Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  2. Die Mitwirkung der seligen Jungfrau Maria an der Erlösung
  3. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  4. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  5. 'Wenn du deinen Apparat kulturell gegen dich hast, bist du der ärmste Hund als Bischof.'
  6. Zehn Jahre Amoris laetitia: die Schule des Zuhörens
  7. Schwester Helen und angebliche Flirt-Fantasien der Dominikaner
  8. Papst verkündet neuen Friedensappell der Weltreligionen in Assisi
  9. NZZ: 'Die Kirchen arbeiten an der Ächtung der AfD mit'
  10. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  11. Wir können NICHT schweigen!
  12. Halbierung der Pfarren und Schließung Dutzender Kirchen
  13. Papst Leo wird operiert - Knoten in der Lunge!
  14. Forscher sprechen von neuen Beweisen für möglichen Fundort der Arche Noah
  15. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare

Missbrauchs-Prozess gegen Ex-Vatikanbotschafter vertagt

12. Juli 2015 in Weltkirche, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Staatsanwalt des Vatikanstaates wirft Wesolowski u.a. vor, in der Dominikanischen Republik mehrere Jungen im Alter von 13 bis 16 Jahren sexuell missbraucht zu haben, außerdem eine «enorme Menge» kinderpornografischen Materials besessen zu haben.


Vatikanstadt (kath.net/KNA) Der Prozess gegen den früheren Botschafter in der Dominikanischen Republik, Jozef Wesolowski (66), wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger vor einem vatikanischen Gericht ist am Wochenende kurz nach seiner Eröffnung vertagt worden. Wesolowski war am Samstag zum ersten Verhandlungstag nicht im Gerichtssaal erschienen. Der Vatikan teilte mit, der polnische Ex-Geistliche sei nach gesundheitlichen Beschwerden am Freitag kurzfristig in die Intensivstation eines römischen Krankenhauses gebracht worden. Wesolowskis Anwalt sagte am Samstag, sein Mandant sei zur Aussage bereit gewesen.

Der Prozess wurde nach rund sechs Minuten auf unbestimmte Zeit vertagt. Es ist das erste Mal, dass einem vormals ranghohen kirchlichen Würdenträger wegen sexuellen Missbrauchs vor einem weltlichen Strafgericht des Vatikanstaates steht.


Der Staatsanwalt des Vatikanstaates, Gian Piero Milano, wirft Wesolowski unter anderem vor, in der Dominikanischen Republik mehrere Jungen im Alter von 13 bis 16 Jahren sexuell missbraucht zu haben. In mindestens einem Fall soll dies in der Öffentlichkeit geschehen sein. Zudem wird Wesolowski beschuldigt, eine «enorme Menge» kinderpornografischen Materials besessen zu haben. Zum Strafmaß äußerte sich der Staatsanwalt nicht.

Nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe wurde Wesolowski im August 2013 von seinem Posten als Papstbotschafter in der Dominikanischen Republik abberufen. Nach einer ersten gerichtlichen Anhörung im Vatikan wurde er im September 2014 auf persönliche Anordnung von Papst Franziskus unter Hausarrest gestellt. Von einer Inhaftierung sah die vatikanische Justiz wegen seines schlechten Gesundheitszustands ab. Im Dezember 2014 wurde Wesolowski nach Ablauf der zulässigen Höchstdauer aus dem Hausarrest entlassen, muss sich seither aber weiter im Vatikan aufhalten.

Als früherer Diplomat des Heiligen Stuhls ist Wesolowski vatikanischer Staatsbürger. Daher muss er sich auch vor der weltlichen Gerichtsbarkeit des Vatikanstaats verantworten. Nach einem kirchenrechtlichen Prozess hatte der Vatikan ihn bereits im Juni 2014 in den Laienstand versetzt, also aller priesterlichen Rechte und Pflichten enthoben.

Der vatikanische Staatsanwalt verlas am Samstag eine Anklageschrift mit fünf Punkten. Neben sexuellem Missbrauch und Besitz von Kinderpornografie beschuldigt er Wesolowski, für «schwere psychologische Schäden» seiner Opfer verantwortlich zu sein. Weiter wirft er dem Angeklagten vor, mit seinem Verhalten «die Prinzipien der christlichen Religion und Moral» verletzt zu haben. Ein eigener Anklagepunkt, der sich auf kinderpornografisches Material bezieht, das auf zwei Computern in der Dominikanischen Republik gefunden wurde, ist der Kauf von «Sachen, die einem Verbrechen entstammen». Rechtliche Grundlage des Verfahrens ist das Strafrecht des Vatikanstaates. Seit 2013 ist der Besitz von Kinderpornografie darin ein eigener Straftatbestand.

(C) 2015 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Missbrauch

  1. Papst an Italiens Kirche: Bei Missbrauch Mut zur Wahrheit
  2. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  3. Papst spricht drei Stunden mit Missbrauchsopfern aus Belgien
  4. Causa Rupnik: Papst bittet um Geduld für laufenden Vatikan-Prozess
  5. Massive Kritik am „Spiegel“ nach skandalösem Artikel über „Dragqueen“ Jurassica Parka
  6. „Kardinal Marx und Bischof Bätzing werden voraussichtlich in der Trierer Studie berücksichtigt“
  7. Vatikan ernennt Richterinnen und Richter im Fall Rupnik
  8. New Mexico klagt Meta, Mark Zuckerberg wegen Ermöglichung der sexuellen Ausbeutung von Kindern
  9. Synode über Synodalität verwendet Bilder von Marko Rupnik
  10. Missbrauchsexperte Zollner: ‚Keine Kultur der Rechenschaftspflicht’ in der Kirche







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Zehn Jahre Amoris laetitia: die Schule des Zuhörens
  3. ‚Mundus reconciliatus Ecclesia‘ – Die Sendung der Kirche in der Welt
  4. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  5. Papst Leo: 'Ehe offenbart etwas von Gottes Geheimnis'
  6. Satire aus den USA: Ungeborene tarnen sich als Todestrakt-Häftlinge, um Schutz zu erhalten
  7. Verwandtenheirat: Darwin vs. Heilige Schrift - Die Bibel hat Recht!
  8. Papst verkündet neuen Friedensappell der Weltreligionen in Assisi
  9. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  10. Ein moderner Menschenhandel: Die Ersatzmutterschaft durch Kauf eines Kindes
  11. Wussten Sie, dass es einen Schutzpatron für Gewichtsheber gibt?
  12. Jakobsweg steuert auf neues Pilger-Rekordjahr zu
  13. Finnische Langzeitstudie: Anstieg an psychiatrischen Erkrankungen nach ‚Geschlechtsumwandlung‘
  14. Neuer Eichstätter Bischof Würtz will jetzt beim deutsch-synodalen Irrweg mitmachen
  15. Gerettet durch ein Pro-Life-Schild: Die Geschichte der kleinen Sawyer

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz