01 November 2016, 09:00
'Demo für alle' fordert das Ende des Lehrplans zur Sexualerziehung
 
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Landeshauptstadt: 1.900 Teilnehmer gegen Gender-Ideologie in Hessen

Wiesbaden (kath.net/idea) Die „Demo für alle“ gegen den hessischen Lehrplan zur Sexualerziehung am 30. Oktober in Wiesbaden musste wegen massiver Proteste durch eine Gegendemonstration verkürzt werden. Wie die Organisatorin der „Demo für alle“, Hedwig von Beverfoerde (Magdeburg), mitteilte, habe man diese Maßnahme ergriffen, um vor allem die zahlreichen Kinder, die von ihren Eltern mitgebracht worden waren, nicht Gefahren auszusetzen. Die „Demo für alle“ hatte nach Angaben der Veranstalter 1.900 Teilnehmer, die Gegendemonstration laut Polizei bis zu 1.500. Sie war vom Verein „Warmes Wiesbaden“ angemeldet worden. Er organisiert die jährliche Schwulendemonstration Christopher Street Day (CSD).

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Bischöflicher Segen für die Kundgebung

Der Lehrplan zur Sexualerziehung sieht vor, dass Schüler unterschiedliche sexuelle Orientierungen und Familiensituationen kennenlernen und akzeptieren sollen. Er war vom hessischen Kultusminister, Ralph Alexander Lorz (CDU), durch Ministererlass in Kraft gesetzt worden, obwohl der Landeselternbeirat und die katholischen Bischöfe in Hessen sich dagegen geäußert hatten. Zugestimmt hatten dagegen die evangelischen Landeskirchen in Hessen. Zum Auftakt der Kundgebung auf dem Luisenplatz vor dem Kultusministerium wurde ein Grußwort des Bischofs des Bistums Fulda, Heinz Josef Algermissen, verlesen. Er erteilte der Demonstration seinen Segen. Es sei für ihn ein Schock gewesen, dass der Kultusminister das kritische Votum des Landeselternbeirates und die Stellungnahme der Bischöfe ignoriert hatte. Algermissen würdigte die Teilnehmer, weil sie sich dafür einsetzten, „dass unsere Gesellschaft christlich geprägt bleibt“.

Kritik am „Gift der Gender-Ideologie“

Der Sozialwissenschaftler Professor Manfred Spieker (Osnabrück) erklärte, der neue Lehrplan sei mit dem „Gift der Gender-Ideologie“ infiziert. Der Genderismus gehe davon aus, dass es nicht nur zwei Geschlechter (Mann und Frau) gebe, sondern beliebig viele, die man frei wählen könne. Dadurch werde die Bedeutung von Ehe und Familie reduziert, so Spieker. Im Unterrichtsstoff für Sechs- bis Zehnjährige kämen Ehe und Familie nicht vor. Heterosexualität werde auf eine Variante sexueller Vielfalt reduziert. Schon Zehn- bis Zwölfjährige sollten unterschiedliche Sexualitäten kennenlernen. Spieker: „Der Lehrplan verstößt gegen das Indoktrinationsverbot.“ Es war 1977 vom Bundesverfassungsgericht erlassen worden. Wie Spieker weiter ausführte, hätten wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt, dass unter Anhängern einer Sexualität der Vielfalt Depressionen, Drogenmissbrauch und Selbstmorde weiter verbreitet seien als unter Menschen mit heterosexueller Orientierung.

Kinder gehören den Eltern, nicht dem Staat

Der katholische Publizist und Leiter der Aktion „Kinder in Gefahr“, Mathias von Gersdorff (Frankfurt am Main), rief dazu auf, das Erziehungsrecht der Eltern zu verteidigen: „Kinder gehören den Eltern und nicht dem Staat.“ Deutschland dürfe keine „Gender-Republik“ werden. Er warnte vor der Gefahr, dass der Staat die „Gender-Ideologie“ zur Staatsdoktrin mache. Der neue Lehrplan sei ein Angriff auf die Wurzeln des Landes. Gersdorff appellierte an den hessischen Ministerpräsidenten, Volker Bouffier (CDU), den Lehrplan sofort zurückzuziehen.
idea e.V. Evangelische Nachrichtenagentur Pressedienst vom 31. Oktober 2016 Nr. 264
Die Nachrichten sind ständig aktualisiert abzurufen unter: www.idea-pressedienst.de Seite 13 von 16

CDL-Vorsitzende: Gegendemonstranten fehlt die Toleranz

Die Bundesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL), Mechthild Löhr (Glashütten/Taunus), äußerte, Kinder- und auch Sexualerziehung sei Elternrecht: „Wir wollen keine staatliche Lufthoheit über den Kinderbetten.“ Der Staat habe auch nicht die Aufgabe, sexuelle Praktiken zu vermitteln.

Schulvereinsvorsitzender: 90 Prozent wollen Gemeinschaft von Mann und Frau
Nach Angaben des Vorsitzenden des Schulvereins der Freien Christlichen Schule Wiesbaden, Andreas Zweininger, wünschen sich 90 Prozent aller Deutschen eine verbindliche Lebensgemeinschaft aus Mann und Frau, aus der Kinder hervorgingen. Der Lehrplan müsse Kindern und Jugendlichen dienen, nicht den Interessen von Lobbyisten. Zum Ende der Demonstration ließen die Teilnehmer Tausende von Luftballons aufsteigen. Einige Christen stimmten spontan das Kirchenlied „Großer Gott wir loben dich“ an.









Foto oben (c) Demo für alle







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