Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  2. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  3. Die US-Bischöfe fördern die natürliche Familienplanung
  4. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  5. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  6. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  7. 'Weihnachten im Juli': Der Gedenktag der Heiligen Drei Könige
  8. Pax tecum – Wenn der Papst über Frieden spricht
  9. Vatikan dementiert Berichte über Ende des Rupnik-Verfahrens
  10. Deutsches Auswärtiges Amt verzichtet auf Genderschreibweise
  11. Papst ruft zu christlichem Lebensstil im Urlaub auf
  12. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  13. Ahmad Mansour: „Nennen wir es beim Namen: Es ist der Islamismus“
  14. Papst Leo: „So können wir als Christen das Alter leben: gebrechlich, aber zugleich berufen“
  15. Erzdiözese Wien bestätigt Pensionierung von Dompfarrer Faber

Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht

9. November 2016 in Kommentar, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


UN-Sonderberichterstatter: Christen werden weltweit bedrängt und verfolgt. Von Prof. Heiner Bielefeld


Erlangen (kath.net/idea) In Ägypten kommt es zu Brandanschlägen auf Kirchen; im Iran müssen christliche Konvertiten als „Abtrünnige” um ihr Leben fürchten; protestantische Gemeinden in Russland werden als „fremdländische Sekten“ stigmatisiert; Terrorgruppen wie der sogenannte „Islamische Staat“ (IS) zielen darauf ab, alle Spuren christlichen Lebens auszutilgen; in China oder Vietnam stehen christliche Gemeinden unter scharfer Beobachtung; wenn in Jordanien eine muslimisch-christliche Ehe geschieden wird, steht die christliche Ehefrau in der Gefahr, das Sorgerecht für ihre Kinder zu verlieren; in Bangladesch kommt es vor, dass Schulkinder ohne Zustimmung der Eltern in den hinduistischen oder islamischen Religionsunterricht geschickt werden; eine Angestellte der Fluggesellschaft „British Airways“ musste den lange Weg bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte beschreiten, bevor ihr gestattet wurde, im Dienst ein sichtbares kleines Kreuz zu tragen.


Religionsfreiheit wird weltweit verletzt

Das sind nur einige Beispiele: Verletzungen der Religionsfreiheit an Christen finden in verschiedenen Regionen der Welt statt. Sie geschehen in Gerichtssälen, Schulen, Krankenhäusern, psychiatrischen Anstalten, Gefängnissen, Einwohnermeldeämtern, Kantinen, aber auch in der eigenen Nachbarschaft oder sogar im Kreis der eigenen Familie. Die Formen der Verletzung sind vielfältig; sie reichen von Diskriminierungen auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt über Hasspropaganda in öffentlichen Medien bis hin zu Verhaftungen, Entführungen und Massakern, die teils Dimensionen von Völkermord annehmen.

Christen gelten als Ungläubige

Nicht weniger vielfältig sind die Motive: Mal gelten Christen als „Ungläubige“ und christliche Konvertiten als „Abtrünnige“, so etwa in Teilen der islamischen Welt. Anderswo werden sie eher unter den Vorzeichen nationalistischer Identitätspolitik als „fremde Invasoren“ bekämpft, etwa in Indien, Sri Lanka oder Myanmar. Diese beiden Motive können sich auch miteinander verbinden. Oft stehen im Hintergrund ganz handfeste Kontrollinteressen. Je autoritärer eine Regierung ist, desto obsessiver versucht sie typischerweise das gesamte gesellschaftliche Leben – und damit auch das religiöse Leben – zu kontrollieren und zu infiltrieren. Wer sich dem Kontrollgriff der chinesischen oder vietnamesischen Sicherheitsorgane entziehen will, muss mit harten Maßnahmen rechnen. In Nordkorea mit seinem pharaonenhaften Personenkult kommen all diese Motive zusammen.

Die Menschenrechte gehen uns alle an!

