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150 Parlamentarier sorgen sich um Bluttest auf Down-Syndrom

24. März 2015 in Deutschland, 9 Lesermeinungen
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Parlamentarier aus allen Fraktion befürchten steigenden Druck, Trisomie 21-Kinder abzutreiben – Hüppe: „Die Praxis, dass Kinder mit Behinderung unter der medizinischen Indikation bis zur Geburt abgetrieben werden, hat mit Inklusion nichts zu tun.“


Berlin (kath.net/idea) Der Bluttest zur vorgeburtlichen Feststellung des Down-Syndroms (Trisomie 21) bereitet 150 Abgeordneten aus allen vier Fraktionen im Deutschen Bundestag Sorgen: Sie haben eine 18 Fragen umfassende „Kleine Anfrage“ an die Bundesregierung gestellt. Hintergrund sind die Beratungen des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen über eine Erprobung des Bluttests. Ergebnis könnte seine Aufnahme in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen sein. Dann würden sie die Kosten erstatten. Aktuell wird diese Blutuntersuchung auf freiwilliger Basis durchgeführt. Der Preis liegt bei mindestens 485 Euro. Die Abgeordneten befürchten, dass die Möglichkeit, sehr früh und „risikoarm“ zu testen, auch die gesellschaftliche Erwartung erzeugen könnte, dieses Angebot zu nutzen. Damit erhöhe sich der Druck, ein „perfektes“ Kind zu gebären. Eltern könnten bei einer Entscheidung für ein behindertes Kind künftig immer mehr in Erklärungsnot geraten. Verwiesen wird auf Dänemark. Dort werde der Bluttest seit 2005 allen Schwangeren angeboten. Seitdem habe sich die Zahl der mit Down-Syndrom geborenen Kinder halbiert. Die Abgeordneten wollen unter anderem wissen, wie sich die Zahl der mit Trisomie 21 lebend geborenen Kinder in Deutschland während der vergangenen 15 Jahre entwickelt hat und worin der medizinische Zweck der Blutuntersuchung bestehe. Nach eigenen Angaben handelt es sich seit der Deutschen Einheit 1990 um die erste Kleine Anfrage, die von allen Bundestagsfraktionen getragen wird.


Hüppe: Gesellschaftliche Diskussion ist notwendig

Eingebracht wurde sie auch von dem stellvertretenden Vorsitzenden der „Christdemokraten für das Leben“ (CDL), dem Bundestagsabgeordneten Hubert Hüppe (CDU). Er sagte der Evangelischen Nachrichtenagentur idea, dass die vorgeburtliche Blutuntersuchung als Kassenleistung nicht mit den Bemühungen um eine inklusive Gesellschaft zusammenpasse: „Die Praxis, dass Kinder mit Behinderung unter der medizinischen Indikation bis zur Geburt abgetrieben werden, hat mit Inklusion nichts zu tun.“

Weiter fragt Hüppe: „Welchen Sinn hat eine von der Mitgliederschaft der Krankenkassen finanzierte Diagnose, die keinen therapeutischen Nutzen hat? Ist es die Aufgabe der Krankenkassen, die Abtreibung von behinderten Kindern zu fördern?“ Es sei die schlimmste Diskriminierung überhaupt, dass von der Norm abweichende Kinder getötet werden. Schon jetzt finde bei über 90 Prozent der identifizierten Kinder mit Down-Syndrom eine Abtreibung statt. Ein weiterer Anstieg sei zu befürchten, wenn der Bluttest zur Kassenleistung werde. Bislang habe es über dieses Thema keine gesellschaftliche Diskussion gegeben. Diese wolle man mit der Kleinen Anfrage anstoßen.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sagte gegenüber idea zu der Diskussion um den Bluttest: „Der medizinische Fortschritt stellt uns immer wieder vor ethische Herausforderungen. Ich glaube, wir müssen aufpassen, dass wir nicht denken, wir könnten auf Erkenntnis einfach verzichten, weil es leichter ist, mit Nichtwissen umzugehen als mit Wissen.“

