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15. September 2016 in Interview, 2 Lesermeinungen
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„Umso entschiedener müssen wir als Christen auftreten!“ Karin Maria Fenbert, Geschäftsführerin von „Kirche in Not“, erläutert, warum sie den Marsch für das Leben für so wichtig hält. kath.net-Interview von Petra Lorleberg


München-Berlin (kath.net/pl) Karin Maria Fenbert (Foto) kann dieses Jahr ganz gegen ihre Gewohnheit nicht am Marsch für das Leben in Berlin teilnehmen. Im Interview mit kath.net erläutert die Geschäftsführerin von „Kirche in Not“, warum sie die Lebensschutzkundgebung für absolut wichtig hält – und welches ebenso wichtige Thema an diesem Wochenende ihre ganze Aufmerksamkeit braucht. Der 12. „Marsch für das Leben“ wird am Samstag, 17.9, vor dem Berliner Reichstag beginnen.

kath.net: Als ich vor diesem Interview Kontakt mit Ihnen aufnahm, spürte ich gleich: Es setzt Ihnen ziemlich zu, dass Sie dieses Jahr nicht am Marsch für das Leben teilnehmen können. Gehen Sie grundsätzlich gern und fröhlich zum Marsch nach Berlin? Und entsteht da für dieses Jahr bei Ihnen eine Lücke, eine Leerstelle?

Karin Maria Fenbert: Mit verschiedenen Organisationen und Kirchen veranstalten wir jedes Jahr am Sonntag nach dem Fest Kreuzerhöhung eine große Kundgebung zur Solidarität mit den verfolgten Christen weltweit. Diesmal haben wir einen prominenten Gast aus Syrien, Pater Jacques Mourad, der einen Tag vorher anreist. Daher bedauere ich es in der Tat sehr, diesmal nicht am Marsch für das Leben teilnehmen zu können. Der Schutz des Lebens von der Zeugung bis zum natürlichen Tod ist mir ein großes Anliegen. Seit 2001 war ich fast immer in Berlin dabei. Die Zahl der Abtreibungen pro Jahr weltweit ist um ein Vielfaches höher als die Zahl der wegen ihres Glaubens getöteten Christen. Der Einsatz für das Leben ist daher ganz wichtig.

kath.net: Der eine oder die andere tut sich vielleicht schwer damit, die eigenen Anliegen auf die Straße zu tragen. Da ist Polizei, da gibt es Gegendemonstranten. Frau Fenbert, Sie sind erfahrene Teilnehmerin des Marsches: Wie ging es Ihnen in den letzten Jahren damit? Wie war die Gemeinschaft mit den anderen Lebensschützern? Und wie hätte wohl Ihr Gründer, Pater Werenfried, reagiert - hätte er sich still zurückgezogen?


Fenbert: Pater Werenfried van Straaten hat sich entschieden für den Schutz des Lebens eingesetzt und hat selber auf entsprechenden Kundgebungen gesprochen.

Ich habe die Gemeinschaft beim Marsch für das Leben immer als angenehm und friedlich erlebt. Von den Teilnehmern, die eigentlich nicht dazugehören und nur stören wollen, darf man sich nicht provozieren lassen.

kath.net: Warum engagieren Sie sich für den Lebensschutz, Frau Fenbert, Sie persönlich?

Fenbert: Der Mensch ist als Abbild Gottes geschaffen und hat eine außerordentliche Würde. Das menschliche Leben ist daher zu schützen. Meine Mutter war das elfte Kind in der Familie und mein Vater das siebte. In unserer heutigen Gesellschaft würde es meine Eltern und mich wohl nicht geben.

kath.net: Und warum steht Kirche in Not auch ganz offiziell für den Marsch für das Leben ein?

Fenbert: Aus dem Grund, den ich eben genannt habe. Der Mensch ist als Abbild Gottes geschaffen. Außerdem liegt es in der Tradition unseres Werkes. Pater Werenfried trat immer für das Leben ein. Wir sind zudem eine päpstliche Stiftung. Die Päpste des letzten und dieses Jahrhunderts haben sich stets ganz entschieden für das Leben eingesetzt. Der heilige Papst Johannes Paul II. warnte eindringlich vor einer Kultur des Todes.

kath.net: Bereits letztes Jahr konnten wir uns darüber freuen, dass vier katholische Bischöfe am Marsch teilnehmen. Auch für dieses Jahr haben erfreulicherweise der Berliner Erzbischof Heiner Koch und der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer ihr Kommen schon angekündigt.

Fenbert: Ich darf dazu ergänzen. Auch Seine Exzellenz Weihbischof Florian Wörner von Augsburg wird kommen. Er begleitet die Jugend 2000. Und ich denke, diese Aufzählung ist hiermit noch nicht komplett.

