24 Oktober 2015, 10:30
Kardinal Schönborn: Keuschheit in zweiter Ehe nicht zwingend
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Schönborn'
Deshalb sei in der Stellungnahme des deutschsprachigen Zirkels zum Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen davon auch nicht mehr die Rede.

Vatikanstadt (kath.net/KNA) Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn hält das katholische Keuschheitsgebot in einer zweiten, zivil geschlossenen Ehe nicht für zwingend erforderlich. Dies halte die von ihm geleitete deutschsprachige Synoden-Sprachgruppe nicht «für den einzigen Weg», sagte er am Freitag am Rande der Bischofssynode zu Ehe und Familie dem Internetportal «Vatican Insider». Deshalb sei in der Stellungnahme des deutschsprachigen Zirkels zum Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen davon auch nicht mehr die Rede.

Werbung
ninive 2


Das Schreiben «Familiaris consortio» von Papst Johannes Paul II. aus dem Jahr 1981 betont die Forderung, wiederverheiratete Geschiedene müssten «wie Bruder und Schwester» zusammenleben, um wieder die Sakramente wie die Kommunion empfangen zu können. Die deutsche Sprachgruppe, in der unter anderen der römische Glaubenspräfekt, Kardinal Gerhard Ludwig Müller mitdiskutierte, schlägt stattdessen eine Einzelfallprüfung vor, die nach bestimmten Kriterien auch die Wiederzulassung zu den Sakramenten vorsieht.

Schönborn bezweifelte in dem Interview, dass wiederverheiratete Geschiedene dauernd in schwerer Sünde leben. Der am Anfang stehende Ehebruch müsse zwar so benannt werden. Doch im Laufe der Zeit könnten sich «objektive Notwendigkeiten» ergeben, die eine zweite Ehe nicht mehr automatisch sündhaft machten. Dazu zählen nach seinen Worten etwa die Sorge für gemeinsame Kinder mit dem zweiten Partner oder auch der Fall, in dem eine alleinerziehende Mutter zum Wohl der Familie eine zweite Ehe eingeht.

Bischofssynode: Kardinal Schönborn/Wien, Prof. Schirrmacher/Evangelische Allianz, Kardinal Marx/München während einer Sitzungspause




(C) 2015 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Foto Kardinal Schönborn (c) Erzdiözese Wien







kath.net ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.

Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 

meist kommentierte Artikel

Linksliberale Unterschriften für Franziskus - Irrlehrer willkommen! (118)

Hochschule Heiligenkreuz distanziert sich von Unterschriftenaktion (53)

'Bin fassungslos, dass sich das ZdK für Islam-Feiertag ausspricht' (51)

Papst mahnt mit Jüngstem Gericht zu Hilfe für Hungernde (47)

Papst Franziskus, Kardinal Sarah und Magnum principium (42)

Beifall für veröffentlichte Meinung ist kein theologisches Kriterium (31)

Medien: Polnische Bischofskonferenz kritisch gegenüber Amoris laetitia (25)

„Sie melden: ‚Ich bin ein Gegner der Abtreibung‘“ (22)

Bischof Oster nennt katholisch.de-Überschrift 'Armutszeugnis'. UPDATES (20)

Katholisches Weltfamilientreffen 2018: Homo-Paare willkommen (20)

'profil': Papst kritisiert Kardinal Schönborn (18)

Sternberg (ZdK): 'Ich habe keinen Muslimfeiertag gefordert' (15)

Demütiger Beitrag für ein besseres Verständnis des Motu Proprio (14)

Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr (14)

Benedikt XVI. geht es gut – Vatikan dementiert Gerüchte - UPDATE (11)