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Pfarrer unter Missbrauchsverdacht: Keine Fronleichnamsprozession

27. Mai 2016 in Deutschland, 25 Lesermeinungen
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Staatsanwaltschaft Ingolstadt ermittelt gegen den Stadtpfarrer von Pfaffenhofen, er stehe unter Verdacht sexuellen Kindesmissbrauchs - Bistum Augsburg: Priester vorläufig amtsentbunden, für ihn gelte aber die Unschuldsvermutung.


Pfaffenhofen an der Ilm (kath.net/KNA) Im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm ist am Donnerstag die Fronleichnamsprozession ausgefallen. Das Bistum Augsburg hatte sie am Vorabend zunächst ohne Angabe von Gründen kurzfristig abgesagt. Am Donnerstag gab Generalvikar Harald Heinrich im Gottesdienst in Pfaffenhofen bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Ingolstadt gegen den Stadtpfarrer ermittelt. Er stehe unter Verdacht sexuellen Kindesmissbrauchs. Der Priester sei vorläufig von seinem Amt entbunden, für ihn gelte aber die Unschuldsvermutung.

Nach den Worten des Generalvikars ging Mitte März im Bischöflichen Sekretariat ein anonymes Schreiben ein, das einen Übergriff des Pfarrers schilderte. Am 8. April habe die eingeschaltete Diözesane Beauftragte für die Prüfung solcher Vorwürfe die Staatsanwaltschaft informiert. Dieses Vorgehen sei in der Diözese Augsburg üblich. Am Dienstag habe das Bistum von dem Ermittlungsverfahren erfahren, danach sei der Pfarrer sofort bis auf weiteres entpflichtet worden. Die Freistellung bedeute keine Vorverurteilung durch das Bistum, das aber die Staatsanwaltschaft nach allen Kräften unterstütze.


Heinrich zeigte sich erschüttert über die «gravierenden Vorwürfe». In den vergangenen Jahren habe das Bistum «alle erdenklichen Schritte unternommen, um Fälle körperlicher Gewalt und sexuellen Missbrauchs zu verhindern». Von allen Priestern und kirchlichen Mitarbeitern seien erweiterte Führungszeugnisse eingeholt worden, Tausende von ihnen hätten an Präventionsfortbildungen teilgenommen. Der Generalvikar äußerte sein Mitgefühl gegenüber allen minderjährigen und erwachsenen Gewaltopfern. Er denke aber auch an die Täter, die damit schwerste Schuld auf sich lüden und auf keinerlei Verständnis oder gar Rücksichtnahme hoffen dürften.

Der Pfarrer war erst vor gut einem Jahr nach Pfaffenhofen gekommen und hatte am 3. März beim Bischof den Rücktritt von der Pfarrei eingereicht. Dieser hätte Ende August wirksam werden sollen, die Nachfolge ist bereits geklärt. Zwischen dem Pfarrer und den Ehrenamtlichen in der Gemeinde war es wiederholt zu Konflikten gekommen.

(C) 2016 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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