kirche in Not Österreich

Kirche in Not Schweiz
Foto Bischof Kukah (c) KIRCHE IN NOT


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