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Christenmorde in Türkei: Witwe glaubt nicht mehr an Gerechtigkeit

8. April 2015 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Der Zeitung «Bugün» sagte Geske, sie mache sich Sorgen, weil die meisten Beschuldigten aus der Untersuchungshaft entlassen worden seien. «Immer, wenn ich zu einem Verhandlungstag gehe, haben meine Kinder Angst.»


Istanbul (kath.net/KNA) Die Witwe des vor acht Jahren in der Türkei getöteten deutschen Missionars Tilman Geske glaubt nicht mehr an eine gerechte Strafe für die Mörder ihres Mannes. «In dieser Welt» werde es wohl keine Gerechtigkeit mehr geben, sagte Susanne Geske laut türkischen Zeitungsberichten vergangene Woche. Sie äußerte sich anlässlich des 103. Verhandlungstages des Prozesses gegen die mutmaßlichen Mörder im osttürkischen Malataya. Der Zeitung «Bugün» sagte Geske, sie mache sich Sorgen, weil die meisten Beschuldigten aus der Untersuchungshaft entlassen worden seien. «Immer, wenn ich zu einem Verhandlungstag gehe, haben meine Kinder Angst.»


Tilman Geske sowie die türkischen Protestanten Necati Aydin und Ugur Yüksel waren am 18. April 2007 in Malatya von Rechtsnationalisten brutal ermordet worden. Trotz der langen Prozessdauer ist noch kein Urteil in Sicht. Vier der fünf Angeklagten in dem Mordprozess waren im vergangenen Jahr auf freien Fuß gesetzt worden. Sie profitierten von einer Begrenzung der maximalen Untersuchungshaftzeit auf fünf Jahre. Die Vertretung der Nebenklage will erreichen, dass das Gericht auch mutmaßliche Hintermänner der Täter im türkischen Staatsapparat zur Rechenschaft zieht.

(C) 2015 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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