Die Teilnahme der Bischöfe bestärkt die anderen Teilnehmer und macht ihnen Mut. Es ist ein sehr gutes Signal, wenn die Christen gemeinsam für das Leben einstehen.

kath.net: Papst Franziskus äußert sich immer wieder ausdrücklich pro-Life und reagierte auf den Marsch in Berlin bereits mehrfach hocherfreut. Sein Pontifikat steht ja im Zeichen der "Barmherzigkeit". Manche möchten Barmherzigkeit ja als Freifahrtschein für jegliches Handeln verstehen. Ist christliche Barmherzigkeit wirklich ein Freifahrtschein? Pointiert gefragt: Kann man „aus Barmherzigkeit“ abtreiben?

Fenbert: Die Barmherzigkeit muss sich immer an der Wahrheit messen lassen. Die Heilige Schrift spricht sich klar für das Leben aus. Kinder werden als ein Segen Gottes gesehen. In der Schrift heißt es: „Du sollst nicht töten.“ Die heiliggesprochene Mutter Teresa hat gesagt: Gebt mir die Kinder, bevor ihr sie tötet oder im Müll entsorgt. Das ist wohl wahre Barmherzigkeit, wenn eine Mutter in einer schwierigen Situation ist.

kath.net: Die evangelische Landeskirche Berlin hat sich auch dieses Jahr wieder offiziell vom Marsch distanziert.

Fenbert: Es steht mir nicht zu, die Entscheidung einer der evangelischen Landeskirchen, in diesem Falle der von Berlin, zu kommentieren.

Die Evangelische Allianz hat sich bislang immer anders entschieden und hat bei den Märschen ein klares Zeugnis gegeben.

kath.net: Frau Fenbert, wir Christen der beiden großen Konfessionen in Deutschland waren es bisher gewohnt, einfach schon durch unsere große Menge Einfluss nehmen zu können. Wir hatten weithin den Eindruck, wir könnten es unseren Kirchenleitungen und unseren katholischen und evangelischen Politikern überlassen, für unsere Anliegen einzustehen. Ändert sich das aktuell? Könnte es sein, dass hierzulande für die praktizierenden Christen die Zeit reif geworden ist, Flagge zu zeigen, aktiv zu werden?

Fenbert: Wir Christen waren und sind schon immer in der Pflicht. Keiner kann diese Pflichten von sich abwälzen, zum Beispiel auf die Politiker. Wir müssen vor Gott einmal für uns selber Rechenschaft ablegen, nicht für andere, was wir für eine christliche Gesellschaft getan haben. Der eine oder andere wird an einem solchen Marsch aus Gesundheitsgründen oder Gründen, wie ich sie diesmal habe, nicht teilnehmen können. Aber jeder kann dafür werben oder wenigstens für den Schutz des Lebens und ein gutes Gelingen dieses Marsches beten.

Ja, das Klima wird rauer. Umso entschiedener müssen wir als Christen auftreten. Im Vergleich zu den Teilnehmerzahlen bei ähnlichen Veranstaltungen in Frankreich, Italien oder Spanien sind die Teilnehmerzahlen in Deutschland äußerst gering. Umso erfreulicher ist die Entwicklung, dass in den letzten Jahren immer mehr Menschen an dem Marsch in Berlin teilgenommen haben und im vergangenen Jahr eben auch vier katholische Bischöfe dabei waren. Offenbar sind die Deutschen im Vergleich zu den Franzosen und Italienern zu brav und sitzen zu gerne daheim in ihrem Sessel, anstatt für christliche Werte Flagge zu zeigen. Da könnten wir von anderen europäischen Ländern etwas lernen.

Herzliche Einladung zum Marsch für das Leben, Berlin, 17.09.2016

´Kirche in Not´-Geschäftsführerin Karin Maria Fenbert auf einem ´Marsch für das Leben´ der letzten Jahre


Darum unterstützt KIRCHE IN NOT den Marsch für das Leben 2015


Foto Geschäftsführerin Fenbert © Kirche in Not


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Lesermeinungen

 chiarajohanna 15. September 2016 
 

Klare, deutliche + verantwortliche Sprache - DANKE Frau Fenbert !


5
 
 Max Emanuel 15. September 2016 

Zuverlässig

Auf "Kirche in Not" und Frau Fenbert ist Verlaß. Vergelt´s Gott!
Leider versagen die offizellen, mit Kirchensteuermitteln finanzierten und am Leben gehaltenen kirchlichen Einrichtungen und Institutionen, allen voran das "ZDK" fast ausnahmslos!


7
 

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