Was lässt sich tun? Wichtig ist, zunächst über das Schicksal der Betroffenen zu informieren. Dadurch wird in der Bevölkerung ein Bewusstsein für die Situation bedrängter, bedrohter und verfolgter Christen geschaffen. Solidaritätsarbeit kann und sollte sich dabei auf die Religionsfreiheit stützen, die im Kontext der UNO als internationales Menschenrecht verankert ist.
Das macht es möglich, dass die Angehörigen unterschiedlicher religiöser und weltanschaulicher Orientierung im Eintreten für das Menschenrecht der Religionsfreiheit zusammenfinden. Denn die Menschenrechte gehen uns alle an!

Der Autor, Prof. Heiner Bielefeldt (Erlangen), ist von August 2010 bis Ende Oktober 2016 UN-Sonderberichterstatter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit. Er ist Lehrstuhlinhaber für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik an der Universität Erlangen-Nürnberg.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 chiarajohanna 12. November 2016 
 

Ein ganz wichtiger Beitrag über die Verfolgung des Glaubens

Man kann einen Menschen nachstellen
und ihn in Boshaftigkeit verfolgen,
indem man direkt auf seine Schwäche oder auch aus Neid auf seine Stärken zielt. Das ist schmerzhaft, denn der Andere hat kein Gefühl für seinen Mitmenschen mehr, weil sein Herz längst verhärtet ist: Er ist beidseits nicht mehr dialogfähig: Sowohl für sich selbst, als auch für den Anderen.

Richtig schlimm wird es, wenn man bis zur Religion eines Menschen vordringt und diese nicht nur angreift, sondern böswillig verspottet. Ein Angriff auf die Religion ist etwas anderes, als einen Menschen mit Worten, wie "Du bist zu dumm, klein, häßlich" zu verletzen. Religiöse Angriffe treffen immer die ganze Person in einer existentiellen Weise, die von der Vernunft her, auf keinen Fall zu rechtfertigen ist. Es trifft nämlich den Menschen in seiner Identität; in dem, was ihn ausmacht. In seinem eigenem "röm.kath" Selbstverständnis!

Wo kein Raum für den Glauben des Mit-menschen gegeben, da ist wieder
Kain + Abel!


0
 
 Adamo 9. November 2016 
 

In Deutschland ist Religionsfreiheit auch kein Menschenrecht,

wenn Kindererzieherinnen in städtischen Kindergärten aus Neutralitätsgründen kein einziges christliches Wort zu Advent, Weihnachten und Ostern sagen dürfen! Tatssache in einer Stadt im Südwesten Deutschlands.


3
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Religionsfreiheit

  1. US-Stadt Louisville zahlt 800.000 Dollar an christliche Fotografin
  2. Katholische Bischöfe Kanadas: Gesetz gegen "Hass" gefährdet Religionsfreiheit
  3. Nicaraguas Regierung verbietet Kreuzweg-Prozessionen
  4. Großbritannien: Christlicher Pastor wegen Kritik am Islam und an Transgender verhaftet
  5. Religionsfreiheit in den USA: Florida schneidet am besten ab
  6. Warnung vor Einschränkung der Religionsfreiheit in den USA
  7. Nicaragua: Ortegas Regime schließt Radio Maria
  8. Keine Torte für Feier einer ‚Geschlechtsumwandlung’ – christlicher Bäcker erneut vor Gericht
  9. Katholisches Ehepaar kämpft vor Gericht um Zulassung als Pflegeeltern
  10. US-Höchstrichter warnt vor Einschränkungen der Religions- und Redefreiheit






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  3. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  4. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  5. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  6. DANKE JUSTIN! - Kanadischer Sänger bringt Stadion während WM-Finale mit „Halleluja“ zum Schweigen!
  7. Krebs und Paradies – Das Leben des 17-jährigen David Buggi
  8. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  9. Kardinal Burke: ‚Die Synodalität muss gestoppt werden‘
  10. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  11. Erzdiözese Wien bestätigt Pensionierung von Dompfarrer Faber
  12. Birkenstock springt auf "Nun Girl Summer"-Trend auf: Animierte Filz-Nonne in Birkenstock-Sandalen
  13. Irrtümer über den Jakobsweg
  14. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  15. Papst bleibt in Bewegung: Dritter Ausflug von Castel Gandolfo aus

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz