Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Marx erlaubt Segnung homosexueller Paare
  2. George Weigel an Kardinal Hollerich: Hat die Kirche Christus zweitausend Jahre lang missverstanden?
  3. Leo XIV. über Papst Franziskus: Ein großes Geschenk für die Welt
  4. Gericht verhandelt über Diskriminierung einer Lebensschutzgruppe an der Uni Heidelberg
  5. Trump gegen Papst Leo: Wenn Weltpolitik auf das „Heilige“ trifft
  6. Diplomatischer Coup: US-Präsident Trump verhindert Hinrichtung von acht Frauen im Iran
  7. Kardinal Koch betont den zutiefst christozentrischen Charakter des Pontifikats von Papst Leo XIV.
  8. „Wenn man der Wahrheit einen Namen geben möchte, ist das sicher Gott“
  9. Ein Brief vom Papst an die Kardinäle und der Stilwechsel in Rom
  10. Viel Lärm um nichts?
  11. Papst um Entspannung bemüht: Reden in Afrika sind keine Fern-Debatte mit Trump
  12. Israel: Haftstrafe für zwei Soldaten nach schwerem Vandalismus an Kruzifix
  13. "Derselbe Polarstern"
  14. Nach Extremerfahrung des Mondflugs: Artemis-Kommandant Wiseman fragte nach christlichem Seelsorger
  15. Der 6. Münchner Marsch fürs Leben setzt ein starkes Zeichen für das Lebensrecht

Das Imperium schlägt zurück

2. Jänner 2017 in Kommentar, 9 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Gegen die McDonald’s-Filiale im Schatten von St. Peter werden von hohen kirchlichen Würdenträgern und der Geschäftswelt des Borgo schwere Geschütze aufgefahren. Ein Gastkommentar von Ulrich Nersinger


Vatikan (kath.net) „I felt a great disturbance in the Force – ich fühle eine große Erschütterung der Macht.“ Verfolgt man die mediale Diskussion über die Eröffnung einer römischen McDonalds-Filiale in ummittelbarer Nähe zum Vatikan – sozusagen in Spuckweite zum Kirchenstaat – , könnte man geneigt sein, die Erregung um dieses Geschehen mit dem berühmten Ausspruch aus dem Star-Wars-Imperium zum Ausdruck zu bringen.

Die Immobilie, die in ihrem Erdgeschoss das amerikanische Fast-Food-Restaurant beherbergt, gehört dem Heiligen Stuhl. In dem Gebäudekomplex wohnen auch mehrere Kardinäle. Einer der Purpurträger, ein graduierter Bioethiker, bezeichnete gegenüber der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“ die Produkte von McDonald’s als Speisen, die nach Ansicht von „nicht wenigen Medizinern und Ernährungswissenschaftlern keine Garantien für die Gesundheit der Konsumenten“ böten und „qualitativ meilenweit von der traditionellen römischen Küche entfernt“ seien.

Der emeritierte Kurienkardinal nannte die Entscheidung der vatikanischen Imobilienverwaltung „abnormal“, die Räumlichkeiten hätte man vielmehr für die Bedürftigen in der Gegend nutzen sollen, „so wie es der Heilige Vater lehrt“. In die gleiche Kerbe schlägt auch der Sprecher einer Vereinigung zur Rettung des Stadtviertels: Das Fast-Food-Restaurant stehe „im Widerspruch zu den Prinzipien, die Papst Franziskus vertritt“. Er glaube nicht, dass der Vatikan das Bild einer Kirche zu vermitteln habe, „die ihre Werte an kommerziellen Fragen orientiert und Gewinn macht auf Kosten einer konkreten Hilfe für die Obdachlosen des Stadtviertels“. Eine besorgte Römerin – ihr gehört ein Café in der Nähe der Filiale – nimmt sogar das Wort „Blasphemie“ in den Mund.


