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Bloggst Du noch oder blödelst Du schon?

26. September 2015 in Kommentar, 2 Lesermeinungen
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Ein Gastkommentar von Peter Winnemöller zu den Aussagen von Kardinal Marx


Geseke (kath.net/ Katholon)
Das Marxsche Bonmot „Verbloggung führt zur Verblödung“ erregt ja durchaus die Gemüter der Bloggerkolleginnen und -kollegen. Man fühlt sich in seinem ehrenamtlichen publizistischen Tun von Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz nicht gerade wertgeschätzt. Natürlich kann man sagen, wem der Schuh paßt, der zieht ihn sich an. Mir paßt er nicht, ich ziehe ihn mir nicht an. Und dennoch.

Im Kontext der Frage nach einem Webportal, das ja im eigentlichen Sinne gar kein Blog ist, fiel dieser markige Spruch, der im Grunde die größte Zahl der katholischen Blogger nicht betrifft, aber dennoch trifft. Dies ist nicht zuletzt so, weil sich katholische Blogger ohnehin von der Kirche und hier insbesondere von den bezahlten kirchlichen Medienarbeitern nicht sonderlich wertgeschätzt fühlen. Statt Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, erntet man eher Häme und Ablehnung. Statt Bloggerrelations zu betreiben, wie es alle großen Unternehmen und Organisationen mehr oder weniger erfolgreich tun, schlägt die katholische Kirche in Deutschland ihren Bloggern die Tür vor der Nase zu. Da fragt man sich als katholischer Blogger, ob man nicht am Ende doch im falschen Film ist. Man wurde auch schon mal mit lockerer Hand in einen Topf mit kreuz net und ähnlichem geworfen.


Wer also verstehen möchte, warum eine Vielzahl katholischer Blogger sich von diesem locker markigen Spruch, der ja dem Grunde nach die katholische Bloggerszene, augenzwinkernd auch schon mal Blogoezese genannt, gar nicht treffen kann, eben dennoch verletzt, gekränkt beleidigt und ganz sicher nicht wertgeschätzt fühlen, muß dies im Hinterkopf behalten.

Im Kontext der allgemeinen Verachtung, die katholischen Bloggern von vielen – nicht von allen – kirchlichen Dienststellen entgegen gebracht wird, gibt es jetzt zudem noch ein Zitat vom Sprecher der deutschen Bischöfe, das bei passender oder unpassender Gelegenheit eben diesen katholischen Bloggern um die Ohren fliegen wird. Was einmal aus der Tube gedrückt ist, das bekommt man in diese nicht wieder zurück.

Als katholischer Blogger gilt mein Dank dem Vorsitzenden der DBK, der mit einem Satz meine jahrelangen Versuche eben doch eine Kommunikation zwischen katholischen Bloggern und kirchlichen Dienststellen zu ermöglichen, förmlich zerschmettert hat. Wir werden das marxsche Bonmot der Verblödung durch Verbloggung sicher im November auf der Bloggertagung in Essen noch mal diskutieren. Vielleicht werden wir es auch nur verblödeln.

Es erschließt sich mir einfach nicht, warum katholisches Bloggen von der Kirche nicht ebenso wertgeschätzt wird, wie die Mitarbeit am Pfarrbrief, das Engagement im Pfarrgemeinderat, liturgische Laiendienste, Mitarbeit in der Caritas und vieles andere mehr. Aber wir werden wohl auch künftig damit leben müssen, die Schmuddelkinder der katholischen Publizistik zu sein.

Da weiß man, was man hat. Guten Abend.

Für mich hat dieser lapidar und vermutlich sogar gedankenlos dahin geworfene Satz einen Denkprozeß ausgelöst. Will ich das eigentlich noch? Nein, ich will es nicht mehr. Ich habe keine Lust, Leute, die mir – und wenn auch nur indirekt – Verblödung unterstellen künftig für lau gegen schlechte Presse und andere öffentliche Angriffe zu verteidigen. Dies nur um dann anschließend von denen, die man verteidigt, beleidigt zu werden. Nein, danke!

Mein Bloggen wird sich ändern. Thematisch, in der Schwerpunktsetzung … Wie genau die Veränderung aussehen wird, das wird sich zeigen. Schnellschüsse sind nicht mein Ding. Ein Denkprozeß ist eingeleitet. Und ja, auch ich habe mich über diesen blöden Satz der Verblödung durch Verbloggung geärgert. Aber Ärger, geht man produktiv damit um, ist gesund und bringt einen voran. In diesem Sinne, fröhliches weiter verblöden [verblöden durchgestrichen] bloggen.

DBK-Vorsitzender Kardinal Marx übt undifferenzierte Kritik an katholischen Bloggern und ihren Lesern: ´Verbloggung führt manchmal zur Verblödung´






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Lesermeinungen

 Christin16 28. September 2015 

Bloggen, Blogger verblodeln ist das eine, aber

eine in höchster Not bedrohte christliche Familie aus dem Irak, die im Aufnahmelager in Freising von islamistischen Fundamentalisten so sehr bedroht wurde, dass sie schließlich in den Irak zurückflüchtete und nun nicht wieder nach Deutschland einreisen kann, im Stich zu lassen, ist gelinde gesagt eine Schande für den hier zuständigen Erzbischof von München und Freising.
Kardinal Marx übernehmen Sie und machen Sie Ihren Einfluss geltend, dass diese christliche Familie umgehend zurück nach Deutschland kann und hier nicht wieder den Fundamentalisten ausgesetzt wird! Das ist das Mindeste, was Sie hier leisten müssen! Das erwarte ich als gläubige Katholikin und Foristin von Ihnen! Und sorgen Sie dafür, dass die entsprechenden Täter herausgefunden und sofort abgeschoben werden! Das sind Sie allen bereits anwesenden Christen und allen, die sich wegen ihres christlichen Glaubens noch hierher flüchten, als Oberhirte schuldig. Ich bitte nicht, ich fordere, die Zeiten der Bitte sind vorbei.


6
 
 Toribio 26. September 2015 
 

Ein echter Winnemöller!

Auch wenn heute der kath. Glaube von vielen Klerikern, selbst von vielen Bischöfen und Kardinälen, verraten u. verkauft wird, so haben die Glaubenstreuen doch das große Glück, dass ihnen in diesen Zeiten große Männer u. Frauen - Kleriker wie auch Laien - zu Hilfe kommen... man denke nur an die Kardinäle Sarah, Cordes, Brandmüller, Burke usw., aber auch an engagierte Laien wie Meves, Kuby, Kelle oder Journalisten u. Publizisten wie Matussek, Kissler oder eben Winnemöller.
Seien wir dankbar, dass wir solche Leute haben!
An Winnemöller fasziniert mich seine Fähigkeit zur Zusammenschau... er weist auf die großen Zusammenhänge hin und stellt das Ganze verständlich dar, oft gewürzt mit einer Prise Sarkasmus, wenn man zw. den Zeilen zu lesen vermag.
Schon im Titel steckt so eine feine Anspielung... "Bloggst Du noch oder blödelst Du schon?" - wer denkt da nicht sofort an den neuen atheistischen Slogan "Glaubst du noch oder denkst du schon?"
Ja, glaubt Kard. Marx noch oder denkt er schon?


19
 

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