Trotzdem müsse man sich mit Risiken einer „erweiterten Erkenntnismöglichkeit“ sehr intensiv beschäftigen. Die Gefahr einer Selektion menschlichen Lebens müsse sehr ernst genommen werden. Gröhe: „Die Frage, wie wir Menschen ethisch befähigen oder ihnen in Konflikten helfen, mit solchem Mehrwissen über den Gesundheitszustand eines ungeborenen Kindes umzugehen, ist eine große Herausforderung.“

kath.net-Interview: Mutter über ihr Trisomie 21-Kind: 'Ich bin so stolz auf ihn!'

Gigi - der fröhliche Botschafter für Trisomie 21 (Down-Syndrom)



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Lesermeinungen

 Krisi 27. März 2015 
 

Lieber Bücherwurm

Bitte sein Sie mir nicht nachtragend, wenn ich dies Ihnen so direkt mitteilen muss aber die Realität zeigt, dass es Menschen gibt, welche das Gute zum Schlechten und das Schlechte zum Guten regelrecht verdrehen. Dies geschieht besonders gern in hochemotionalen Themen. Es kann durchaus sein, dass Mütter denen wie Sie sagen "dies" geschehen ist, als Spätabbruch unterstellt wird. Da die Menschen für solche Schauplätze des Leids kein Herz und auch Wollen mehr haben, stehen dann betroffene teilweise völlig am Boden zerstört ganz alleine da. Der Mensch produziert heutzutage eine regelrechte Wegwerfgesellschaft und nutzt hier nun bereits schon "echte kleine" Menschen. Personen, welche aber solche kleinen Menschen lieben und dies aus Medizinischen Gründen als Spätabtreibung unterstellt bekommen. Leiden enorm. Gibt es! So war es gemeint und kein bisschen anders. Im allgemeinen gibt es nicht viele Familien, die sich für Kinder mit genetischen Abweichungen entscheiden. Statistisch 2/2000 etwa?


0
 
 bücherwurm 25. März 2015 

@Krisi:

Die von Ihnen unter "Schwangerschaftsvergiftung" geschilderten Komplikationen sind keinesfalls eine Abtreibung, NIE! Sondern sie sind der Versuch, eine Schwangerschaft mit für die Mutter (und deshalb auch für das Kind) lebensbedrohlichen Umständen mit dem minimalsten Schaden zu überstehen. Daran ist grundsätzlich moralisch nichts auszusetzen, auch wenn das im Einzelfall natürlich durchaus tragisch verlaufen kann.


0
 
 Krisi 25. März 2015 
 

Verbot für Abtreibungen!

Tja, da sieht man mal was die intelligente Spezies "Mensch" mit Ihren freiem Willen so anstellt.

Ich wäre wirklich nur für eine frühere Geburtseinleitung für Mütter und Kinder, wenn es Komplikationen in der Schwangerschaft gibt.

Dann sind die Indikationen gerechtfertigt.

Es ist grausam Menschen mit einem genetischen Defekt "Spätabzutreiben" nur muss man ernstlich vorsichtig sein nicht Mütter, welche aus "echten" Medizinischen Gründen handeln in eine Schublade zu befördern.

Sicher kommt die selten vor jedoch gibt es das auch, dass Mütter ihre behinderten Kinder möchten und auf Grund von z.B. einer "Schwangerschaftsvergiftung" Ihr Kind früher zur Welt holen lassen müssen. Etwas was auch bei einem gesunden Kind passieren könnte.
Das wäre dann kein Mord in meinen Augen sondern eine wirkliche Tragödie.
Jedoch vorsätzlich "NEIN" zu kleinen behinderten Menschen zu sagen ist ein moderne Form der Euthanasie!!!!

Grenzenlose Kritik dafür!!!!!


0
 
 bellis 24. März 2015 

Gottesfurcht - Gesetze

Nein,Abtreiber,Mütter,Väter,Großeltern,Freunde,Ärzte,Hebammen,alle,die an einer Abtreibung teilhaben oder wegsehen, fürchten Gott nicht,sie behaupten Er existiere nicht,um ihre bösen Taten/Unterlassen von Taten zum Mord "unbehelligt" tun zu können. Aus dem gleichen Grund behaupten sie, dass der Embryo nur ein "Schwangerschaftsgewebe"oder "ein paar Zellen" seien. Sie verweigern die Realität.Und niemand,auch keine Priester/Bischöfe sagen ihnen mehr, dass ein Mord sie lebenslang verfolgen wird und der Anfang vom garantierten Unglücklichsein auf Erden ist. Wir müssen dringend die Ausübung der Sexualität bei den Heiden wieder einhegen,sonst enden wir in der Barbarei - dann aber tobt die Hölle in Form von Feminismus, Genderismus, Sexualismus in allen Formen, denn das ist ihr Götze.
Gesetze sind Regelungen,die die Menschen (über die 51% und seien sie noch so dumm oder böse)sich geben. Gottes Gesetz steht darüber.


0
 
 pjka 24. März 2015 

Der Fehler liegt nicht in der Diagnose, sondern im Gesetz

Es ist sowieso eine klare Diskriminierung, daß Kinder mit Behinderung bis unmittelbar vor der Geburt getötet werden dürfen. Mit diesem Gesetz haben sich die Politiker schon vor einer klaren Position gedrückt. Der Grundfehler ist, daß der Gesetzgeber den Menschen erst ab Geburt als Mensch bezeichnet inkl. Recht auf Unversehrtheit.


1
 
 mariaelvira 24. März 2015 
 

Tötung von Kindern mit Down-Syndrom.

Wer in aller Welt kann denn schon sagen, ob ein Mensch wert oder unwert ist für das Leben?
Jeder Mensch, der heute lebt, er ist doch auch einmal geboren. Tötung im Mutterleib ist Mord. Wie schrecklich ist dieser Tod, denn ein Kind wird zerstümmelt, das ist gar nicht auszudenken, was da geschieht. Wo ist nur das Gewissen der Ärzte, die sowas tun? Was ist denn wichtiger im Leben, Geld oder Mensch, der von Gott erschaffen wird und gewollt und geliebt wird. Fürchten diese Menschen, die abtreiben sich denn nicht vor dem Gericht des ewigen Gottes? Wir haben einfach kein Recht, andere Menschen umzubringen. Die Liebe tut soetwas nicht.


2
 
 julifix 24. März 2015 

Noch meine...

Elterngeneration, (Vater 1936, Mutter 1939 geboren), hat gesagt: "Auslöschung unwerten Lebens durch die Führung und die Schergen des 3. Reichs darf es NIE WIEDER geben!"
Damals wurde unwertes Leben in den KZ's vernichtet - heute im Mutterleib und im Altenheim/den Krankenhäusern!

WO IST DAS "NIE WIEDER" heute???


5
 
 Chris2 24. März 2015 
 

Tests, die nur eine einzige Konsequenz haben können,

nämlich, das Kind ggf. zu töten, dürften natürlich nicht von den Kassen bezahlt werden. Aber in der "Kultur des Todes" ist alles möglich, während z.B. heimliche Vaterschaftstests sogar unter Strafe stehen (bzw. standen)...


4
 
 Wastl 24. März 2015 

Designerbaby

nun werden die Abgeordneten von den Geistern die sie riefen eingeholt. Wer die Abtreibung freigibt muss sich nicht wundern das dieses mörderische Angebot auch angenommen wird. Dieser Staat ist auf dem besten Weg selbstherrlich zu bestimmen welches menschliche Wesen die Chance auf ein Leben hat und welches getötet werden darf. Hat es dieses nicht schon einmal im 3. Reich gegeben ?


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