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Besorgt um die gegenwärtige Theologie

30. Jänner 2016 in Kommentar, 27 Lesermeinungen
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Es braucht „eine vitale Theologie, die sich freilich auf ihre Prinzipien und ihr Wesen besinnen muss. Ich erwarte von der Theologie, dass sie wirklich Theologie sei“. Von Bischof Rudolf Voderholzer


Regensburg (kath.net) Bemerkungen zur Schlusserklärung des Internationalen Kongresses „Das Konzil ‚eröffnen“ vom 8. Dezember 2015. Folgende Überlegungen wurden als Instructio den Priesteramtskandidaten der Bistümer Regensburg und Passau vorgetragen am 8. Januar 2016. kath.net dankt Bischof Voderholzer (Archivfoto) für die freundliche Erlaubnis zur Veröffentlichung.

Vom 6. bis 8. Dezember vergangenen Jahres fand an der katholischen Akademie Bayern in München ein Internationaler Kongress unter dem Titel „Das Konzil ‚eröffnen‘“ statt.[1] Es waren die Tage, an denen sich die Beendigung des Zweiten Vatikanischen Konzils zum 50. Mal jährte: der 7. Dezember 1965 mit der Verabschiedung der letzten Dokumente „Gaudium et spes“ (Pastoralkonstitution) und der Erklärung über die Religionsfreiheit (Dignitatis humanae), aber auch mit der epochalen Aufhebung der gegenseitigen Exkommunikation zwischen Römischer Kirche und dem ökumenischen Patriarchat. Stärker in der Öffentlichkeit wahrgenommen war die Eröffnung des Heiligen Jahres, die freilich das Konzilsjubiläum zum äußeren Anlass genommen hatte.

Vor diesem Hintergrund also fand in München der theologische Kongress statt. Knapp 200 Theologinnen und Theologen haben daran teilgenommen mit dem Ziel, „die Impulse des Konzils im Blick auf die Aufgaben der deutschsprachigen katholischen Theologie im 21. Jahrhundert zu reflektieren und weiterzudenken“, wie sie in ihrer Schlusserklärung schreiben. In meiner Letztverantwortung auch der theologischen Ausbildung der Priesteramtskandidaten möchte ich die Schlusserklärung einer kritischen Analyse unterziehen.[2]

Zum Titel

Der Titel des Kongresses verwendet den mehrdeutigen Begriff „eröffnen“, den man im Sinne von „erschließen“, „aufschließen“ des „alten“ (wenn Sie so wollen) Zweiten Vatikanischen Konzils, aber auch im Sinne der Eröffnung einer neuen Epoche sozusagen der Theologiegeschichte verstehen kann; oder gar – wenn man bedenkt, dass schon seit längerem ein drittes vatikanisches Konzil gefordert wird – im Sinne der Eröffnung gar eines solchen neuen Konzils. Wörtlich heißt es denn auch in der Einladung: „Das Konzil ‚eröffnen‘ heißt: Die Hoffnung nicht aufgeben, einem kommenden Konzil zuarbeiten.“[3] – Diese Forderung steht freilich in einer merkwürdigen Spannung zu der eingangs im Einladungstext aufgestellten Behauptung, dass die Rezeption des II. Vatikanischen Konzils noch lange nicht abgeschlossen sei, was zweifellos richtig ist. So beinhaltet der Titel eine Unentschiedenheit in der Schwerpunktsetzung zwischen Rezeption des alten oder Vorbereitung eines neuen Konzils.

Zum Aufbau

Der Text umfasst 12 Punkte, die alle einem gleichen Schema folgen. Sie sind aufgebaut aus zwei Abschnitten: Es wird in einem ersten Abschnitt der – ich sage – vermeintliche Inhalt oder Ertrag des Konzils bezüglich eines bestimmten Themas beschrieben. Ein zweiter Abschnitt, stereotyp formuliert mit „Wir stehen dafür ein“, beinhaltet die Position der unterzeichnenden Theologinnen und Theologen, die entweder die Gestalt einer Forderung oder auch die Gestalt der Formulierung eigener Hausaufgaben oder einer Selbstverpflichtung hat.

Wer sind die hinter diesem „Wir“ versammelten Theologinnen und Theologen? Die Namensliste ist veröffentlicht. Sieht man sich die Liste insgesamt an, so stellt man fest, dass es sich bei weitem nicht nur um aktive Professoren handelt, sondern um etliche Emeriti, aber auch um zahlreiche Mittelbauvertreter, die zum Teil noch gar nicht promoviert sind.[4] Lediglich ca. 80 Erst- und Mitunterzeichner sind aktive Professorinnen und Professoren. Aber es geht gar nicht um die Frage, wer unterschrieben hat. Es geht um die Sache, die Thesen müssen analysiert werden.

Allgemeine Beobachtungen

Eine erste, noch ganz äußerliche Beobachtung hinsichtlich dieses Abschlussdokumentes: Der Text erhebt den Anspruch, das Konzil in seinen wesentlichen Punkten zu erfassen und zu „eröffnen“. Bei alledem wird der „Buchstabe des II. Vatikanischen Konzils“ freilich nicht ein einziges Mal zitiert. Man findet kein einziges wörtliches Zitat. Nun kann man sagen, die Kunst bestehe ja gerade darin, zusammenzufassen, auf der Meta-Ebene den Sinn zu benennen. Ob dies gelungen ist, bezweifle ich. Und ist es nicht bedenklich, dass auch nach dem Namen „Jesus“ oder dem Titel „Christus“ geschweige denn dem Bekenntnis „Jesus (ist der) Christus“ ebenfalls vergeblich gesucht wird? Das Wort Gott kommt vier Mal vor, 2x in der Verbindung „Volk Gottes“ als vermeintlich einzige ekklesiologische Bestimmung, einmal im Sinne von „Gottesrede“ und einmal in der Verbindung „Selbstmitteilung Gottes“. Nach dem Stichwort Trinität / Dreifaltigkeit sucht man ebenso vergebens wie nach „Credo“ oder „Taufe“. Das Stichwort „Evangelisierung“ oder gar „Neuevangelisierung“ fehlt ebenfalls ganz.

Positiv lässt sich feststellen, dass die Impulse des Zweiten Vatikanischen Konzils hinsichtlich der Einheit der Theologie aufgegriffen werden (vgl. DV 24, SC 16, OT 16, GE 11, UR 10). Alle Fächer sollen sich aus der Heiligen Schrift speisen, sollen untereinander offen sein und auch die Erkenntnisse anderer Wissenschaften, besonders auch im ökumenischen Geist, würdigen. In Nr. 2 der Schlusserklärung sprechen sich die Verfasser für eine stärkere innere Vernetzung der theologischen Fächer aus. Ebenso plädieren sie dafür, den Austausch zwischen Theologie und den anderen Wissenschaften zu intensivieren. Dies kann man nur befürworten. Sogar der Wissenschaftsrat hatte in seinen „Empfehlungen zur Weiterentwicklung von Theologien und religionsbezogenen Wissenschaften an deutschen Hochschulen“ im Jahr 2010 mehr Kooperationen innerhalb der Theologie wie auch mit anderen Fächern angemahnt. Natürlich sollte eine Theologie dann auch wirklich ihr Proprium einbringen und nicht versuchen die bessere Psychologie oder die bessere Geschichtswissenschaft zu sein. Meine Erfahrung mit anderen Fachvertretern zeigt mir, dass eine gute Theologie ein gern gesehener Forschungspartner ist.

Nach 50 Jahren mit neuen geschichtlichen Erfahrungen, unter anderen weltpolitischen Konstellationen, angesichts eines ungeheuren Fortschritts noch einmal auch der Kommunikationstechniken usw., kann man mit gutem Recht eine Bestandsaufnahme machen. In Nr. 11 wird beispielsweise auf diesen Punkt verwiesen. In der Tat konnten sich die Konzilsväter noch nicht vorstellen, was für uns heute selbstverständlich ist: Internet, Handy, Social Media, eine Beschleunigung des Daten- und somit auch Informationsaustausches in schwindelerregender Weise. In der Erklärung heißt es: „Wir stehen dafür ein, die Eigendynamik der medialen Wirklichkeit theologisch besser zu durchdringen, pastoral fruchtbar zu machen, den Dialog mit der säkularen Öffentlichkeit zu intensivieren sowie die innerkirchlichen und theologischen Meinungsbildungsprozesse und Positionsbildungen mehr als bisher aktiv zu gestalten.“ Dass es aber nicht einfach nur um die Medien und ihre Indienstnahme geht, sondern doch um die Inhalte, zeigt folgende Beobachtung: Der Bischof von Passau, Prof. Dr. Stefan Oster SDB, ist ein Medienprofi, der die aufgestellten Forderungen gekonnt beherzigt. Und hier zeigt sich: Derjenige, der die Medien aktiv nutzt und ihre Eigendynamik aufgreift, ist zugleich derjenige, der gerade medial gehörig angefeindet wird. So kommen wir um die Auseinandersetzung mit den Inhalten nicht herum: Ich greife ein paar Punkte heraus, die mir besonders problematisch erscheinen:

„Freiheit und Glaube“

Hier wird die konziliare Lehre der Religionsfreiheit aufgegriffen. In der Tat hat Dignitatis humanae unter Rückgriff auf die Praxis Jesu und der Märtyrer festgehalten, dass niemand zum Glauben gezwungen werden darf, dass andererseits jedem Menschen das Recht zusteht, sich frei zu seinem Glauben bekennen zu dürfen.

In der „Schlusserklärung“ wird nun das Thema „Religionsfreiheit“ innerkirchlich gewendet zur Forderung der Anerkennung der Freiheit der Theologie als wissenschaftlicher Reflexionsform. Man fragt sich, wo diese Freiheit denn im Ernst in einem bedrohlichen Maße begrenzt ist! Wo ist denn in den letzten Jahren das kirchliche Lehramt eingeschritten? Bei alldem fehlt vor allem die Anerkennung des Rechtes des bischöflichen Lehramts, qua apostolischer Autorität doch darüber wachen zu dürfen und zu müssen, ob eine bestimmte theologische Lehre noch mit der Lehre der Schrift und der Tradition übereinstimmt. Die Freiheit der theologischen Lehre ist begrenzt durch die Vorgaben, die jedem Theologie-Treiben gegeben sind; an die sich der Theologe und die Theologin, aber eben auch der Bischof treu halten müssen.

Beim Thema Religionsfreiheit wäre ferner zu bedenken: Wir leben in einer Zeit, in der vielleicht so viel und so intensiv Christen verfolgt werden wie nie zuvor. Damit ist im äußersten Sinn eine Einschränkung der Glaubensfreiheit gegeben. Ich entdecke in den Formulierungen des Schlussdokuments keinen Protest gegen die Beraubung der Religionsfreiheit von Christen in Nordkorea, aber auch in vielen islamischen Ländern. Heute innerkirchlich mangelnde Religionsfreiheit zu beklagen und Religionsfreiheit einzuklagen, ohne die Stimme zu erheben für die Opfer von handfester Christenverfolgung, ist meines Erachtens ein Hohn für alle, die gegenwärtig, etwa in islamischen Ländern, keinerlei Freiheit der Ausübung ihres christlichen Glaubens gewährt bekommen.

Und sollte das Thema „Sakramentenpastoral“, Ehelehre etc. mit gemeint sein, dann ist die durch das Einklagen innerkirchlicher Glaubensfreiheit angezielte „Liberalisierung“ ein Hohn gegenüber allen, die gerade auch für das christliche Eheideal den Märtyrertod auf sich genommen haben, der heilige Johannes der Täufer, der heilige Thomas Morus, um nur die wichtigsten zu nennen.

„Theologie und bischöfliches Lehramt“

Nur nebenbei sei gesagt, dass es eine Unterstellung ist, dass das bischöfliche Lehramt sozusagen von Hause aus Theologie-fern und ausschließlich auf die theologische Kompetenz von Fachtheologen angewiesen sei. Jeder Priester hat ein abgeschlossenes Theologiestudium, und die meisten Bischöfe sind promovierte Theologen, eine ganze Reihe auch habilitiert und haben etliche Jahre an Theologischen Fakultäten gelehrt. Und acht Jahre lang hatten wir sogar einen deutschen Theologie-Professor als Papst. Dessen Name, weder der bürgerliche noch der päpstliche, spielte bei der Münchener Tagung eine Rolle!

Zur Rolle der Bischöfe und ihres Lehramtes wird nun behauptet: „Das Zweite Vatikanum hat die Aufgabe eines pastoral verstandenen Lehramtes der Bischöfe, den Interpretationsprozess von Tradition und Erfahrung des Glaubens zu moderieren, modellhaft umgesetzt.“ Ich kann nicht sehen, wie sich diese behauptete „Selbstrelativierung“ in den Texten, in der Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils, niedergeschlagen hätte. Dass Bischöfe sich beraten lassen, ist eine Selbstverständlichkeit, und zwar aller Konzilien! Darin ein Alleinstellungsmerkmal des Zweiten Vatikanischen Konzils zu erkennen, widerspricht jeder kirchenhistorischen Erfahrung. Aber bislang haben die Konzils-Periti ihre Rolle in Demut und Bescheidenheit angenommen. Bestes Beispiel dafür ist Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt, der seine Beratertätigkeit für Kardinal Frings, die nachweislich sehr weit ging, in einem hohem Maße fast bis zur Selbstverleugnung in Schweigen gehüllt hat. Ich kann also in der Zusammenarbeit von Bischöfen und Theologen kein Spezifikum des Zweiten Vatikanischen Konzils sehen. Wohl aber hat das Konzil erstmals in der Geschichte der Lehrverkündigung eine sehr differenzierte Theologie des Bischofsamtes vorgelegt als die Fülle des apostolischen Dienstamtes mit der Aufgabe, erster Beter, erster Lehrer und erster Verkünder des Glaubens zu sein. Man lese nur Lumen gentium 24 bis 27. Mir selber zittern die Knie, in welch hohem Maße das Konzil das Lehramt der Bischöfe gestärkt hat und was dem Bischof an Verantwortung aufgeladen ist. Der Bischof verspricht bei der Weihe, das ihm anvertraute Gut des Glaubens zu schützen. Er steht mit seiner Existenz dafür ein. Wo und vor wem muss ein Theologe oder eine Theologin aufgestellte Hypothesen verantworten?

Die Theologie hat ihre Aufgabe in der Reflexion des Glaubens auf der Basis des vom Lehramt vorgelegten Glaubensgehaltes. Ein Musterbeispiel für die Zurückhaltung eines Theologen in Bezug auf seine Aufgabe ist der Lehrer von Joseph Ratzinger Prof. Gottlieb Söhngen. Er gehörte zu den deutschen Universitätstheologen, die im Vorfeld der Dogmatisierung der Leiblichen Aufnahme Marias in den Himmel 1948/49 in Gutachten die Nichtdefinierbarkeit aufgrund eines nicht hinreichenden Traditionsbefundes erklärten. Söhngen gehörte damit zur überwiegenden Mehrheit der deutschen Universitätstheologen. Ein besonders scharfer Gegner war Prof. Berthold Altaner. Aber auch Bernhard Poschmann hat ein ganz kritisches Gutachten vorgelegt. Von Söhngen wird erzählt, das man ihn, als man sich zur vorlesungsfreien Zeit nach dem Sommersemester 1950 verabschiedete, gefragt hat, was er denn mache, wenn der Papst in der Zwischenzeit das neue Dogma verkündet. Söhngen muss gesagt haben: Dann werde ich mich daran erinnern, dass die Weisheit der Kirche und ihr Glauben größer ist als die Weisheit eines kleinen Professors und ich werde mich selbstverständlich beugen und das neue Dogma anerkennen. So ist es dann ja auch in der Tat gekommen.[5] Am 1. November, an Allerheiligen 1950, hat der Papst – zum ersten und bisher letzten Mal übrigens – feierlich einen Glaubensinhalt zum verbindlichen Dogma erklärt.

Ich übergehe nun, was etwa zur Frage „Reform kirchlicher Strukturen“ oder auch zur „Innerchristlichen Ökumene“ zu sagen wäre. Man fragt sich: Gibt es wirklich auch eine außerchristliche Ökumene? Hat sich die Rede von der „großen Ökumene“ im Sinne des Miteinanders der Religionen schon wie selbstverständlich durchgesetzt? Meines Erachtens muss man darin ein Element der Sprachverwirrung erkennen.

„Offenbarungsanspruch und Pluralität der Religionen.“

Ich möchte nur noch den meines Erachtens problematischsten Teil herausgreifen, der steht unter Nr. 7: „Offenbarungsanspruch und Pluralität der Religionen.“ In der Tat hat das Konzil in Dei Verbum, dem vielleicht wichtigsten und zentralen Dokument, den Offenbarungsbegriff bestimmt. Hier ist der wichtigste Beitrag von Joseph Ratzinger gegeben. Offenbarung ist nicht die Überlassung eines Buches, auch nicht nur die des Gesetzes oder Rechtweisung. Offenbarung ist das geschichtliche Ereignis der Selbstmitteilung Gottes, die in der Fleischwerdung des ewigen Sohnes vom Vater zu ihrem unüberbietbaren Höhepunkt gelangt ist. Offenbarung ist mehr als geschrieben steht. Offenbarung ist die Eröffnung eines Dialoges, der auf Seiten des Menschen den Glauben weckt. Erst im Glauben der Kirche kommt die Offenbarung zum Ziel: Offenbarung braucht einen Jemand, der ihr inne wird. Henri de Lubac hat die Offenbarungskonstitution das Meisterstück des Konzils genannt.

Die Schlusserklärung führt aus: „Das Konzil lehrt das theologische Verständnis von Offenbarung als Selbstmitteilung Gottes.“ Hier hätte unbedingt die christologische Mitte des Konzils zumindest auch namentlich genannt werden müssen! Und dann kommt sofort Kritik, die aber eine Kritik an der Philosophie ist. „Für die einschlägigen Texte fehlt allerdings bislang eine profunde Klärung der philosophischen Implikationen, über die die Anschlussfähigkeit an säkulare Diskurse sichergestellt werden kann. Zudem bedarf eine adäquate Lektüre dieser Texte einer Berücksichtigung der international hoch differenzierten Rezeptionen.“ Dafür, dass für das Verständnis dieses Textes noch nicht genügend philosophische Vorarbeiten geleistet seien, ist es dann aber auch wieder gewagt, wie in demselben Schlussbericht mit großer Selbstverständlichkeit das dialogische Offenbarungsverständnis von Dei Verbum als Argument in Stellung gebracht wird (vgl. Nr. 4). Hinsichtlich der philosophischen Desiderate kann man aber die Universitätsprofessorinnen und Universitätsprofessoren nur ermutigen: Entwickeln Sie die philosophischen Implikationen, helfen Sie mit, die Vernunft zu „entfesseln“ und die Philosophie in ihrer Metaphysik- und Gottfähigkeit neu zu begründen.

Aber die Sache ist vermutlich problematischer: Denn man weiß offenbar schon, dass etwas Grundstürzendes herauskommen wird. „Wir stehen dafür ein – heißt es nämlich weiter, die interreligiösen Differenzen im Offenbarungsbegriff zu erforschen sowie den Religions- und Traditionsbegriff zu vertiefen.“ Dem kann ich nur zustimmen! Es wird sich zeigen, dass der Islam ein extrem informationstheoretisches Offenbarungsverständnis hat und als „Buchreligion“ im strengen Sinne gelten muss. Die östlichen Religionen gehören mehr der weisheitlichen Tradition an und beanspruchen gar nicht, auf Offenbarung zu antworten. Hier zeigt sich auch die Bedeutung des Gottesbildes. Der dreifaltige Gott ist, das hat u.a. Karl Rahner gezeigt, der Gott, der in seiner Offenbarung auch die Möglichkeitsbedingung des sich Offenbarenkönnens, aber auch die Möglichkeitsbedingungen der Annahme der Offenbarung mitoffenbart. Gänzlich unheimlich wird mir der Text, wenn er dann aber mit Überzeugung behauptet: Die Erforschung der interreligiösen Differenzen im Offenbarungsbegriff sowie die Vertiefung des Religions- wie des Traditionsbegriffes werde „zu einer grundlegenden Neubestimmung von Dogmatik und Fundamentaltheologie führen.“ Grundlegende Neubestimmung!? Was soll man sich darunter vorstellen? Wird es neue und andere Bezugsgrößen, Bezeugungsinstanzen, so genannte „loci theologici“ geben?

Und was soll schlussendlich die Aussage, ich zitiere noch einmal: „Das Verhältnis von Offenbarung und Religionen muss auf die Dimension der Humanität mit der Frage des religiösen Subjektseins in ihrem Zentrum geweitet werden.“ Man kann das wohlwollend interpretieren im Sinne der Regensburger Rede von Papst Benedikt. Die ist aber ganz auf der Basis der bisherigen Fundamentaltheologie und Dogmatik gehalten worden, und kann somit nicht als Veranschaulichung dienen. Oder, weniger wohlwollend, kann man das als Empfehlung des Religionspluralismus lesen mit der Verabschiedung jeden Wahrheitsanspruches und dem Geltenlassen allein des praktischen Kriteriums einer wie auch immer zu verstehenden und zu begründenden „Humanität“. Das aber ist die Abschaffung des Christentums.

Für eine starke Theologie

Dieser Befund macht mich umso besorgter um die gegenwärtige Theologie, als ich die Präsenz der wissenschaftlichen Theologie an den Universitäten für notwendig halte und als wesentlichen Ausdruck unserer abendländischen Wissenschaftskultur betrachte. Die Theologie ist nicht zufällig die erste der Fakultäten. Sie hat – zusammen mit der Philosophie – den vornehmsten Erkenntnisgegenstand, nämlich Gott, und als Theologie speziell die göttliche Offenbarung sowie deren Vermittlung und Implikationen. Und wer sonst als die Theologen – zusammen mit einer mutigen Philosophie – werden die Sensibilität für die ethischen Herausforderungen von Wissenschaft und Technik in einer globalisierten Welt wachhalten und zugleich Kriterien und Orientierung für verantwortungsvolles Handeln vermitteln? Hier besonders ist Interdisziplinarität gefordert. Und wo sonst als bei der Theologie sind Kompetenz und Sachverstand in den religiösen Menschheitsfragen, die keineswegs erledigt sind, sondern mit neuer Wucht weltweit auf den Plan treten? Nicht nur zum Zweck der Priesterausbildung braucht es die Theologie, sondern für alle anderen Wissensgebiete auch. Nicht zuletzt der in den kommenden Jahren wohl immer wichtiger werdende Dialog mit dem Islam braucht eine vitale Theologie, die sich freilich auf ihre Prinzipien und ihr Wesen besinnen muss. Ich werde mich leidenschaftlich für den Fortbestand der Theologischen Fakultäten nicht nur in Eichstätt, sondern auch an den anderen Standorten in Bayern einsetzen. Ich erwarte aber auch von der Theologie, dass sie wirklich Theologie sei.

Fußboten
[1] Vgl. die Dokumentation auf: www.das-konzil-eröffnen.de [19.01.2016].
[2] Die Schlusserklärung des Internationalen Kongresses „Das Konzil ‚eröffnen‘“ ist online verfügbar auf: http://www.das-konzil-eröffnen.de/schlusserklaerung [19.01.2016].
[3] Der Einladungstext ist online auf: http://www.das-konzil-eröffnen.de [19.01.2016].
[4] Unter den Erstunterzeichnern sind 34 aktive Professorinnen und Professoren und unter den Mitunterzeichnern 44. Die restlichen 92 Personen sind emeritierte Professorinnen und Professoren sowie Vertreter des Mittelbaus und der Studierenden.
[5] Vgl. Joseph Ratzinger, Aus meinem Leben. Erinnerungen. Stuttgart 1998, 66.

Archivfoto Bischof Voderholzer (c) Bistum Regensburg

Der Regensburger Bischof Voderholzer predigt bei der Priesterweihe 2013




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Lesermeinungen

 Charlene 30. Jänner 2016 

Vollmacht und Macht

Monsventosus: Der Gedanke gefällt mir.

Wer in der Kirche ein Amt trägt aus Glaubenübezeugung, der kann sich nur als Diener sehen, der die ihm sich darbietenden Optionen im Dienst zur Wirkung bringt. Das brachte Papst Franziskus mehrfach sehr drastisch zum Ausdruck. Aber auch von Benedikt und Johannes Paul kenne ich dieses Amtsverständnis.

Wer nicht aus der Glaubenüberzeugung der Kirche handelt, der kann ihr auch nicht dienen. Jedenfalls nicht nach Maßgabe seiner Absichten. Er setzt deshalb die Möglichkeiten seines Amtes nicht im Dienste Christi ein, sondern für subjektive Ziele.

So wird aus einer Vollmacht eine Macht.


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 Monsventosus 30. Jänner 2016 

Theologie als Wissenschaft

Scott Hahn hat einmal von den Katholiken gesprochen, die ihren Glauben verloren haben, aber nicht bereit sind, ihre Machtpositionen in der Kirche zu räumen. Ich denke, man findet sie an deutschen Fakultäten. Im Übrigen: Wenn 'Das Konzil eröffnen' oder das 'Theologen-Memorandum' das intellektuelle Niveau markieren, auf dem dort Wissenschaft betrieben wird, dann sollte man sie zumachen. Immerhin bin ich nicht nur Katholik, sondern auch ganz normaler Steuerzahler.


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 Laus Deo 30. Jänner 2016 

@Krisi

Ein wahrer Christ ist, einer welcher auch zur Kirche Christi gehört, der Katholischen, denn allein in ihr ist das Heil zu finden. Nicht das alle anderen Christen das Heil nicht finden können, aber es ist immer die Katholische Kirche welche das Heil durch Christus schenkt. Jesus ist das Haupt der Kirche. Der eine Christus nämlich ist Mittler und Weg zum Heil, der in seinem Leib, der die Kirche ist, uns gegenwärtig wird; indem er aber selbst mit ausdrücklichen Worten die Notwendigkeit des Glaubens und der Taufe betont hat, hat er zugleich die Notwendigkeit der Kirche, in die Menschen durch die Taufe wie durch eine Tür eintreten, bekräftigt. Darum können jene Menschen nicht gerettet werden, die sehr wohl wissen, daß die katholische Kirche von Gott durch Jesus Christus als eine notwendige gegründet wurde, jedoch nicht in sie eintreten oder in ihr ausharren wollen. KATECHISMUS DER KATHOLISCHEN KIRCHE


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 Simon Cyrenaeus 30. Jänner 2016 
 

Betende und kniende Theologie

"Die Theologie war, solange sie eine Theologie der Heiligen war, eine betende, eine kniende Theologie."
Bitte nachlesen unter http://www.kath.net/news/12755 vom 6.2.2006!


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 Rolando 30. Jänner 2016 
 

Die Reinheit der Theologen und Theologinnen

Wenn die regelmäßige Reinigung durch die persönliche Hl.Beichte unterbleibt, die sich auch der Beichvater unterziehen muß, wenn die "neuen Erkenntnisse" vieler Theologen nicht mit dem Beichtvater ausgetauscht werden und nicht im Gehorsam zur Lehre der Kirche gefiltert werden, dann kann der Widersacher Gottes ungehindert arbeiten. Es ist wie beim Farbemischen, z.B. ein Topf Reinweiß, der um verwendbar zu bleiben immer wieder aufgerührt werden muß, doch der Rührstock muß sauber sein, wenn andere Restfarbe dran ist dann muß er gereinigt werden, unterbleibt die Reinigung, dann wird mit anderen Farbresten das Reinweiß trüb und schmutzig, es verliert seine Strahlkraft und Schönheit. Wieso achtet eine Braut darauf, das ihr Hochzeitskleid sauber bleibt, eine Braut mit schmutzigem Kleid ist bei weitem nicht so anziehend wie eine mit strahlend weißen Kleid. Wo die reine Lehre verkündet wird kommen auch die Jugendlichen zur Kirche, wo die Sünde gutgeheißen wird, kommen nicht mal mehr die Sünder.


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 Scotus 30. Jänner 2016 

Ach, die Theologen (Teil 2)

Von Jesus gibt es nur zwei Wörter, die echt sind: „Vater“ und „amen“. Der Rest stammt von den Evangelisten. Und die haben es aus irgendwelchen unbekannten Quellen zusammengeschrieben. Die Evangelisten sind Schriftsteller, die manchmal sehr schlampig recherchiert und das meiste ohnehin nur abgeschrieben haben. So ungefähr die Theologen, das wusste Salvatore aus den Vorlesungen. Alle waren auf ihre Art ungläubig geworden, ob ihnen dies ein Schmerz war oder nicht. Salvatore war das seit langem egal gewesen. Nun schmerzte es wieder.“

Aus „Salvatore“ von Arnold Stadler, S. Fischer, 2008


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 Scotus 30. Jänner 2016 

Ach, die Theologen (Teil 1)

„Die gutbestallten Theologen des Westens, die evangelischen noch ein wenig mehr als die katholischen, hielten das mit dem Geld und den Armen auf für eine spätere Zufügung, die der Interpretation bedurfte. Es gab eine Hierarchie der Wahrheiten im Evangelium. Und sie waren diejenigen, die wussten, wie die Stelle gemeint war. Das war ja alles längst wegerklärt. Das war nicht so gemeint. Man muss es richtig verstehen, sagten jene, die immer noch irgendwie etwas glaubten. Es wäre so schön! sagten die Sehnsüchtigen unter den Ungläubigen. Und die anderen kamen auch noch zu Hilfe und sagten: Das hat er sowieso nicht gesagt. Das ist nicht von Jesus. Das ist eine spätere Zufügung mit ideologischer Absicht.
...


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 Krisi 29. Jänner 2016 
 

Nein, Christ ist welcher durch den Heiligen Geist wiedergeboren wurde und Gott seinen Vater durch den Namen von Jesus Christus nennt.
Dieser Mensch ist ein Christ.


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 Charlene 29. Jänner 2016 

Seelenverführer

Klar ist doch, dass viele Theologen und leider auch Bischöfe alles tun, um die Kirche zu zerlegen. Sie haben natürlich keine Chance. Non prevalebunt.
Trotzdem fordern sie ihre Opfer, nämlich all diejenigen, denen die Frohe Botschaft mit allerlei Ausflüchten und Vorbehalten verkündet wird. Diese Opfer laufen in die Irre, fühlen sich in ihren Sünden "offiziell" bestätigt, glauben einen Seelenführer vor sich zu haben und sind doch tatsächlich in die Hände eines Seelenverführers gefallen.

Es ist dieser Missbrauch, der der eigentlichen Preis ist, den wir für Häresien zu bezahlen haben. Deshalb bin ich dem Herrn Bischof dankbar, dass er den Finger in die Wunde legt.


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 zweifelTom 29. Jänner 2016 
 

Theolog(inn)en sind die Glaubenszersetzer(innen) Nr. 1

Theolog(inn)en an katholischen Fakultäten deutscher Universitäten, die (oft lustvoll) im Widerspruch zur Lehre der Kirche unterrichten, sind heute die Hauptverantwortlichen der „Glaubenserosion“ vor allem unter den Laien.
Wenn jetzt hier einige im Namen innerkirchlicher „Religionsfreiheit“ auch noch eine Art „Recht auf Irrlehren“ einfordern, so ist das schlicht pervers.
Wer etwas anderes lehren will, dem steht das frei – aber bitte nicht im Namen der katholischen Kirche!
Deren Bischof verspricht ja bei seiner Weihe, „das ihm anvertraute Gut des Glaubens zu schützen“. Daher ist er verpflichtet (!), Theolog(inn)en die Lehrbefugnis zu entziehen, die hartnäckig daran festhalten, dieses Gut zu beschädigen.
Leider hat sich so mancher Oberhirte aufs Kuschen verlegt.
Studenten durchschauen den Schwindel zumeist. An der Wilhelms-Universität in Münster etwa nennt man einen Abschluss in katholischer Theologie „das kleine Haereticum“. In Tübingen gibt’s dann „das große Haereticum“ obendrauf.


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 Stefan Fleischer 29. Jänner 2016 

Theolog

ein Klosterbruder erzählte uns schon vor langer Zeit den folgen Witz:
"Was ist das Gegenteil von Theolog? Wisst ihr nicht? Das ist doch ganz einfach: Theo sagte die Wahrheit!"


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 Fink 29. Jänner 2016 
 

@ Ambrosius - "ungläubig" ?

Wie Sie schreiben, haben Sie keinen Exegeten getroffen, der ungläubig wäre.
Wie definieren Sie denn "gläubig" und "ungläubig" ? Wir leben in Zeiten der subjektiven Beliebigkeit, und da bezeichnet sich so Mancher als "gläubig".
"Gläubiger Christ" ist der, der voll ("ohne wenn und aber") zum Apostolischen Glaubensbekenntnis ("Credo") steht. Könnten wir uns darauf einigen? Oder nicht ?


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 argus 29. Jänner 2016 
 

Papst Bendikt XVI.:Was ein Wort bedeutet,wird am meisten in jenen Menschen verständlich,die ganz....

..davon ergriffen wurden und es gelebt haben".-Franz von Assisi: "Die Heiligen sind die wahren Ausleger der Heiligen Schrift". (Zitiert aus Dem 1. Buch Jesus von Nazareth von Papst Benedikt XVI 4.Kapitel Seite 108)


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 Ehrmann 29. Jänner 2016 

@Ambrosios et al.-"gläubige Exegeten"

Als solcher hat sich auch unser szt.Ordinarius Prof.Jakob Kremer bezeichnet, obwohl er z.B.wiederholt infrage stellte, ob das Grab am Ostersonntag leer war. Er war ganz traurig, weil viele ihm dadurch seine Gläubigkeit nicht abnahmen -diese Art von Glauben werden wohl die meisten unserer Exgeten bekennen - aber hätten sich dann wohl die Apostel dafür töten lassen?


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 catolica 29. Jänner 2016 
 

Ich empfehle das Buch: Die Bibelfälscher

von dem hervorragenden Exegeten Klaus Berger zu lesen, die Jesus-Bücher von Josef Ratzinger ----hier findet man wahrhaft kirchliche Lehre und nicht das, was uns die historisch-kritische Bibel"wissenschaft" so einreden möchte.


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 Marianus 29. Jänner 2016 

Es fällt mir immer schwerer,

den Mahnern unter meinen Freunden hier vor Ort zu widersprechen: sie erinnern u. a. an die Botschaft der Muttergottes von Fatima, die mehrfach eindringlich Buße und ständiges Gebet zur Sühne für die ständigen Beleidigungen Gottes und für die Bekehrung der Sünder gefordert hatte. Auch müssen wir ehrlich einräumen, dass ihre Forderung, d.h. die des Himmels, Russland ihrem unbefleckten Herzen zu weihen, so in der von ihr geforderten Weise bis heute nicht geschehen ist. Eine Tatsache, auf die auch Gabriel Amorth gerade in den letzten Jahren immer wieder warnend hin weist.
Sicheren Trost und Halt bietet trotz der nahezu rundum traurigen Lage die Gewissheit, dass Christus bis ans Ende der Welt bei uns sein wird und wir im Hinblick auf die Ewigkeit leben dürfen. Welch unermesslichen Schatz unser Glaube doch darstellt!


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 Marianus 29. Jänner 2016 

Habe eben mit großem Interesse

den Voderholzer-Text gelesen. Erschütternd, ja, erschreckend, was wir über einen Theologenkongress erfahren müssen und welchen Geist die Teilnehmer hier offenbarten. Nicht nur Gesellschaft und Kirchen, auch die Theologie scheint in weiten Teilen völlig unvorbereitet auf die gegenwärtig stattfindenden und zukünftigen Auseinandersetzungen mit dem Islam.
In ein spirituell weitgehend entleertes Europa mit einem kraft- und mutlos wirkenden Christentum dringt ein aggressiver Islam vor, der über kurz oder lang die Herrschaft übernehmen wird. Wenn nicht ein Wunder geschieht ..... ! Ist das die Strafe Gottes für Abkehr und Verleugnung seiner Existenz, die Verspottung seiner Nachfolger und die unendlichen Beleidigungen gegen ihn und alles was Ihn als Heilig ausmacht im "freien Westen" ?!!?


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 Ambrosios 29. Jänner 2016 

@Thomas-Karl, catholica

Ich stimme Ihnen, Thomas Karl, zu! Ich habe in langjähriger Erfahrung an verschiedenen Universitäten keinen Exegeten getroffen, der ungläubig wäre - sie alle haben historisch-kritisch gearbeitet (im Übrigen arbeitet auch der Dogmatiker Voderholzer in seinen Büchern über de Lubac historisch-kritisch).
Was @catholica da sagt, ist unwahr, polemisch und unzutreffend.


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 bernhard_k 29. Jänner 2016 
 

Vergelt's Gott vielmals!


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 Thomas-Karl 29. Jänner 2016 

@catolica

Der Neutestamentler Eduard Schweizer sagte in einem Vortrag, die kritische Bibelexegese diene dem Glauben, indem sie uns veranlasse, von lieb gewordenen, aber falschen Vorstellungen Abschied zu nehmen. - Und das letzte Referat, das ich von ihm hörte, schloss mit den Worten: "Ich glaube an die Auferstehung der Toten." - Ein ungläubiger Exeget?


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 catolica 29. Jänner 2016 
 

die sogenannte kritische Bibelexegese a la Bultmann hat schon viele fromme junge Menschen vom Theologiestudium abgehalten....danke Herr Bischof Voderholzer


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 Charles X. 29. Jänner 2016 
 

Ein wenig übers Ziel hinausgeschossen...

Mit Verlaub, Josef Ratzinger hat NICHT den Begriff "Selbstmitteilung Gottes" in Dei Verbum eingebracht - das war Karl Rahner (der auch weithin für diesen Begriff bekannt ist).
Auch bin ich verwundert über die Wertung von Dei Verbum - Josef Ratzinger hat den (nach wie vor) bei weitem kritischsten Kommentar zu dieser Konstitution geschrieben. Aber das soll Ex. Voderholzers Begeisterung für den Theologen Voderholzer nicht schmälern.


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 Mr. Incredible 29. Jänner 2016 
 

Armer Bischof Voderholzer

Als Nicht-Theologe sehe ich den Einwand bezüglich der 24-jährigen etc. Mitunterzeichner des zitierten „Theologen“-Pamphlets in etwa so:
Angehende Bachelor-Studenten im Maschinenbau unterzeichnen einen Brief, der die alte traditionelle Technische Mechanik in Frage stellt, besonders die Newton’schen Axiome. Außerdem ist höhere techn. Mechanik schwierig zu verstehen, weil das anstrengend ist und man die eigenen Horizonte diesbezüglich erweitern müsste. Das macht keinen Spaß und stellt den eigenen Intellekt in Frage, zumindest fordert es ihn heraus. Anstrengend halt. Unverständlich. Wahrscheinlich also falsch.
Die unterzeichnenden Professoren oder Doktoren sind gerne auf Fachkongressen unterwegs und lassen sich feiern, ihre Fangemeinde speist sich aus ihresgleichen und den oben genannten Studenten. Die Anwender mit Erfahrung, also die ca. restlichen 99% der Ingenieure in der Industrie halten sich von solchen Veranstaltungen fern.


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 Sebi1983 29. Jänner 2016 
 

Sehen (1), Urteilen (2), Handeln (3)!

(1) Gut gesehen, gut erkannt!

(2) Gut geurteilt!

(3) Folgt aus (1) und (2) auch eine praktische Konsequenz?

Ich bin gespannt, ob Bischof Vorderholzer den Mut dazu hat oder ob es beim Reden bleibt.


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 spes 29. Jänner 2016 

Konsequenzen?

Exzellenz Voderholzer bemerkt eingangs "In meiner Letztverantwortung auch der theologischen Ausbildung der Priesteramtskandidaten möchte ich die Schlusserklärung einer kritischen Analyse unterziehen."
Wie sieht aber diese "Letztverantwortung" neben kritischen Stellungnahmen sonst aus, wenn Professoren fern ab jeglicher katholischen Lehre stehen und lehren? Wie sollen gute Priester nachkommen, wenn sie in der Ausbildung nicht im Glauben gestärkt und gefestigt werden, sondern Zweifel gesät und Irrlehren vorgesetzt werden? Hier bedarf es einer deutlich gewissenhafteren Auswahl der Professoren und im Ernstfall auch Konsequenzen, wenn diese sich so demonstrativ von der kirchlichen Lehre distanzieren.


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 SpatzInDerHand 29. Jänner 2016 

Meine volle Zustimmung, Herr Bischof Voderholzer!


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 Rut2007 29. Jänner 2016 

Längst überfällig...

...war so ein klares Wort zum Pluralitäts- und Beliebigkeitsgeschwurbel mancher Professoren, die hart am Rand des Lehramts, teilweise weit außerhalb entlang segeln. Wenn man da teilweise zuhören (muss), fragt man sich, ob da wirklich von "katholischer Theologie" die Rede ist. Anders als auchdie disziplinäre Bezeichnung Theo-Logie angibt, steht üblicherweise bei den Überlegungen nur der Mensch und seine Befindlichkeiten im Mittelpunkt (vgl. Anmerkungen zur Häufigkeit der verwendeten Worte "Gott", "Christus", "Jesus"). Dass es darum überhaupt nicht zu gehen hat, sondern der Fokus auf Gott zu richten ist (weg von der Stuhlkreis-mit-gestalteter Mitte-Mentalität mit der geistigen Nabelschau, "wie geht es mir, wie fühle ich mich damit"), hat Bischof Vorderholzer wieder klar gerückt. Nur, ob das überhaupt wen interessiert...?


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