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Nursia: Erdbeben verursacht große Schäden in der Benedikt-Stadt

27. Oktober 2016 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Schäden durch die zwei Erdstöße, die Mittelitalien zwei Monate nach dem verheerenden Erdbeben vom August erschüttert haben, sind aber insgesamt geringer als damals


Rom (kath.net/KAP) Die zwei neuen Erdbeben in Mittelitalien haben erneut die St.-Benedikts-Stadt Norcia (Nursia) getroffen, wie bereits das Beben im August. Eine Kirche in Norcia wurde zerstört und zahlreiche Gotteshäuser in der Region zum Teil stark beschädigt.

In Camerino stürzte ein Kirchturm auf ein Haus. Der Erzbischof von Norcia, Renato Boccardo, sagte gegenüber der katholischen Nachrichtenagentur SIR, es handle sich um einen "schwerwiegenden Schaden für das künstlerische und geistliche Erbe". Die Kirche San Salvatore in Norcia sei buchstäblich zerbröckelt (siehe unten Video), so Boccardo . Außerdem seien die Fensterrose sowie Stücke von der Fassade der Abtei Sant' Eutizio in Preci abgefallen. Schwer beschädigt worden sei auch die Fassade der Kirche Madonna della Grazie in Norcia. Leichtere Schäden wurden für die Kirchen in San Ginesio und Ussita - wo aber zahlreiche Häuser einstürzten - vermeldet.


Die Schäden durch die zwei Erdstöße, die Mittelitalien zwei Monate nach dem verheerenden Erdbeben vom August erschüttert haben, sind insgesamt geringer als damals. Zu Tode kam nach offiziellen Angaben vom Donnerstag bei den Beben der Stärke 5,4 und 5,9 am Mittwochabend niemand. Nach unterschiedlichen Schätzungen gibt es bis zu einem Dutzend Verletzte. Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt, einige stürzten ein. Hunderte von Häusern sind nicht mehr bewohnbar.

Das Epizentrum der beiden Beben lag bei Castelsantangelo sul Nera in der Region Marken rund 120 Kilometer nordöstlich von Rom. Bis in den Morgenstunden hinein gab es zahlreiche Nachbeben mit einer Stärke von bis zu 4,4 auf der Richterskala.

Ministerpräsident Matteo Renzi sagte ein geplanten Besuch in Venetien ab und wollte sich am Donnerstagnachmittag in das Erdbebengebiet begeben. In einem Telefonat hatte er am Mittwochabend dem Präsidenten der Region Marken, Luca Ceriscioli, die Unterstützung der italienischen Regierung zugesagt.

Papst: Bin im Gebet nahe

Auch Papst Franziskus bekundete seine Solidarität. "Ich bin den vom neuen Erdbeben in Mittelitalien betroffenen Personen im Gebet nahe", schrieb er am Donnerstag in einer Twitter-Botschaft.

Ein erster Erdstoß der Stärke 5,4 erschütterte die Region Marken sowie die angrenzenden Regionen Umbrien, Latium und die Abruzzen um 19.14 Uhr. Es folgte ein zweiter der Stärke 5,9 um 21.18 Uhr. In vielen Orten waren bereits durch das Beben vom 24. August schwere Schäden entstanden. Besonders betroffen war das Dorf Ussita. Nach Angaben des Bürgermeisters Marco Rinaldi sind 80 Prozent der dortigen Häuser nicht mehr bewohnbar. Die rund 200 Bewohner mussten auf einem Campingplatz untergebracht werden, berichtete er am Donnerstag.

Der Erzbischof von Camerino, Francesco Giovanni Brugnaro, sprach von einer "dramatischen Situation". Er habe die Nacht gemeinsam mit 700 Menschen in zwei Turnhallen der Universität und der Gemeinde verbracht. Sein Bischofssitz sei nicht mehr bewohnbar.

Erdbeben in Italien: Der Einsturz der vorgeschädigten Kirche San Salvatore in Norcia und Vorher-/Nachher-Foto von ihr


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