17 Juli 2015, 12:01
Planned Parenthood: Verkauf von Organen abgetriebener Babys?
 
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Eine verdeckte Ermittlung zeigt, dass Planned Parenthood Organe abgetriebener Babys gegen Geld abgibt. Es besteht der Verdacht auf Organhandel. Alles legal, behauptet Planned Parenthood.

Los Angeles (kath.net/LSN/jg)
Dr. Deborah Nucatola, die Bereichsleiterin für medizinische Dienste der Familienplanungsorganisation „Planned Parenthood Federation of America“ (PPFA) hat zugegeben, dass die Organisation Organe abgetriebener Babys verkauft. Die Lebensschutzgruppe „Center for Medical Progress“ hat drei Jahre zu diesem Thema verdeckt ermittelt. Vor ungefähr einem Jahr, im Juli 2014, haben sich zwei Schauspieler, die sich als potentielle Abnehmer der Organe ausgaben, im Auftrag des Center for Medical Progress mit Dr. Nucatola getroffen und das Gespräch aufgezeichnet. Ein knapp neunminütiger Zusammenschnitt des Videos und eine Abschrift des ganzen Gesprächs wurden jetzt veröffentlicht. (Siehe Links am Ende des Artikels) Mittlerweile ist auch das vollständige Interview auf der Internetseite des Center for Medical Progress veröffentlicht worden.

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Die PPFA sei selbstverständlich bereit, Organe abgetriebener Babys anzubieten, sagt Nucatola. Die Preise bewegten sich zwischen 30 und 100 Dollar. Besonders Leber sei gefragt, aber auch intakte Herzen. Erst kürzlich habe jemand wegen Lungen nachgefragt, erzählt sie zwischen Rotwein und Salat.

Am Beginn eines Tages sehe sie sich an, welche Organe die Kunden anfragen würden. Dann stimme sie diese Liste mit den Patientinnen ab, die an diesem Tag eine Abtreibung durchführen lassen würden. Der Eingriff würde dann so durchgeführt, dass die gewünschten Organe nicht beschädigt würden, erklärt Nucatola, die selbst Abtreibungen durchführt.

In den meisten Fällen würden die Abtreibungen unter Ultraschall durchgeführt, damit die Mediziner sehen könnten, wo sie ihre Zange ansetzen sollten, berichtet sie. Als sie von der „Gewinnung“ eines Kopfes spricht, schildert sie eine Prozedur die an eine in den USA verbotene Teilgeburtsabtreibung erinnert. Wie jedes Gesetz unterliege auch diese Bestimmung der Interpretation. Wenn man beim ersten Eingriff feststelle, dass man keine Teilgeburtsabtreibung beabsichtige, spiele keine Rolle was danach passiere, sagt Nucatella.

Der Handel mit Organen ist in den USA illegal. Die PPFA bestreitet die Abgabe von Organen nicht, bestreitet aber ein finanzielles Interesse an den Transaktionen zu haben. Im Gesundheitswesen wären viele Patienten bereit, Körpergewebe für die Forschung zur Verfügung zu stellen. Das gelte auch für die Patientinnen in den von der PPFA betriebenen Abtreibungskliniken. In einigen Fällen gebe es eine Aufwandsentschädigung für Tätigkeiten der PPFA, beispielsweise für Transporte der Organe, schreibt ein Pressesprecher der Organisation in einer Stellungnahme.

Die PPFA will auf Anraten ihrer Rechtsabteilung nicht als Vermittlerin von Organen in Erscheinung treten. Nucatola verweist die „Interessenten“ daher an die einzelnen Abtreibungskliniken. Diese würden jeden Eindruck vermeiden wollen, an der Transaktion Geld verdienen zu wollen. Aber wenn es möglich sei, mehr als die Kosten hereinzubekommen, würden sie es gerne tun, sagt Nucatola.

John Boehner, der Sprecher des US-Repräsentantenhauses, und mindestens zwei Bundesstaaten der USA haben angekündigt, aufgrund des vom Center for Medical Progress veröffentlichten Materials Untersuchungen durchführen zu wollen.

Die PPFA ist die größte Abtreibungsorganisation der USA. Sie erhält mehr als 500 Millionen Dollar jährlich an Subventionen aus Steuergeldern. Sie kritisiert, dass die Aufnahmen so geschnitten seien, dass die Organisation in einem schlechten Licht erscheine. Der deutsche Ableger von Planned Parenthood ist "Pro familia".

Link zur Abschrift des vollständigen Gesprächs (englisch):
centerformedicalprogress.org

Das Video 'Planned Parenthood Uses Partial-Birth Abortions to Sell Baby Parts':




Fox News: Planned Parenthood under fire for controversial video





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