25 Juni 2003, 14:09
Pakistan: Minderheiten in Angst vor dem islamischen Gesetz
 
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Das meldet die Kommission für Gerechtigkeit und Frieden.

Lahore (www.kath.net / ZENIT.org)
Die pakistanischen Christen haben sich am Dienstag besorgt gezeigt angesichts einer eventuellen Übernahme des islamischen Gesetzes (Scharia) in einer pakistanischen Grenzprovinz im Nordwesten des Landes. Dadurch würden die Rechte von Minderheiten verletzt. Die Christen verliehen ihrer Besorgnis in Form eines von der Kommission für Gerechtigkeit und Frieden (CJP) veröffentlichten Kommuniqués Ausdruck.

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"Die Versammlung hat für die Scharia gestimmt, doch die pakistanische Bevölkerung, insbesondere die Minderheiten im Nordwesten des Landes, melden Vorbehalte an und zeigen sich besorgt", heißt es in dem von Pater Albert Youhanna OP und Aftab Mughal unterzeichneten und an "Zenit" übermittelten Kommuniqué. Beide gehören der CJP an. "Das richtet sich gegen die Absicht des Vaters der Nation, Muhammad Ali Jinnah, wie er sie auf der ersten verfassungsgebenden Versammlung am 11. August 1947 zum Ausdruck gebracht hat. Wie er sagt, ist die Religion eine persönliche Angelegenheit und der Staat darf sich nicht in den Glauben einer Person einmischen: alle Bürger sind gleich."

Pater Youhanna und Mughal wollen den Minderheiten eine Stimme verleihen, indem sie "die religiöse Allianz bezichtigen, eine Art Talibanregime durchzusetzen. Diese Versuche sind gegen die Grundrechte der Pakistanis gerichtet. Außerdem gibt das den sektiererischen Kräfte nur noch mehr Auftrieb." Diese Maßnahme werde "alle Formen von Kreativität wie Musik, Kunst und Theater zerstören und insbesondere die Pressefreiheit erheblich bedrohen". Die Art und Weise, wie das Gesetz in die Kammer gelangt sei, "stellt allein schon eine Bedrohung der Demokratie und der Menschenrechte in Pakistan dar. Außerdem wird es zu einem parallelem Rechtswesen führen, das die Grundrechte der Menschen in jener Region verletzen würde." Zum Schluss plädiert das Kommuniqué für ein Pakistan, in dem "klar und deutlich" zwischen Staat und Religion unterschieden wird und die Menschenrechte aller Bürger unabhängig von deren Religion geachtet werden.

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