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Polnischer Priester wegen Beichtgeheimnis vor Gericht

23. Juli 2003 in Chronik, keine Lesermeinung
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Er nahm einem mutmaßlichen Mörder die Beichte ab. Nun weigert er sich, als Zeuge vor Gericht auszusagen, da dies ein Bruch des Beichtgeheimnisses wäre.


Krakau(www.kath.net)
Dem polnischen Priester Fr. Boleslaw Wawak von der Erzdiözese Krakau drohen Gerichtsverhandlungen, nachdem er sich geweigert hat, das Beichtgeheimnis zu brechen. Wawak nahm einem mutmaßlichen Mörder, der 1999 einen älteren Mann umgebracht haben soll, die Beichte ab. Das berichtet die in London publizierte katholische Zeitung "The Universe".

"Wir haben uns mit dem Büro des Erzbischofs von Krakau in Verbindunggesetzt, um Näheres über die Paragraphen des Kanonischen Rechts bezüglichdes Beichtgeheimnisses zu erfahren", erklärte Mirsolawa Klinowska-Zajdak,eine Sprecherin der Krakauer Staatsanwaltschaft. "Wir müssen genau erfahren,in welchen Fällen sich ein Priester darauf berufen darf, an dasBeichtgeheimnis gebunden zu sein."

Fr. Wawak erreichte die Entlassung eines 55-jährigen Mannes, der des Mordesangeklagt war, nachdem er bezeugt hatte, dass der wahre Täter bei ihmgebeichtet hätte. Obwohl der Priester einverstanden war, die Identität des Mörderspreiszugeben, kam es zu keinem neuen Prozess. Es mangelte an Beweisen, daFr. Wawak nicht bereit war, als Zeuge vor Gericht auszusagen. Als Begründunggab er an, das Geständnis wäre im Rahmen einer heiligen Beichte erfolgt. DerPriester wurde nun aus diesem Grund vor Gericht zitiert.

Die Zeitung "The Universe" bestätigt nach Berichten aus kirchlichen Kreisen Polens, dass die Staatsanwaltschaft auch Druck auf den Krakauer Kardinal Franciszek Macharski ausgeübt habe. Doch der Kardinal warnicht dazu bereit, Fr. Wawak zu einer belastenden Aussage zu bewegen.



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