11 Juni 2016, 12:00
Das Brot vom Himmel
 
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Benedikt XVI. – Licht des Glaubens. Der eucharistische Glaube. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Benedikt XVI. – er ist der eucharistische Papst, in der Feier des heiligen Messopfers, in der Anbetung, in der Prozession hinter dem allerheiligsten Sakrament des Altars, stets ganz eingenommen von dem heiligen Geschehen. Benedikt XVI. – er ist der zelebrierende und betende Papst, der ganz im Geheimnis verschwindet, sich zurücknimmt, um die Welt, die Kirche vor es zu tragen, um den Glauben zu stärken, in Sinn und Geist. Die Lehre vom eucharistischen Glauben bildete einen der Kernpunkte seines Pontifikats und Lehramts.

Die Ankündigung des eucharistischen Brots

„Daraufhin wollen die Menschen, als sie dieses Wunder sehen – das die so sehr erwartete Erneuerung eines neuen »Manna«, Geschenk des Brotes vom Himmel, zu sein scheint –, Jesus zu ihrem König machen. Aber Jesus nimmt das nicht an und zieht sich auf den Berg zurück, um ganz allein zu beten. Am nächsten Tag, am anderen Ufer des Sees, in der Synagoge von Kafarnaum, legte Jesus das Wunder aus – nicht im Sinne einer Königsherrschaft über Israel mit Macht von dieser Welt in der Art, wie die Menge sie erhoffte, sondern im Sinne der Gabe seiner selbst: ‚Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, (ich gebe es hin) für das Leben der Welt’ (Joh 6,51). Jesus kündigt das Kreuz an und mit dem Kreuz die wahre Brotvermehrung, das eucharistische Brot – seine vollkommen neue Weise, König zu sein, eine Weise, die in völligem Gegensatz zu den Erwartungen der Menschen steht“ (Generalaudienz 24. Mai 2006).

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Ich bin das lebendige Brot

„Der Hauptinhalt des eucharistischen Glaubens ist das Mysterium Gottes selbst, der trinitarische Liebe ist. In dem Gespräch Jesu mit Nikodemus finden wir diesbezüglich eine erhellende Aussage: „Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird“ (Joh 3,16-17). Diese Worte zeigen die tiefste Wurzel der Gabe Gottes.

„Jesus schenkt in der Eucharistie nicht ‚etwas’, sondern sich selbst; er bringt seinen Leib als Opfer dar und vergießt sein Blut. Auf diese Weise verschenkt er sich in der Ganzheit seiner Existenz und offenbart die ursprüngliche Quelle dieser Liebe. Er ist der ewige Sohn, der vom Vater für uns hingegeben wurde. Im Evangelium hören wir dazu noch einmal die Worte Jesu. Nach der Speisung der Menschenmenge durch die Vermehrung der Brote und der Fische sagt er zu seinen Gesprächspartnern, die ihm bis in die Synagoge von Kafarnaum gefolgt sind: ‚Mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben’ (Joh 6,32-33). Und er geht so weit, sich selbst, sein Fleisch und sein Blut, mit diesem Brot zu identifizieren: ‚Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt’ (Joh 6,51). Auf diese Weise offenbart sich Jesus als das Brot des Lebens, das der ewige Vater den Menschen schenkt“ (Sacramentum caritatis, 7).

Die Eucharistie und Sakrament der Versöhnung – ihre innere Verbindung

„Aufgrund der Verbindung zwischen diesen Sakramenten kann eine authentische Katechese über den Sinn der Eucharistie nicht losgelöst sein von der Ermunterung zu einem Weg der Buße (vgl. 1 Kor 11,27-29). Sicher, wir stellen fest, dass die Gläubigen in unserer Zeit in eine Kultur eingetaucht sind, die dazu neigt, das Empfinden für die Sünde auszulöschen, indem sie eine oberflächliche Haltung fördert, die vergessen lässt, dass es notwendig ist, in Gottes Gnade zu stehen, um die Kommunion würdig empfangen zu können. In Wirklichkeit bringt der Verlust des Sündenbewusstseins immer auch eine gewisse Oberflächlichkeit in der Wahrnehmung der Liebe Gottes mit sich.

Es ist den Gläubigen von großem Nutzen, sich die Elemente ins Gedächtnis zu rufen, die innerhalb des Ritus der heiligen Messe das Bewusstsein der eigenen Sünde und zugleich das der Barmherzigkeit Gottes eindeutig zum Ausdruck bringen. Außerdem erinnert uns die Beziehung zwischen Eucharistie und Versöhnung daran, dass die Sünde niemals eine ausschließlich individuelle Angelegenheit ist; sie bringt immer auch eine Verletzung innerhalb der kirchlichen Gemeinschaft mit sich, in die wir dank der Taufe eingegliedert sind. Darum ist die Versöhnung, wie die Väter sagten, laboriosus quidam baptismus, womit sie unterstrichen, dass das Ergebnis des Weges der Umkehr auch die Wiederherstellung der vollen kirchlichen Gemeinschaft ist, die im erneuten Empfang der Eucharistie zum Ausdruck kommt“ (Sacramentum caritatis, 20).

Der geistige Gottesdienst – logiké latreía (Röm 12,1)

„Jesus, der Herr, der sich für uns zur Speise der Wahrheit und der Liebe gemacht hat, versichert uns, als er von der Hingabe seines Lebens spricht: ‚Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben’ (Joh 6,51). Aber dieses „ewige Leben“ beginnt in uns schon in dieser Zeit durch die Veränderung, die die eucharistische Gabe in uns erzeugt: ‚Jeder, der mich isst, wird durch mich leben’ (Joh 6,57). Diese Worte Jesu lassen uns begreifen, wie das „geglaubte“ und ‚gefeierte’ Mysterium eine Dynamik in sich birgt, die es in uns zum Ursprung neuen Lebens und christlicher Lebensform macht. Indem wir uns mit dem Leib und dem Blut Jesu Christi vereinen, werden wir nämlich in immer erwachsenerer und bewussterer Weise des göttlichen Lebens teilhaftig.

Auch hier gilt, was der hl. Augustinus in seinen Bekenntnissen über den ewigen Logos, die Speise der Seele, sagt: Der heilige Kirchenlehrer betont den paradoxen Charakter dieser Speise, indem er eine Stimme zu hören meint, die zu ihm spricht: ‚Ich bin die Speise der Großen: Du wächst und wirst mich essen. Und nicht ich werde dir anverwandelt werden wie die Nahrung deines Leibes, sondern du wirst mir anverwandelt werden.’ [198] Tatsächlich ist es nicht die eucharistische Nahrung, die sich in uns verwandelt, sondern wir sind es, die durch sie geheimnisvoll verändert werden. Christus nährt uns, indem er uns mit sich vereint, uns „in sich hineinzieht“ (Sacramentum caritatis, 70).









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