Mit der „traditionellen römischen Küche“ ist es im Borgo nicht mehr so weit her. Nur wenige Restaurants in dem Stadtviertel erfüllen diesen durchaus wünschenswerten Anspruch. Nicht selten lässt auch der Service in den Lokalitäten zu wünschen übrig. Und über die Höhe der Rechnungen, die Pilger und Touristen nach dem mehr oder weniger erträglichen Essen ausgestellt werden, heißt es, besser zu schweigen. Auch die „Pizza a taglio“-Läden“, die mundgerechte Pizzastücke zum Außer-Haus-Verkauf anbieten, werden dem Wunsch nach Qualität und Wahrhaftigkeit nicht gerecht. Sie präsentieren der Kundschaft zentimeterhohe Böden und hauchdünne Beläge. Manche der versprochenen Zutaten der übrigens ursprünglich neapolitanischen Köstlichkeit lassen sich nicht einmal mit den Spektralanalysegeräten der Vatikanischen Sternwarte nachweisen.

Kritik an heutigen Essgewohnheiten, Fast-Food und McDonald’s darf und muss erlaubt sein. Aber sie sollte gerecht sein. Und wer sie ausübt, sollte mit ihr unter eigener Flagge segeln und fechten. Eine benutzte Papierserviette vor der Haustür sowie ab und zu ein leichtes Pommes-Frites-Lüftchen im Treppenhaus berechtigen nicht dazu, den Papst und „Laudato si“ für sich zu personalisieren. Jedermann Zumutbares mit schwerem Geschütz abzuwehren, entspricht nicht dem christlichen Habitus – auch dann nicht, wenn man dem Kardinalskollegium angehört. Konkurrenz belebt das Geschäft und braucht nicht gefürchtet zu werden, wenn das Angebot stimmt und überzeugt (und möglicherweise auch schmale Geldtaschen und Familien mit Kindern anspricht). Richtig unappetitlich wird es, wenn man Bedürftige für den Erhalt einer kaum gefährdeten hohen Wohnqualität und knallharte Geschäftsinteressen missbraucht.

Solche Macht, Machtansprüche dürfen zu Recht erschüttert werden.

Vatikannahe MacDonald´s-Filiale nahm den Betrieb auf


Foto oben (c) kath.net



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Vatikan

  1. Der Petersdom feiert das 400-jährige Weihejubiläum: „Die Pfarrkirche der Welt“
  2. Kardinal Fernández: Es laufen keine dezidierten päpstlichen Großaufträge am Glaubensdikasterium
  3. Australischer Bischof wird als oberster Kirchenrechtsexperte in den Vatikan berufen
  4. Vatikan fordert umfassenden Zugang zu Recht für Frauen
  5. Immobilienprozess im Vatikan muss teils neu aufgerollt werden
  6. Nach Randalen und Pinkelattacken: Petersdom installiert Schutz für Hauptaltar
  7. US-Botschafter am Heiligen Stuhl, Burch: „Die moralische Autorität der Kirche ist unübertroffen“
  8. Norwegischer Bischof Varden: Der hl. Bernhard von Clairvaux „war und ist faszinierend“
  9. Vatikan dementiert Bericht über Abweisung Macrons durch den Papst
  10. Neuerlich ein Vandalenakt im Petersdom







Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Marx erlaubt Segnung homosexueller Paare
  3. „Wenn man der Wahrheit einen Namen geben möchte, ist das sicher Gott“
  4. "Derselbe Polarstern"
  5. Ein Brief vom Papst an die Kardinäle und der Stilwechsel in Rom
  6. George Weigel an Kardinal Hollerich: Hat die Kirche Christus zweitausend Jahre lang missverstanden?
  7. Der unerklärte Formatwechsel beim Konsistorium der Kardinäle im Januar
  8. Nach Extremerfahrung des Mondflugs: Artemis-Kommandant Wiseman fragte nach christlichem Seelsorger
  9. Trump gegen Papst Leo: Wenn Weltpolitik auf das „Heilige“ trifft
  10. Papst um Entspannung bemüht: Reden in Afrika sind keine Fern-Debatte mit Trump
  11. Viel Lärm um nichts?
  12. Kardinal Koch betont den zutiefst christozentrischen Charakter des Pontifikats von Papst Leo XIV.
  13. Der Fall „Correctiv“: Ein journalistischer Sündenfall und seine Folgen
  14. Der 6. Münchner Marsch fürs Leben setzt ein starkes Zeichen für das Lebensrecht
  15. Bischof Ivo Muser: "Der größte Mangel, den wir in unserer Diözese haben, ist der Gläubigenmangel"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz