16 Februar 2016, 09:30
Uni Essen wird muslimischen Gebetsraum schließen
 
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Regionalzeitung berichtet, dass ihren Recherchen zufolge „nicht-muslimische Studierende von fundamentalistischen muslimischen Kommilitonen diskriminiert“ würden. Selbst gemäßigt-muslimische Studierende würden sich beklagen.

Essen (kath.net) Die Universität Essen wird ihren muslimischen Gebetsraum in Kürze schließen, der Raum soll als neutral gestalteter „Raum der Stille“ eingerichtet werden. Darüber berichtete die Tageszeitung „Der Westen“. Die Hochschulleitung widerspricht „deutlich“ dem Eindruck, im Umfeld des Gebetsraumes mache sich eine Art „fundamentalistisches Regime“ breit. Schließungsgrund sei: „Da das Angebot religiöser Stätten in Campusnähe mittlerweile auch hinreichend dicht ist, sind keine eigenen Gebetsräume auf dem Universitätsgelände mehr erforderlich, die nur von einer Religionsgruppe genutzt werden“. Außerdem betont die Universität, dass sie sich als „Ort der Toleranz und des friedlichen Miteinanders“ verstehe und grundsätzlich keine Religionsgruppe bevorzuge

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Die Zeitung berichtete, dass ihre Recherchen zufolge „nicht-muslimische Studierende von fundamentalistischen muslimischen Kommilitonen diskriminiert“ würden. „Der Westen“ schilderte, man habe „aus zuverlässiger Quelle“ von „verstörenden Repressalien“ erfahren: „Der Vorwurf: Nicht-muslimische Studenten würden von religiösen Eiferern brüsk daran gehindert, während des Freitagsgebets den Aufzug im Gebäude ‚T04‘ zu benutzen. Lapidare Begründung: Der Aufzug, der hinauf zum muslimischen Gebetsraum in der vierten Etage führt, sei während der Gebetszeiten ausschließlich den ‚Brüdern‘ vorbehalten. Selbst muslimische Studentinnen, so heißt es weiter, dürften den Aufzug in dieser Zeit nicht benutzen. Allerdings scheinen die ‚Schwestern‘ mit dieser ungewöhnlichen Form der Geschlechtertrennung wohl keine Probleme zu haben. Damit aber nicht genug: Auch Toiletten nahe dem Gebetsraum sollen vor, während und unmittelbar nach dem Freitagsgebet nicht von ‚Ungläubigen‘ betreten werden dürfen, heißt es.“

Der muslimische Gebetsraum der Universität sei seit Jahren umstritten, so die Regionalzeitung. Im Jahr 2007 hatte die Universität vergeblich versucht, ihn unter Hinweis auf Raumnöte, Hassprediger und universitätsfremde Nutzer zu schließen, nach Gesprächen mit muslimischen Studierenden gab es einen Kompromiss.

Der etwa 50-60 Personen fassende Gebetsraum ist außerhalb des Freitagsgebetes durch einen Vorhang in einen Männer- und einen Frauenbereich getrennt, offenbar sogar mit separaten Eingängen. Während des Freitagsgebetes ist der gesamte Gebetsraum (also auch der Frauenbereich) ausschließlich Männern zugänglich.

Nach Schilderung der Zeitung „Der Westen“ träten die muslimischen Studierenden längst „zahlreich und selbstbewusst“ auf. Sogar gemäßigte muslimische Studierende würden bereits über „ein Klima der Einschüchterung durch Fundamentalisten“ klagen, „die sich anmaßten darüber zu bestimmen, was muslimisch korrekt sei“. Bei der letzten AStA-Wahl seien die von Muslimen dominierten „United Students“ mit knapp 30 Prozent Stimmenanteil zur stärksten Gruppe im Studentenparlament avanciert Sie fordern beispielsweise Halal-Essen in der Mensa und ein besserer Gebetsraum am Standort Duisburg.

Der Bericht der Tageszeitung wurde von verschiedenen regionalen und überregionalen Medien aufgegriffen.

Bereits 2013 hatte die Universität eine studentische Ausstellung „What Comics can do“ vorzeitig beendigen müssen, nachdem eine muslimische Studentin eines der Comic-Plakatae mittels Schere zerstört hatte. Die Studentin gab an, dass sie ihre religiösen Gefühle verletzt gesehen habe. Das Amtsgericht hat sie dafür zu einer Geldstrafe in Höhe von 400 Euro verurteilt.

Erst vor einer Woche war bekannt geworden, dass auch die Technische Universität Dortmund Schwierigkeiten mit muslimischen Nutzern ihres „Raumes der Stille“ hat. Dort hatten muslimische Männer Frauen den Zugang nur zu einem abgetrennten Bereich erlaubt. Das Rektorat pochte darauf, dass die „Gleichberechtigung von Mann und Frau“ „ein unantastbarer Kernbereich sei, kath.net hat berichtet.

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