05 August 2016, 08:00
Kritik an Kirchenräumung in Paris
 
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Nach der Räumung einer besetzten Kirche in Paris haben Politiker aus dem konservativen Lager das Vorgehen der Polizei kritisiert VIDEO

Paris (kath.net/KNA/red) Nach der Räumung einer besetzten Kirche in Paris haben Politiker aus dem konservativen Lager das Vorgehen der Polizei kritisiert. Es habe sich um eine «unwürdige Evakuierung» gehandelt, zitierten französische Medien am Donnerstag aus einer Stellungnahme der Republikaner im Pariser Gemeinderat. Der Bürgermeister des 15. Arrondissements in Paris, Philippe Goujon, kritisierte den Zeitpunkt der Räumung mit Verweis auf den Mord an dem Priester Jacques Hamel als unangemessen.

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Politiker des rechtsextremen Front National (FN) warfen der Regierung «Doppelmoral» vor. Ein entsprechendes Vorgehen gegen Moscheen habe er noch nicht erlebt, zitierte der Sender BFM den stellvertretenden FN-Vorsitzenden Florian Philippot. Ähnlich hatte sich zuvor auch die Parteivorsitzende Marine Le Pen auf Twitter geäußert.

Sicherheitskräfte hatten am Mittwoch das auch als «Tierkirche» bekannte Gotteshaus Sainte Rita im 15. Arrondissement der französischen Hauptstadt geräumt, in dem rund 30 Menschen gegen den geplanten Abriss des Gebäudes protestiert hatten. Auf dem Grundstück sollen Sozialwohnungen und ein Parkplatz entstehen. Während die Polizei von einer Evakuierung «ohne Zwischenfälle» sprach, kursierten auf Facebook und Twitter Bilder von Demonstranten und einem Mann im Priestergewand, die von schwer bewaffneten Polizeikräften aus der Kirche gezerrt wurden.

Französischen Medienberichten zufolge handelte es sich dabei mutmaßlich um den Traditionalisten-Priester Jean-Francois Billot vom «Institut du Bon Pasteur» in Bordeaux. Die seit 2006 vom Vatikan anerkannte Einrichtung widmet sich der Pflege der Liturgie und der Priesterausbildung nach dem alten Ritus.

Seit Oktober war die um 1900 erbaute Kirche Medienberichten zufolge von Anhängern der Gruppe besetzt worden. Zuvor hatte die vom Vatikan nicht anerkannte «katholische gallikanische Kirche» («Eglise Catholique Gallicane») das Gebäude seit 1988 gemietet. 2012 war die Kirche an einen Immobilieninvestor verkauft worden. Im Mai hatte das zuständige Verwaltungsgericht in Paris grünes Licht für die Räumung gegeben. Zuvor hatte es mehrere Eingaben gegen das Projekt gegeben, unter anderem von Bürgermeister Philippe Goujon. Zu den prominenten Gegnern des Abrisses zählt auch die ehemalige Schauspielerin und prominente Tierschützerin Brigitte Bardot.

In Sainte Rita war es Besuchern lange Zeit sonntags gestattet, ihre Haustiere mitzubringen und segnen zu lassen. Besonders bekannt war der Gottesdienst zu Ehren des heiligen Franz von Assisi Anfang Oktober, zu dem oft Tausende Menschen anreisten, manchmal sogar mit Dromedaren, Zebras oder Affen.





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