12 Dezember 2016, 10:15
Kardinal Kasper hofft auf Fortschritte in Abendmahlsfrage
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Eucharistie'
Früherer "Ökumeneminister" des Vatikan hofft auf ein gemeinsames Abendmahl für gemischtkonfessionelle Paare.

Rom (kath.net/KAP) Kardinal Walter Kasper hofft in absehbarer Zeit auf ein gemeinsames Abendmahl für gemischtkonfessionelle Paare. Er wünsche sich, dass die nächste gemeinsame Erklärung von Vatikan und Lutherischem Weltbund "den Weg für eine gemeinsame Eucharistie in besonderen Situationen öffnet, vor allem mit Blick auf gemischt konfessionelle Ehen und Familien", sagte Kasper der italienischen Tageszeitung "Avvenire" (Samstag). Als Grundlage für eine Verständigung empfahl der frühere vatikanische Ökumene-Verantwortliche ein inoffizielles Dokument der US-Bischofskonferenz zu diesem Thema. Kasper war bis 2010 Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen.

Werbung
messstipendien


Papst Franziskus und der Präsident des Lutherischen Weltbundes (LWB), Bischof Munib Younan, hatten anlässlich des ökumenischen Reformationsgedenkens Ende Oktober im schwedischen Lund eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Darin fordern beide Seiten einen vertieften Dialog über Möglichkeiten für ein gemeinsames Abendmahl. Der amtierende vatikanische Ökumene-Verantwortliche, Kardinal Kurt Koch, plädierte in Lund dafür, die Frage der gemeinsamen Eucharistie für gemischt konfessionelle Paare gesondert zu behandeln. Es gehe hier um eine seelsorgerische Frage und um "eucharistische Gastfreundschaft" im Einzelfall. Dies sei vom grundsätzlichen Ziel der eucharistischen Gemeinschaft zu trennen, die eine Einheit der Christen voraussetze, so der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen.

Franziskus hatte im November 2015 mit Blick auf ein gemeinsames Abendmahl von gemischt konfessionellen Paaren gesagt, er könne keine Erlaubnis dazu geben, weil ihm die Kompetenz hierfür fehle. Zugleich deutete er jedoch an, dass die Paare selbst vor ihrem Gewissen eine Entscheidung treffen müssten. Das Leben sei größer als Interpretationen und Erklärungen, so der Papst beim Besuch der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde Roms. "Beziehen Sie sich immer auf die Taufe: 'Ein Glaube, eine Taufe, ein Herr', so sagt uns Paulus - und daraus ziehen Sie die Konsequenzen. Sprecht mit dem Herrn und geht weiter. Mehr wage ich nicht zu sagen."

Copyright 2016 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Archivfoto Kardinal Kasper (c) kath.net/Petra Lorleberg







kath.net ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.

Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 

meist kommentierte Artikel

'Unser Gewissen drängt uns…' (62)

Verwirrung um Päpstliche Kommission zu Humanae vitae (61)

Sebastian Kurz fordert: Schluss mit islamischen Kindergärten (23)

Staatsanwaltschaft weist Anzeige gegen Bischof Laun und kath.net ab (22)

Rottweil: Fronleichnamsprozession wurde von Autos bedrängt - UPDATE (21)

Warum sind Linke gegen Klimawandel, aber für Abtreibung? (17)

Schüler schwänzt Moscheebesuch – Eltern kommen vor Gericht (17)

Bischof Hanke gibt Priesteramtskandidaten eine zweite Chance (14)

Eine Ehe ist eine Ehe ist eine Ehe (13)

'Ziemlich starker Tobak' (13)

Grünen-Eilantrag zur 'Ehe für alle' scheiterte (12)

Die drei Charakteristiken des Hirten (12)

Leserbrief in Tageszeitung: 'Des Bischofs doppelte Zunge' (11)

Weihbischof Laun feiert Goldenes Priesterjubiläum (11)

Große Enttäuschung über geringe Teilnahme an Muslim-Demo gegen Terror (11)