16 Oktober 2016, 09:55
Getaufte Flüchtlinge bereichern Gemeinden in Deutschland
 
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Taufunterricht in badischer Kreisstadt findet großen Zulauf.

Wetzlar (kath.net/ idea)
Gemeinden in Deutschland profitieren von getauften ehemaligen muslimischen Flüchtlingen. Davon ist der evangelische Pfarrer S. aus einer badischen Kreisstadt überzeugt. Er hat bislang 27 Iraner getauft. Sein Name soll aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden. Viele Gemeindemitglieder bewunderten, was Flüchtlinge auf sich nähmen, um den christlichen Glauben frei leben zu können und kämen ins Nachdenken, so der Geistliche. Ebenso stecke ihre Ausstrahlung viele Christen in Deutschland an und mache Nichtchristen nachdenklich.

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Der Theologe im Ruhestand bietet zusammen mit seiner Frau seit vier Jahren Taufunterricht an. Wie er der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) sagte, legt die Evangelische Landeskirche in Baden viel Wert auf einen fundierten Taufunterricht. In der Gemeinde des Pfarrers dauert er sechs Monate mit wöchentlich zwei Stunden. Hinzu kommt der Gottesdienstbesuch. Dabei werden die Grundlagen des christlichen Glaubens durch Bibelarbeiten vermittelt. „Die Teilnehmer müssen erst einmal die Bibel kennenlernen“, so der Theologe.

Jesus macht den Unterschied

Zu den Taufkursen kam es nach seinen Angaben, weil iranische Flüchtlinge den Gottesdienst der Kirchengemeinde besuchten. Dabei äußerten sie den Wunsch, sich taufen zu lassen. Das sei ihnen im Iran wegen angedrohter Todesstrafe nicht möglich gewesen. Im Taufunterricht, der auf Deutsch und Farsi abgehalten werde, würden die Teilnehmer „alles regelrecht begierig aufsaugen“. An Jesus Christus fasziniere Muslime unter anderem seine Liebe, Güte und Barmherzigkeit.

Er gebe inneren Frieden und eine vorher nicht gekannte Freiheit. „Das bildet einen starken Kontrast zu Allah, mit dem sie im Islam groß wurden.“ Dem Ältestenkreis der Kirchengemeinde gehört inzwischen auch ein getaufter Iraner an. Nach Ansicht von S. handelt Gott auf „geheimnisvolle Weise“ in den Heimatländern der Flüchtlinge. Trotz schlimmer Verfolgung und Lebensgefahr wüchsen dort die Hauskirchen. Wie der Pfarrer ferner sagte, glauben Christen und Muslime zwar an einen Gott – aber nicht an denselben. Der christlich-islamische Dialog sei dennoch wichtig für ein friedliches Miteinander der Religionen.

Dabei sollten Ähnlichkeiten betont, aber Gegensätze nicht verschwiegen werden. Gerade sie würden Muslime zu Christen werden lassen. Sie hätten erkannt, dass Jesus den Unterschied mache.







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