29 April 2015, 12:00
Journalist: 'Kolossales Scheitern des deutschen Episkopats'
 
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Publizist Gersdorff kritisiert DBK-Stellungnahme für die Familien-Bischofssynode: „Wie viel Geld hat die reiche katholische Kirche in Deutschland ausgegeben, um die negativen Einflüsse von Fernsehen, Internet und sonstigen Medien zu bekämpfen?“

Bonn (kath.net) „Wie viel Geld hat die reiche katholische Kirche in Deutschland ausgegeben, um die negativen Einflüsse von Fernsehen, Internet und sonstigen Medien auf die Menschen zu bekämpfen? Welche katechetischen Gegenmaßnahmen wurden getroffen, um die katholische Lehre wach zu halten?“ Diese pointierten Fragen stellte der katholische Publizist Mathias von Gersdorff in einem Kommentar in der „Jungen Freiheit“ angesichts der Stellungnahme der Deutschen Bischofskonferenz auf die Vatikanumfrage zur Vorbereitung der Familiensynode im Oktober 2015. Das Dokument sei „das Eingeständnis eines kolossalen Scheiterns des deutschen Episkopats, in diesem Land den katholischen Glauben und das katholische Lehramt zu verteidigen“. „Falls die Stellungnahme tatsächlich die hiesige Realität wiedergibt, so hat die Kirche keinerlei Einfluß auf die Ansichten ihrer Gläubigen hinsichtlich Ehe, Familie und Sexualmoral. Was Scheidung, Patchwork-Familien, Verhütung und homosexuelle Partnerschaften angeht, haben die Gläubigen laut der Stellungnahme der deutschen Bischöfe vollständig die Ansichten übernommen, wie sie Zeitschriften wie Bravo, Spielfilme, Soap Operas oder Bündnis 90/Die Grünen verbreiten. Mit anderen Worten: Laut der deutschen Bischofskonferenz hat die sexuelle Revolution in Deutschland ganze Arbeit geleistet. Die katholischen Bischöfe haben keinerlei Einfluß darauf, was die Gläubigen über Ehe und Sexualität denken.“

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Deshalb könnten Bischöfe „aus armen Bistümern“ zu Recht Fragen stellen wie: „Wie kann es sein, daß eine so reiche Kirche so wenig Geld ausgegeben hat, um den Gläubigen die wahre katholische Lehre über Ehe und Sexualität zu vermitteln? Warum sind die Inhalte der Lehrschreiben der Päpste Benedikt XVI., Johannes Paul II. (Familiaris consortio) und Paul VI. (Humanae vitae) in Deutschland so unbekannt oder werden nicht ernst genommen?“ Warum hätten die deutschen Bischöfe „‚Humanae vitae‘ durch die Königsteiner Erklärung in Frage gestellt“?

Da obendrein das katholische Verständnis von Ehe und Sexualität eng mit der Christologie verbunden sei, müsse man noch grundsätzlicher fragen: „Wenn tatsächlich kaum noch Deutsche die katholische Ehe- und Sexualmoral teilen, muß man sich fragen, inwiefern sie noch an den Kernpunkten des katholischen Glaubens festhalten, wie etwa an der Gottheit Christi, seinem Heilswirken als Sühneopfer und Erlöser, an der Auferstehung usw.“.

Gersdorff äußerte dann seine Verwunderung darüber, dass ausgerechnet deutsche Bischöfe Forderungen an die Synode stellten in dem Sinn, dass die Lehre „weiterentwickelt“ werden müsste und dass man „Wertschätzung“ gegenüber außerehelichen und homosexuellen Beziehungen zeigen „Welche Erfolge möchte die deutsche Delegation eigentlich vorweisen, um sich die Autorität zuzuschreiben, solche Forderungen zu stellen?“ Es sei kaum verwunderlich, so Gersdorff, dass in vielen Ländern die Katholiken über deutsche Katholiken nur noch den Kopf schüttelten. Selbst der keineswegs für Konservativität bekannte Kirchenjournalist der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, Daniel Deckers, habe vor kurzem festgestellt, dass die Deutsche Bischofskonferenz bislang „die einzige weltweit“ sei, die diesen Standpunkt vertrete.

Angesichts der geringen Zahlen der Antworten deutscher Katholiken auf die Vatikanumfrage böten die Antworten von vornherein keinerlei statistisch aussagekräftiges Zahlenmaterial, die Deutsche Bischofskonferenz hätte dem Vatikan mittteilen sollen, dass es mangels Beteiligung nicht möglich war zu erfahren, was die Gläubigen über Ehe und Familie denken. „Doch statt dessen wurde ein Dokument redigiert, das die Schleifung der katholischen Lehre über die Ehe und die Sexualität empfiehlt.“

Gersdorff schließt seinen Kommentar mit der Bemerkung: „Warten wir ab, was nun Kardinal Marx und andere bis zur Familiensynode von sich geben. Der deutsche Kardinal Walter Brandmüller hat jedenfalls schon klargestellt: ‚Wer das Dogma ändern will, ist ein Häretiker – auch wenn er Purpur trägt.‘“

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